Nafri Nimmersatt

Der wunde Punkt im deutschen Gesundheitswesen ist und bleibt die Krankenpflege. Schlimm genug, daß medizinische Fachkräfte in Arztpraxen und Apotheken Schulen ohne eine Minimalbildung in Rechtschreibung, Rechnen und Umgangsformen verlassen und zur Gefahr für Patienten werden, kommt noch hinzu, daß es im Bereich der Pflege an allen Ecken und Enden brennt. Politiker wie Angela Merkel mussten auf unzumtbare Bedingungen erst in Talkshows darauf hingewiesen werden.

Wer aber auf die Schnapsidee kam, Engpässe durch junge Nordafrikaner zu beheben, muß entweder unfassbar naiv, ein notorischer Schulschwänzer, oder beides gewesen sein. Der Import von Pflegekräften aus Tunesien war ein Flop in seiner schönsten Art. Mangels deutscher Tugenden wie Fleiß, Zuverlässigkeit, Pflichtgefühl, Ordnung, Augenmaß und Rücksicht lassen die jungen Herrschaften Arbeit Arbeit sein, solange das Geld nicht nach deren Vorstellungen auf den Bäumen wächst. Über dieses Fiasko informiert folgender Bericht. Dabei wird klar, daß zwei völlig inkompatible Kulturen aufeinanderstoßen und die Integration pure Illusion bleibt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

 

Aufstand der Fusselköppe

„Jugendliche aus Tunesien, die beim Gesundheitskonzern Asklepios ausgebildet werden sollen, bleiben aus Unzufriedenheit mit Vergütung zu Hause.

 

„2400 Euro pro Monat sind zu wenig, 5000 Euro währe ein gutes Ausbildungs- und 10.000€ ein gutes Einstiegsgehalt“, so Bilel Aridhi, 24.

Es sollte ein neuer Weg sein, dem drohenden Fachkräftemangel in den Gesundheitsberufen zu begegnen. Gemeinsam mit der Bundesregierung hatte der Gesundheitskonzern Asklepios im vergangenen Jahr ein dreijähriges Pilotprojekt gestartet, um 150 Jugendliche aus Tunesien als Krankenpfleger auszubilden.

Jetzt steht der innovative Plan vor dem Aus. Zum Ausbildungsbeginn des zweiten Kurses war am Donnerstag nur einer der jungen Leute an seinem Arbeitsplatz erschienen – von insgesamt 25.

 

Bereits vor einigen Tagen war es nach Informationen der „Welt“ zwischen den zukünftigen Krankenpflegern, die seit einem halben Jahr einen Sprach- und Kulturkurs in Hamburg absolvieren, und dem Arbeitgeber zum Eklat gekommen.

Ein Teil der Jugendlichen hatten gegen die Vertragsbedingungen protestiert, unter anderem fordern sie eine höhere Ausbildungsvergütung. Das hatte Asklepios mit Verweis auf die unterschriebenen Ausbildungsverträge abgelehnt und erste Kündigungen eingeleitet.

 

„Wir sind von dem Verlauf vollständig überrascht worden“, sagte Jan Stephan Hillebrand, der das Projekt „Transformationspartnerschaft im Gesundheitswesen“ leitet. Beteiligt sind das Auswärtige Amt und das tunesische Gesundheitsministerium.

Asklepios-Sprecher Rudi Schmidt sagte jetzt: „Wir werden keine weiteren Tunesier nach Deutschland holen.“

Unterdessen wird unter Hochdruck nach einer Lösung für jungen Tunesier gesucht. Ihr Aufenthaltsrecht ist an den Ausbildungsvertrag geknüpft, deshalb müssten sie theoretisch unverzüglich zurückkehren. Das wollen sie aber nicht. Viele haben auch bereits eine Ausbildung im Gesundheitsbereich und hoffen, dass diese hier anerkannt werden kann. Wie brisant die Situation ist, zeigt ein Treffen von Vertretern verschiedener Behörden Mitte der Woche.

„Wir haben das Projekt sehr begrüßt“, sagte der Chef der Hamburger Agentur für Arbeit, Sönke Fock, der „Welt“. Die Entwicklung sieht er mit Sorge. „In Deutschland hat man nur eine Chance auf dem Arbeitsmarkt, wenn man einen berufsqualifizierenden Abschluss besitzt.“

Auch in der Sozialbehörde hieß es, man müsse jetzt verschiedene Möglichkeiten prüfen, um sie in Deutschland dauerhaft anzusiedeln, mit oder ohne Berufsabschluss.“

2 Kommentare zu „Nafri Nimmersatt“

  1. Nette Geschichte, aber das ganze ist schon fast fünf Jahre her. Erwähnt in der Bundestagsdrucksache 17/14821 von November 2013. Bitte recherchiert doch mal, was aus den tunesischen angehenden Fachkräften von damals nun heute geworden ist.

    Liebe Grüße Bernd

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    1. Danke für den Hinweis. Dass dieses Thema bereits bis 2013 zurück reicht, ist wichtig, Genau so wichtig, was daraus geworden ist. Einige Blogs haben dieses Thema aufgegriffen. Weitere Recherchen sind in unser aller Interesse.

      Gefällt 1 Person

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