Grüne, Glücksspiel und Glawischnig

Von Alexandra Bader.

Zur politischen Aufregung des Tages wird der Wechsel der ehemaligen grünen Klubobfrau Eva Glawischnig zum Glücksspielkonzern Novomatic. Es klingt zugegeben schräg, dass sie als „Verantwortungsmanagerin“ zuständig ist für „Corporate Responsibilty und Sustainability“. Doch wer so tut, als seien die Grünen bislang grundsatztreu gewesen, führt in die Irre.

Einarmbandit
Glücksspiel einarmiger Bandit (c) Wikipedia

So wird ganz vergessen, dass die angeblich gewaltfreie Partei für jede US-Militärintervention eintreten musste und das Basis vertrieben wurde, wenn sie z.B. hier dagegen war. Vieles ist bei näherer Betrachtung nur Schein gewesen; dazu gehörte auch der Quereinstieg von Glawischnig und anderen (ganz besonders Frauen), die in ihrem Leben nie ehrenamtlich auch nur einen Zettel für die Grünen verteilten. Es jährt sich jetzt übrigens bald, dass Glawischnig demontiert wurde, denn im März begannen die jungen Grünen, sie öffentlich zu attackieren. Diese Auseinandersetzung endete mit dem Abgang junger Funktionäre, dem Glawischnigs Rücktritt folgte, der wiederum fast mit dem Rücktritt von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner zusammenfiel. Wie wir wissen, gab es dann vorverlegte Wahlen und Peter Pilz schaffte es bei der Listenerstellung nicht auf den gewünschten Platz, sodass er gegen die Grünen kandidierte.

Zwar kam die Liste Pilz ins Parlament, während die Grünen an der 4 %-Hürde scheiterten, doch wenige Wochen nach der Wahl trat Pilz wegen Belästigungsvorwürfen zurück. Mit Glawischnig als Glücksspiel-Nachhaltigkeitsbeauftragte beweisen die Grünen entgültig, dass „Stranger than Fiction“ auch für sie gilt. Zwar sind einige Grüne jetzt besonders enttäuscht von ihrer ehemaligen Chefin, weil man ja auch prinzipiell gegen Glücksspiel ist, doch auch bisher war einiges Mogelpackung. Die Grünen riefen eifrig „welcome“ und waren für Gender in allen möglichen sinnvollen, aber auch unsinnigen Kontexten, sodass sie sich als treue Diener der Globalisten um George Soros zeigten. Viele empfanden dazu gerade Pilz als erfrischendes Gegengewicht, weil er ja – behaupten die Medien – ein Aufdecker sei. Dass er aber z.B. beim Eurofighter-Thema Druck auf Ex-Verteidigungsminister Norbert Darabos deckt, will man/frau nicht wahrhaben. Übrigens verwiesen die ach so feministischen „GrünInnen“ bei Militär und Sicherheit immer auf Pilz, weil sie sich damit nicht auseinandersetzen wollen/dürfen.

oe24 wird Glawischnig interviewen (Twitter)

Auf Twitter und Facebook braucht Glawischnig derzeit nicht für Spott zu sorgen, weil sich sehr viele an ihr abarbeiten; doch dies beleuchtet nur ein Detail, das zu einem Gesamtbild gehört. Man wird nicht aus heiterem Himmel „grundsatzuntreu“, sondern zeigt sich so, wie man ist, zumal dies auch von ihr bestätigt wird, weil es ihr auf Einfluss, egal wo ankommt („Ich wollte schon immer bei den ganz Großen sein.„). Eiskalt erwischt es die Kärntner Grünen, die am Sonntag um den Wiedereinzug in den Landtag zittern müssen, doch auch in Wien haben sie – ohne Wahl – zu kämpfen. Man versteht Kommentatoren, die Glawischnigs Schritt als „extrem unverantwortlich“ bezeichnen, und doch ist es nur neuerlich Ausdruck des grünen Niedergangs. Nicht zufällig wurden einige vertrieben, und das waren diejenigen, die am meisten politisch dachten und das aus den Grünen machen wollten, was sie sein sollten. Zum Teil kamen solche Leute dann wieder und arbeiteten an der Basis mit (Mandate sind für sie tabu), stellten aber fest, dass sie Abgeordnete unterstützen müssen, die selbst oft keine Ahnung von Themen haben.

Kein Wunder ist auch, dass Glawischnig jetzt mit Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer verglichen wird, der ebenfalls ein lockeres Verhältnis zu politischen Überzeugungen hat. Auch ihn fand man einmal bei Novomatic, und seine Firma mit seinem Ex-Berater Tal Silberstein Novia Fund Management (die auch mit Glücksspiel zu tun hat) schaffte es in die Paradise Papers. Auf Twitter weist ein User darauf hin, dass auch der Subventionskaiser Robert Menasse sich von Novomatic hat sponsern lassen, und zwar, um ein Europa-Buch zu schreiben. Wer es jetzt nicht bei kurzfristiger Empörung belassen will, sollte sich ansehen, was aus den Grünen in Deutschland und Österreich gemacht wurde und wie dies mit transatlantischem Einfluss (Deep State) zu tun hat. Und wenn der SPÖ-Pseudolinke Andi Babler im März 2016 mit Doppelbezügen in die Enge gedrängt wurde, machte dies die Bahn frei für Christian Kern als Faymann-Nachfolger, was an das Schauspiel um die jungen Grünen ein Jahr danach erinnert. Wie alles verflochten ist, sieht man auch daran, dass Peter Pilz im Sommer 2016 mit einem militärischen Verschlussakt (Eurofighter-Vergleich) die Weichen für den U-Ausschuss 2017 stellte, der Ex-Minister Darabos zu Fall bringen soll.“

Anhang:

Grüne Analogien

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Wasser predigen und Wein trinken

Simone Peter (GRÜNE)

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