Der politische Pate – „Erinnerungskultur“ zum 70. Geburtstag von Joseph „Joschka“ Fischer

Von Notan Dickerle, Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen „Bunt“

Es war einmal ein aggressiver Chaotenhaufen, der sich „PUTZgruppe“ nannte, abgeleitet von „Proletarische Union für Terror und Zerstörung“. „Putz“ ist ein hessischer Ausdruck für Randale. Vor knapp fünfzig Jahren wurde die Stadt Frankfurt am Main von dieser Gruppe „beputzt“, d.h. an den Rand bürgerkriegsähnlicher Zustände gebracht. Als Platzhirsch bzw. Oberputzer betätigte sich ein gewisser Joseph Martin Fischer, von seinen Bewunderern im Hinblick auf seine deutsch-ungarische Herkunft liebevoll „Joschka“ genannt. Eine Jugend zwischen Bolzenschuß und Beichtstuhl. Der Sohn eines Metzgers schlug zunächst die Laufbahn eines Ministranten ein, schmiss dann in Stuttgart die Schule, und warf 1966 auch in seiner Lehre als Fotograf das Handtuch. Was Fischer dann 1969 bei einem Kongreß der antisemitischen und antizionistischen PLO in  Algier so genau suchte, weiß niemand so genau. Auch nicht während seiner militanten Zeit in den blutigsten Jahren der RAF, als man auf dem Rücksitz eines Taxis eine noch heisse Schußwaffe fand. Jedenfalls fiel in Zusammenhang damit auch Fischers Name. Bei ihren Recherchen zu diesem Lebensabschnitt von Joschka wurden der Tochter von Ulrike Meinhof, Bettina Röhl, auch seiten des Verlages Steine in den Weg gelegt. Nach der Hinrichtung (1977) von Hanns Martin Schleyer durch die RAF, der durch die GSG 9 erfolgreich beendeten Flugzeugentführung in Mogadischu und den Selbstmorden der RAF-Führer zog sich Joschka quasi als desillusioniert-traumatisiertes Wolfskind in das Frankfurter Nachtleben als Taxifahrer zurück. Zwischen den Taxifahrten belegte er Vulgärmarxismus, den er anschließend „beim Opel“ in Rüsselsheim praktisch umzusetzen gedachte: seine Versuche, die dort tätigen Arbeiter gegen den kapitalistischen Schweinestaat aufzuwiegeln scheiterten jedoch kläglich an der pragmatischen Ausrichtung dieser wackeren Proletarier, denen Lohnerhöhung und Urlaub wichtiger waren als Revolution und Marx‘sche Lehre. Als Unruhestifter entlassen war Fischers Karriere als Arbeiter rasch vorbei. Bei einem besonders intensiven „Putz“ mit „Mollis“ (Molotow-Cocktails) im Mai 1976 entging der Polizist Jürgen Weber nur knapp dem Verbrennungstod und der Haupttatverdächtige Fischer nur knapp dem Gefängnis. Irgendwann verschwand seine Strafakte (die auch seine Verstrickungen in die linksradikale Szene betraf) wie von Geisterhand und tauchte erst im Sommer 2015 überraschend in einem Schließfach am Frankfurter Flughafen wieder auf, allerdings unvollständig und nach Beendigung von Fischers offizieller politischer Karriere.  Der durch Brandwunden dauerhaft entstellte und inzwischen verstorbene Jürgen Weber, für den der Politiker niemals ein persönliches Wort des Bedauerns fand, blieb bis an sein Lebensende von dessen Schuld überzeugt.

