Kempen: Hochschulen sollen wieder Hort der Polit-Inkorrektheit werden

Im Welt-Interview beklagt sich der Präsident des Hochschulverbandes über bunten Gesinnungsterror an Schulen. Die Hocschulen seien gerade keine geschützte Komfortzone für die unbequeme Meinungen vertreiben wollen, sondern eine Sphäre der politischen Inkorrektheit, die lediglich durch die (eng auszulegende) Treue zur Verfassung begrenzt werde. Früher seien Universitäten Stätten vehementer und teils heftiger geistiger Auseinandersetzungen gewesen. Heute fühlten sich einige Studenten bereits verletzt, wenn ein Professor andere Thesen vertrete als die ihren. „Wenn wir das akzeptieren, kommen wir bald wie in den USA dahin, dass auch Fakten wie die Erkenntnisse der Evolutionsbiologie verschwiegen werden sollen, weil sie religiöse Gefühle verletzen“, führte Kempen aus. Dabei untertreibt Kempen maaslos. Die hierzulande dominanten Globalhumanitaristen sind viel zerbrechlicher, intoleranter und repressiver als Kreationisten des amerikanischen Bible Belt. Das Thema reicht, um Blogs wie „Kritische Wissenschaft“ täglich mit Material zu füllen, und gerade die Evolutionsbiologie und Evolutionspsychologie sind undurchdringliche Tabuzonen. Im Vergleich zu heutigen dunkeldeutschen Buntblödel-Unis war die DDR in vieler Hinsicht liberaler. Im Bezug auf Tabuthemen wie die Erblichkeit der Intelligenz und genetische Ungleichheit der Menschen und Bevölkerungsgruppen marschieren der Westen Deutschlands und speziell seine Universitätslandschaft an der Spitze der Verdunkelungsbemühungen. Daher tut sich Kempen verständlicherweise schwer, Klartext zu sprechen, zumal die „Eugenik“ sogar von der Europäischen Grundrechtscharta mit Bann belegt worden ist und Karlsruher Rote Roben in die Richtung der naiv-aggressiven Buntblödelei des Homo Decadens Confusus tendieren, die auch an den Universitäten in Form von analen, vaginalen und feminilen Pseudowissenschaften gefördert wird.
Aufforderungen einer Professorin an eine Studentin, das Kopftuch abzulegen, kann Kempen auch nicht unterstützen, da sie sich auf kein Gesetz stützen können. Die bloße Behauptung, das Kopftuch widerspreche der angesagten liberalen Ideologie, reicht eben nicht als Grund für ein Verbot. In der islamkritischen Szene dürften sich bei der Beurteilung dieses Falls die Geister scheiden. Die einen wollen den Islam mit Humanitärfrömmelei bekämpfen, während wir bei allem Verständnis für die Irritationen der Professorin vigilantische Demokratiewächterräte, die nach Gutdünken in der steuerfinanzierten öffentlichen Universität ihre Komfortzonen einrichten, auch dann für den Teufel halten, wenn man ihn mal nutzen kann, um den Beelzebub auszutreiben.

Buch des Pariser Religions- und Rechtshistorikers Prof. Jean-Louis Harouel: Die Menschenrechte gegen das Volk

Die Freiheit wird durch die Freiheit des Anderen begrenzt, und die Regeln für diese Grenzziehung kann nur der Gesetzgeber bestimmen, der sich wiederum durch den Gemeinwillen (Volkswillen) legitimiert. Hier liefert die von Rousseaus „Gesellschaftsvertrag“ inspirierte Menschenrechtserklärung von 1789 (Menschenrechte 1.0) gute Ansätze.  Umgekehrt wäre nichts dagegen zu sagen, wenn private Universitäten ihre eigenen diskriminierenden Hausordnungen etablieren.   Der Antidiskriminierungs- und Volksenteignungsfimmel (Menschenrechte 4.0), der mit dem Vertrag von Amsterdam die EU eroberte, ist hingegen Teil der von Bernhard Kempen beklagten Misere.  Aber ein Hochschulverbandspräsident ist ja an die  Treue zur Verfassung gebunden, und das GG enthält nun mal Klauseln in Art. 1, 2, 23 u.a., die uns der internationalen Fremdbestimmung durch EU und „Menschenrechte“ ausliefern.