Michael Meyen: Leitmedien als neue Staatspartei

Blabla ist wichtig. Motive sind unwichtig. Administratives Handeln (z.B. hartes Durchgreifen der Polizei) ist ebenfalls unwichtig. Sogar Politiker sind sekundäre Akteure. Oft sind es nur Politikdarsteller, und das nicht wegen Unfähigkeit sondern aufgrund der Differenzierung und Verkomplizierung der Systeme.
Heute wird mit Paragrafen und Pressemeldungen gekämpft, und oft geht es um Sprachregelungen und Kampfbegriffe, aus denen irgendwann viel später einmal nach vielen undurchschaubaren Umwegen Paragrafen, Deutungen und Handlungen werden.
Der Bürger wünscht sich stattdessen oft die direkte Einwirkung seiner Stimmung auf das Regierungshandeln.
In Internetforen will oft eine dumpfbackige Volksseele (vgl. „Psychologie der Masse“ von Le Bon) will über Empathie (Spiegelneuronen, Konformismus) der Polizei direkte Anweisungen in Form von Infinitiven oder Imperativen wie „sofort abschieben“ erteilen. So entsteht ein demokratiewidriger „Rechtspopulismus“. Ihm stehen humanitäre Hetzmedien gegenüber, die demnach mit „linkspopulistischen“ Methoden (z.B. Medienbildern, die Merkel unbedingt vermeiden muss) die Politik vor sich hertreiben. Unser Problem sind nicht regierungstreue Medien sondern eine medientreue Regierung.





Die Propagandaschau

Eine Rezension zu „Die Angst der Eliten“

Leitmedien als neue Staatspartei

von Michael Meyen

Über unser Schicksal entscheiden Worte, sagt Paul Schreyer. Ob oben gegen unten, ob rechts gegen links: Immer gehe es um Worte – um „die Begriffe und um die Deutung der Ereignisse“. Schreyers neues Buch über den Zustand der Demokratie ist deshalb auch ein Buch über die Medien, über „Sprachregelungen und Kampfbegriffe“, mit denen die Eliten versuchen, die „Deutungshoheit“ zu behalten…

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Prof. Dr. Michael Meyen 1988 bis 1992 Journalistikstudium in Leipzig. 1991 bis 1997 Journalist und Nachrichtenredakteur in der Tagespresse, beim Hörfunk und beim Teletext. 1995 Promotion in Leipzig. 1997 bis 2000 Habilitationsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft. 2001 Habilitation. Lehrbeauftragter an den Universitäten Leipzig (1995 bis 2001) und Halle (2000/2001). Im Wintersemester 2001/2002 Gastprofessur an der TU Dresden. Zum Sommersemester 2002 Berufung auf eine Professur für Allgemeine und Systematische Kommunikationswissenschaft an der LMU. Schwerpunkte in Forschung und…

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