Olympiasieger spielt die Rassismus-Karte

Bundespolizisten brauchen gelegentlich starke Nerven. Besonders dann, wenn eine dezibelstarke Diva ausrastet.

Freiherr von Knigge dürfte für Ritter Mohammed Farah, einen in Somalia geborenen Olympiasieger vermutlich ein Buch mit sieben Siegeln sein. Der für Großbritannien startende Profi-Langstreckenläufer kam bei einem Zwischenstop am 7. März 2018 am Münchner Flughafen mit den Benimmregeln ins Straucheln, als bei einer Kontrolle Diszplin angesagt war.

Goldjunge Mohammed witterte hinter den strengen Sicherheitskontrollen unter weiß-blauem Himmel Schikanen und bezichtigte die Bundespolizei des „Rassismus“. Die von Farah beschuldigten Beamten wiesen die Vorwürfe zurück und erklärten, der Olympiasieger habe Vorgaben mißachtet, indem er in der Sicherheitszone mit seinem Smartphone filmte.

Aufgrund der Vorfälle sah sich die Bundespolizei gezwungen, folgende Stellungnahme abzugeben:

„Auf dem Weg zu seinem Flug musste Herr Farah die Fluggastkontrolle im Terminal 2 des Flughafens München durchlaufen. Diese wird am Münchner Flughafen im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung von einer privaten Sicherheitsgesellschaft durchgeführt. Anscheinend war Herr Farah mit der Fluggastkontrolle nicht einverstanden und bezeichnete diese als rassistisch. Offensichtlich war er sehr aufgebracht. Weil Herr Farah die Kontrollstelle nicht verlassen wollte, hat das Personal den Bundespolizisten, den man im Video sieht, zur Unterstützung gerufen. Zusammen mit dem Modulmanager versuchte der Beamte, Herrn Farah diese routinemäßige Kontrolle zu erklären und ihn zu beruhigen. Leider ließ er sich aber nicht beruhigen. Daraufhin bat der Beamte ihn, die Kontrollstelle zu verlassen, weil er diese blockierte. Herr Farah wurde immer aufgebrachter. Er diskutierte weiterhin mit den Sicherheitsmitarbeitern und dem Beamten und warf ihnen Rassismus vor. Zu diesem Zeitpunkt begann Herr Farah, den Bereich der Sicherheitskontrolle zu filmen, was verboten ist. Der Beamte forderte ihn daher auf, dies zu unterlassen. Als Herr Farah diese Aufforderung ignorierte, verwies ihn der Beamte des Bereichs in Richtung der Abfluggates. Herr Farah ignorierte auch diese Aufforderung beständig. Also versuchte der Beamte ihn wie auf dem Video zu sehen durch sanftes Berühren an der Schulter aus dem Kontrollbereich Richtung Abfluggates zu begleiten. Wir weisen den Rassismus-Vorwurf entschieden zurück. Unser Beamter hat angemessen und korrekt seine Aufgabe erfüllt. Ich kann in keiner Weise ein rassistisches Verhalten seitens des hier eingesetzten, auf dem Video zu sehenden Bundespolizisten erkennen.“


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Mohammed Farah und Usain Bolt in Siegerposen (c) Wikipedia

Die Rassismus-Karte zu spielen, ist eine beliebte Option sowohl im Prekariat als auch bei Stars wie Naomi Campbell und UNO-Beauftragten. Lange Fingernägel und Spucken sind temperamentvolle und clevere Argumente, um seinen gefühlten Menschenrechten adäquaten Nachdruck zu verleihen. Erfahrungsgemäß funktionieren sie auch als Eintrittspforte für bevorzugte Behandlungen und Privilegien.

Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski solidarisierte sich im Netz mit Mohammed Farah

„Bro unbelievable!! Sad to see something like that … (Unglaublich, Bruder!! Traurig, so etwas zu sehen)“

In ähnlichem Geiste solidarisiert sich der Spiegel mit Black Lives Matter und den Opfern rassistischer Krankheiten, Pharma-Manager und Ärzte. Eine Schulleitung suspendierte in den USA neulich unbescholtene Schüler, die Opfer schwarzer Mob-Gewalt wurden, weil sie lieber der anti-rassistischen Version des Gewaltmobs Glauben schenken wollte. Zum Glück tauchte dann ein Videobeweis auf.   Aber der Dokumentarfilmer flog aus Youtube und Facebook heraus.  Anti-Rassisten lassen sich ihr Weltbild nicht kaputt machen.

Hypermoralisierende Ledertreter, ausgeflippte Diven und aufbrausende Olympiasieger sind Garant für Turbulenzen im Barometer der Tugendprotze. Zoff steigert die Selbstvermarktung, Auflagen und Quoten.





Ein Gedanke zu „Olympiasieger spielt die Rassismus-Karte“

  1. Abgesehen davon, daß die Rassismus-Karte in unserer Gutmenschengesellschaft allmählich ähnlichen Trumpf-As-Charakter erhält wie die Nazi- bzw. Antisemitismuskeule, sind die „strengen Sicherheitskontrollen“ auf Flughäfen natürlich auch ein Unding: wir verdanken sie unseren amerikanischen Freunden, die seit „9/11“ auf so etwas bestehen, weil sie in jedem Reisenden einen potentiellen Terroristen sehen und meinen, ihr Ministerium für „Homeland Security“ habe weltweite Zuständigkeit. Die Welt ist schließlich ihr „Homeland“! Es gab eine Zeit, da war der Fluggast König, seit 2001 ist er Terrorist. In seiner Nibelungen-Bündnistreue setzt der deutsche und selbst der bayerische Michel die Vorgaben aus Übersee auch noch perfekt um. Ich versuche, Flugreisen seither nach Möglichkeit zu vermeiden.

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