Das traumatische Erlebnis Polizeigewahrsam brachte Fischer auf alternative Gedanken: er dockte bei den „Grünen“ an. Obwohl Öko-Themen nie so richtig seine Sache waren (und Feminismus schon gar nicht), entwickelte er sich dort bald zum Leitwolf, der den anfangs chaotischen Haufen disziplinierte und allzu fundamentalistisch gesinnte WölfInnen gnadenlos fort biss. 1983 wurde er Abgeordneter im Bundestag, 1985 in Hessen erster grüner Minister. Seine Angelobung in Turnschuhen – ein bewusster Werbegag der „Grünen“ – führte den sog. „prole drift“ in die deutsche Politik ein: kulturelle Codes der Unterschicht lösten diejenigen bürgerlichen Behagens ab: cool wurde schick, gediegen out. Daß Fischer inhaltlich eher für das Gegenteil stand, blieb lange Zeit verdeckt: als sogenannter „Realo“ brachte er seine in Flügelkämpfen zerrissene Partei auf den Kurs des politischen Establishments unter besonderer Berücksichtigung der transatlantischen „liberals“ und ihrer Verbündeten im Nahen Osten: dies bedeutete in erster Linie Marktwirtschaft statt (ökologisch verbrämtem) Klassenkampf sowie „Nie wieder Auschwitz“ anstatt „Nie wieder Krieg“. Über das deutsche Schuldtrauma gelang Fischer das Kunststück, die pazifistischen „Grünen“ auf den altbekannten Kurs festzulegen, Kriege für das Gute seien erlaubt, ja sogar notwendig – so wie es seit Adam und Eva gewesen ist. Aus den „Realos“ wurden „Normalos“.

Es war schließlich Joschka Fischer, in einer pazifistischen Partei zum Leitwolf gewordener Außenminister, der Deutschland 1999 dezidiert und militant in den ersten Krieg seit 1945 führte. Dramatisch-theatralisch aus „humanitären“ Gründen. Das inzwischen zum Narrativ vom humanitären Imperativ kanzerogen gewordene Leitmotiv, mit dem Fischer weiland 1999 als advocatus diaboli für einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien eintrat. Bei genauerem Hinhören mit einer an Hitler erinnernden Diktion mit typisch verklärendem Crescendo.

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12. April 1999 zu Joschka Fischers Geburtstag bombardiert die NATO Jugoslawien. Über 15 Tote Zivilisten, darunter Kinder, an dieser Eisenbahnbrücke (c) Stefanovic

Hatte Helmut Schmidt noch die Ansicht vertreten, die deutsche Außenpolitik dürfe nicht von Auschwitz überschattet werden, erklärte Fischer in seiner Zeit als Außenminister und Vizekanzler (1998 bis 2005) die Verantwortung für die NS-Zeit zur deutschen Staatsräson. Die gelegentlich als „Merkel-Doktrin“ bezeichnete Aussage der Kanzlerin vor der Knesseth vom März 2008, die Sicherheit Israels sei Teil der deutschen Staatsräson, ist also eigentlich die Joschka Fischer-Doktrin. Nicht nur in der Energie-, Umwelt-, Verteidigungs-, Bevölkerungs-, Familien-, Menschenrechts-, Flüchtlings- und Einwanderungspolitik ist sie gelehrige Schülerin der von Fischer domestizierten „Grünen“…

Seit dem Ende der Rot-Grünen Bundesregierung verleiht Fischer über die Beraterfirma „Joschka Fischer Consulting“ den Großen der deutschen Wirtschaft eine bei der Bionade-Bourgeoisie wirksame Aura ökologischer Korrektheit. Trotz fehlendem Schulabschluss wurde die „Grüne Raupe Nimmersatt“ u.a. Ehrendoktor zweier israelischer Universitäten, Berater des World Jewish Congress, Gast der „Bilderberger“, Vorstandsmitglied des (von George Soros finanzierten) „European Council on Foreign Relations”, Lehrbeauftragter an der Eliteuniversität Princeton… Aus dem „off“ informeller europäischer Gremien wie dem „Weisenrat“ und der „Spinelli-Gruppe“ betreibt er bis heute politische Lobbyarbeit gegen die Nationalstaaten bzw. für den europäischen Bundesstaat, die Vereinigten Staaten von Europa.

