Importierte Nieten in Nadelstreifen

von Isabella Klais

Der Abstieg Deutschlands aus der Spitzenklasse nimmt erschreckende Formen an. Er vollzieht sich in einer Zangenbewegung. Nicht nur auf staatlicher Ebene dominieren inkompetente Minister, die von der Materie wie z.B. von der Landesverteidigung keinen blassen Schimmer haben. Sie werden in Posten und Ämter gehievt, die ihnen, gemessen an ihrem Potential, nicht zustehen. Gleiches ist in der Wirtschaft zu beobachten.

Alfred Herrhausen würde „seine“ Bank heute kaum noch wiedererkennen. Sein Vorgänger, Friedrich Wilhelm Christians, und er hatten die Deutsche Bank international in die Oberliga geführt, wo sie im Konzert der Großen ihrer Branche maßgeblich den Ton angab.
Nach ihm brach das Zeitalter des Schrottimportes an. Einen Schweizer, einen Inder und einen Briten in Folge an die Spitze des Flaggschiffes der deutschen Finanzinstitute zu berufen, brachte die Bank dorthin, wo sie sich mittlerweile befindet. Marginalisiert steht sie am Rande des Abgrundes. Das war zu erwarten, denn alles andere hätte überrascht.
Brachte das Volk der Denker wirklich keinen eigenen Bankführer von Format mehr hervor? Wenn man schon im Ausland einkauft, dann doch wenigstens Leute von besserer Qualität, als sie in den eigenen Reihen zu finden sind. Wenn unser eigenes Aufgebot noch hinter diesen Erwerbungen zurückbleibt – armes Deutschland.

Der aktuelle Leiter des Risikomanagements der Deutschen Bank – ein Schotte – kann noch nicht einmal zwischen einer Wette im Pferderennen und Finanzderivaten unterscheiden. Letztere kommen in drei Varianten vor: Termingeschäfte, swaps und Optionen. Allen ist gemein, daß sie sich auf einen Basiswert beziehen und konzeptionell dem Risikomanagement der Wirtschaft dienen sollten. Oft aber werden sie zu spekulativen Zwecken eingesetzt, zu denen sie ursprünglich nicht gedacht waren. Die von ihnen ausgehende Gefahr nimmt zu, je weniger sie reale Geschäfte begleiten und sich stattdessen verselbstständigen, um ein Eigenleben zu beginnen. Alle Derivate sind bilanzrelevant.
Beim Pferderennen wird auf die Leistung eines Pferdes gewettet. Dessen Wert steht in keiner Relation zum Einsatz des Wetters und hat nichts in einer Bilanz zu suchen.
Wie will dieser Mann die Risikoexposition der Bank steuern mit derart schockierendem Unwissen? Er hegt sogar selbst Zweifel an der Logik seiner Theorie; leider fegt er sie zur Seite, ohne Konsequenzen daraus zu ziehen, daß er Unfug redet.
Es wird sich doch noch ein deutscher Bankexperte finden, der über grundlegende Kenntnisse der Volkswirtschaft verfügt!?

Bezeichnend ist, daß ausgerechnet der IWF – eine Institution, geführt von einer verurteilten (aber haaresträubenderweise nicht bestraften) Kriminellen – die Bank zusätzlich schlechtredet. Die Frage, zu wessen Gunsten die der Beihilfe, bzw. Mittäterschaft bei der Veruntreuung öffentlichen Vermögens schuldige Täterin hier handelt, beantwortet sich selbst.

Es bleibt zu hoffen, daß der neue Vorstandssprecher der Deutschen Bank, mit Christian Sewing endlich einmal wieder ein Deutscher, den Knochenjob, dort das Ruder noch einmal herumzureißen, bewältigen wird. In der Nachfolge von Christians und Herrhausen findet er große Fußstapfen imposanter Bankerpersönlichkeiten vor. Hoffentlich passen sie ihm.

https://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/wie-gefährlich-ist-die-deutsche-bank/ar-AAwncVE?MSCC=1524760974&ocid=spartandhp
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