Michael Meyen: Leitmedien als neue Staatspartei

Blabla ist wichtig. Motive sind unwichtig. Administratives Handeln (z.B. hartes Durchgreifen der Polizei) ist ebenfalls unwichtig. Sogar Politiker sind sekundäre Akteure. Oft sind es nur Politikdarsteller, und das nicht wegen Unfähigkeit sondern aufgrund der Differenzierung und Verkomplizierung der Systeme.
Heute wird mit Paragrafen und Pressemeldungen gekämpft, und oft geht es um Sprachregelungen und Kampfbegriffe, aus denen irgendwann viel später einmal nach vielen undurchschaubaren Umwegen Paragrafen, Deutungen und Handlungen werden.
Der Bürger wünscht sich stattdessen oft die direkte Einwirkung seiner Stimmung auf das Regierungshandeln.
In Internetforen will oft eine dumpfbackige Volksseele (vgl. „Psychologie der Masse“ von Le Bon) will über Empathie (Spiegelneuronen, Konformismus) der Polizei direkte Anweisungen in Form von Infinitiven oder Imperativen wie „sofort abschieben“ erteilen. So entsteht ein demokratiewidriger „Rechtspopulismus“. Ihm stehen humanitäre Hetzmedien gegenüber, die demnach mit „linkspopulistischen“ Methoden (z.B. Medienbildern, die Merkel unbedingt vermeiden muss) die Politik vor sich hertreiben. Unser Problem sind nicht regierungstreue Medien sondern eine medientreue Regierung.