Auch wenn es Deutschen Patrioten nicht gefällt kommt man an der Einsicht nicht herum: Kaum ein anderer Politiker hat die deutsche Nachkriegsgeschichte so massiv beeinflusst wie Joseph „Joschka“ Fischer. Wie kein anderer steht er für den Bruch der 68-er Generation mit den nationalen Traditionen, für die Desolidarisierung mit der geschlagenen Kriegsgeneration, die Fischer gerne als antifaschistische Tugend präsentiert. „Wir Kinder der Kapitulanten“ überschrieb er einen 1985 in der „Zeit“ erschienenen Aufsatz, in dem er mit der Elterngeneration gnadenlos ins Gericht geht. Moralische Überlegungen stehen in dem Text weniger im Vordergrund als vielmehr der Machtaspekt: Mit Kapitulanten wollte ein Macchiavellist wie Fischer nichts zu tun haben, auch nicht mit ihrer Hochkultur und ihrem Goethe-Grundsatz „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb‘ es, um es zu besitzen!“ Denn was war von Nazi-Vätern schon zu erben? Also „Fack ju Göthe“! Fischer musste sein verdaddeltes Erbe anderweitig suchen: bei denjenigen, die die Kapitulanten enterbt hatten, war Andienern angesagt. Hatte Fischer in seinen wilden Anfangsjahren noch an PLO-Kongressen teilgenommen, widmete er sich als Berufspolitiker bevorzugt der Gegenseite. Für seine diesbezüglichen Verdienste als Außenminister erhielt er 2005 den Leo Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Mit Joseph „Joschka“ Fischer wurde erstmals ein Antideutscher deutscher Außenminister. Als Meister der Verhaltensökonomie (böse Menschen sagen dazu Opportunismus) definierte er deutsche Interessen im Sinne der Interessen von Siegern und siegreichen Opfern um. Die Wiedervereinigung bezeichnete er als „ein Unglück für das deutsche Volk“, ein Buch von 1994 trägt den bezeichnenden Titel „Risiko Deutschland“. Schon früh sprach er sich für eine Schuldenvergemeinschaftung im Rahmen der EU aus, denn die Deutschen dürften nicht schon wieder Neid und Missgunst erwecken. Seinem ministeriellen „Schleusererlass“ aus dem Jahr 2000 verdankte Deutschland eine erste Welle unkontrollierter Zuwanderung, vor allem aus Osteuropa. Konsequenterweise gehört Fischer heute zu den vehementesten Verteidigern der Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin.

Fischers antinationale Politik brachte ihm im Ausland Sympathien, persönlichen Erfolg und innerhalb Deutschlands erstaunlich wenig Widerspruch. Seine Karriere vom Schulabbrecher über den linksradikalen Politrocker, Marathonläufer und Hungerhaken zum international angesehenen „elder statesman“ dient einer neuen, wenig profilierten Generation von Berufspolitikern zum Vorbild. Die Karriere des verduckten Heiko Maas, der die deutsche Außenpolitik mehr oder weniger auf „Auschwitz“ reduziert, wäre zum Beispiel ohne Fischer ebenso wenig möglich wie die schneeflöckchenhaften Ministressen der aktuellen GroKo ohne den „nachhaltigen“ Einfluss der „Grünen“ vorstellbar wären. Joseph „Joschka“ Fischer steht für viele und vieles Pate, was in Deutschland derzeit schiefläuft. Er begeht heute (Donnerstag, 12. April) seinen 70. Geburtstag.

Anhang

Artikel

  1. Tagesspiegel: Joschka bekennt: Wir haben Steine geworfen
  2. RT: Vom Steinewerfer zum Kriegsverkäufer
  3. Fassadenkratzer: Jugoslawien-Tribunal
  4. WiWo: Joschka dick im Geschäft

Zitatenschatz

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Gedenktage

  • 12. April 1928 90. Geburtstag Hardy Krüger
  • 12. April 1948  70. Geburtstag Joschka Fischer
  • 12.  April 1999  Jahrestag der Bombardierung Jugoslawiens durch die NATO mit zahlreichen Toten unter der Zivilbevölkerung
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    Jugoslawien 1999 Bombardierung durch die NATO

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Mediengetriebene humanitäre Kriegstreiberei ist bestrafungswürdig, da gefährlicher als chemische Waffen. Auch wenn Assad chemische Waffen einsetzen würde, wären die militärischen Reaktionen des Westens illegal und ungerechtfertigt.
„Deutschland darf Europa nicht ein drittes mal zerstören“, rief Joschka Fischer vor Jahren und seit dem immer wieder. Immer mehr europäische Staaten scheinen auch dieser Meinung zu sein. Nicht nur im hellen Osteuropa. Zuletzt kappte Dänemark den Bahnverkehr mit Deutschland.
Dimitris Kisoudis meinte dazu:

„Die Deutschen sind das nervtötendste Volk in Europa. Zuerst gehen sie den Griechen mit irgendwelchen Pseudo-Sparvorschlägen auf die Nerven, weil sie nicht an der Nichtbeistandsklausel festhalten konnten. Jetzt nerven sie die Süd- und Osteuropäer mit blödsinnigen Flüchtlingsquoten, weil sie zu schwach sind, um den Schutz der europäischen Außengrenzen durchzusetzen. Natürlich ist Deutschland die Mitte Europas. Aber leider kann ein von den Amerikanern umerzogenes Volk nicht der Hegemon über Europa sein. Also überlasst die politischen Lösungen den Völkern im Osten.“

Man könnte hinzufügen, Joschka Fischer sei der nervtötendste Politiker Deutschland. Allerdings spricht Joschka Fischer für ein großes und einflussreiches internationales Netzwerk, das die EU als ein Projekt des CIA zur besseren Lenkung Europas im kalten Krieg gründete und auch später die desaströse Euro-Politik wider besseres wirtschaftspolitisches Wissen zu diesem Zweck vorantrieb.
Um das Werk zu vollenden oder zumindest nicht sein Scheitern zuzugeben, kann diese Gruppe, die sich in Brüssel unter dem Namen ihres kommunistischen Mitstreiters Altiero Spinelli (Spinelli-Gruppe) formiert hat und das Who-is-Who der EU-Politik umfasst, nicht von noch radikaleren Eurovisionen ablassen, wie sie Joschka Fischer besonders lautstark (da besonders skrupellos) vertritt.

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Fischer ohne Maske





7 Kommentare zu „Der politische Pate – „Erinnerungskultur“ zum 70. Geburtstag von Joseph „Joschka“ Fischer“

  1. Fischer wurde schon frühzeitig von Albright und Soros vereinnahmt. Nicht umsonst ist er bei dessen letzter Heirat als Trauzeuge aufgetreten. der ist der Idealfall für diesen Kriegsgewinnler, Deutschlandhasser und Bauernschlau ergänzt sich mit Skrupellosigkeit. Dann noch die Merkel aus der SED-Ecke und Deutschland wird abgeschafft. Wie es den Deutschen indigenen Bürgern geht ? Legal,Illegal,Scheißegal !

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  2. Joschka, ein kaltschnäuziger Egomame mit Ellbogenmentalität und krimineller Energie, hat nichts als verbrannte Haut und Erde hinterlassen. Joschka, das ist eine Biographie voller Chuzpe, Jauche und skrupellosem Kalkül. Ein grüner Heuchler, der jetzt als Lobbyist auf der Seite der Barrikaden agiert, die er früher gewalttätig bekämpft hatte. Joschkas ostentativer Nationalmasochismus war nichts Fassade. Abhängig von den jeweiligen politischen Verhältnissen hätte man Fischer – die Peripetien seiner Biographien liefern starke Indizien – auch das genaue Gegenteil zutrauen können. Ein profilierungssüchtiger, eitler Saisongockel und Autodidakt in der Therapie seiner Neurosen. Der janusköpfige Joschka hätte sich mutmaßlich ebenso als Horst-Wessel-Nutte, Gulag-Kapo, Rotgardist, bei Pol Pots Roten Khmer oder als PLO-affiner RAF-Killer Triebabfuhr verschafft, um sich am Futtertrog der jeweils dominierenden Machtverhältnisse letzendlich das verdiente Doppelkinn anzufressen . Ein selbstgerechter, perverser, sich selbstbeweihräuchernder Macho und selbstbebauchpinselnder „Spontifex“ (wie er sich selber gerne hochstilisierte), der zu keiner Zeit an keinem Ort durch Demut, Bescheidenheit oder Tugenden ohne Eigennutz beeindruckte oder etwas zum Wohle des Volkes beigetragen hätte. Im Gegenteil. Joschkas Vermächtnis ist ein Panoptikum aus Hass, Gewalt, Bombardierungen und Tod. Kein Kniefall, kein Worte der Reue, keine Bitte um Vergebung an all die Opfer, die durch den Täter Fischer zu Tode oder zu irreversiblen Schäden an Leib und Seele kamen. Was die Ex-Grüne Jutta Ditfurth über ihre Ex-Partei-Kumpane zu sagen hatte, spricht Bände.
    Wie man es auch drehen und wenden mag: Fischer ist Täter.
    Auch wenn Öko-Pharisäer, Jubelperser und Verniedlicher zum 70. Geburtstag drollige Anekdoten wie jene vom Turnschuh auftischen mögen.

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    1. Joschkas Einsatz für die Agenda der Spinelli-Gruppe und Vorreiterschaft hierbei werden zu wenig beleuchtet. Die letzten 20 Jahre kommen zu kurz. Er ähnelt dem französischen EU-Gründer Schumann, der für die CIA arbeitete und dennoch bestimmt aus innerer Überzeugung handelte. Ulrike Guérot, Robert Menasse und viele andere haben diese Überzeugungen inzwischen weiter ausgearbeitet, verbreitet und verinnerlicht. Sie fürchten die „Renationalisierung“, „Orbanisierung“ u.v.m. weil so etwas durchaus mit einem Rest von Selbstzweifel und schlechtem Gewissen einhergeht. Je katastrophaler sich der Euro und die Verstümmelung der nationalen Souveränitäten auswirkt, desto mehr radikalisieren sie sich.

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  3. Ein Schulabbrecher, der nichts, aber auch rein gar NICHTS gelernt hat, als Lehrbeauftragter an der Eliteuniversität Princeton. Ich fasse es nicht.
    Ich hätte mir als Studentin niemals etwas von einem Lehrbeauftragten angehört, der selber gar nicht studiert hat.
    Und bei solchen Optionen frage ich mich, wozu hat unsereins eigentlich studiert und promoviert, wenn solch ein dahergelaufener krimineller Prolet und Nichtskönner ebenfalls „lehren“ darf. Unglaublich

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  4. Michael Glos (CSU) kassierte einen Ordnungsruf von Bundestagspräsident Thierse (SPD), als er Joschka Fischer als „Zuhälter“ titulierte. DER SPIEGEL schrieb dazu:

    Berlin – Die umstrittene Praxis der Visa-Erteilung deutscher Botschaften in osteuropäischen Staaten ist am Mittwoch im Bundestag von CSU-Landesgruppenchef Michael Glos zu harscher Kritik an Außenminister Joschka Fischer (Grüne) genutzt worden. „Mit Hilfe dieses Rechtsbruches“ seien rund fünf Millionen Menschen nach Deutschland und in die europäischen Partnerstaaten eingereist, sagte Glos. Gefördert worden seien dadurch Schwarzarbeit, Prostitution und Menschenhandel.

    An Fischer gewandt fügte der CSU-Politiker hinzu: „Und sie sind dafür der Zuhälter, wenn man so will, Herr Minister.“ Daraufhin verließ Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) kurzzeitig den Plenarsaal. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) erteilte Glos schließlich einen Ordnungsruf. Der kleine Nachtrag „wenn man so will“, verbessere die Sache nicht. Nach der Rede von Kanzler Gerhard Schröder entschuldigte sich Glos vor dem Plenum für seine Wortwahl. „Das Bild war sicher nicht sehr geschickt gewählt.“

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