Merkel-Jamaika oder frisches Schwarzgelbblau?

Die Groko ist zur Mikriko geworden und nur noch vorläufig geschäftsführend im Amt. Die CSU hat ihre strukturelle Mehrheit verloren, ist um 10% eingebrochen. Der Konservative Aufbruch und sein Bündnis „Werte-Union“ haben ihren Unmut über den Merkel-Kurs artikuliert. Andere kritisieren den Spagat von Horst Seehofer, der die Kritik der CSU-Basis artikulierte und damit die AfD stärkte. Seehofer fühlt sich darin bestärkt, jetzt auf seinen Bayernplan zu pochen:

„Wir müssen das Vakuum auf der rechten Seite der Union jetzt schließen, durch eine Politik, die gewährleistet, dass Deutschland Deutschland und dass Bayern auch Bayern bleibt“. „Wir werden alles tun und keinen falschen Kompromiss eingehen, damit wir diesen Bayernplan bei den Gesprächen in Berlin durchsetzen. Die CSU wird geschlossen, einheitlich und mit klaren Positionen die kommenden Wochen bestreiten.“

Das sind keine guten Ausgangspositionen für Merkel-Jamaika. Aber auch die Merkel-Groko ist diskreditiert und verbaut. Erträglich für die CSU könnte nur blau geduldetes Schwarzgelb sein. Manche erwarten daher einen Rücktritt Merkels. Andernfalls könnte Selbstzerfleischung bis hin zur Palastrevolte drohen. Der schrille Auftritt des gescheiterten Fake-Kandidaten Kapo Schulz in der Elefantenrunde, bei dem er Merkel mehrfach persönlich angriff, eine Jamaika-Koalition der Lähmung ankündigte und zugleich Schwarzrot für abgewählt erklärte und für sich die Rolle des Oppositionsführers reklamierte, ergibt nur Sinn, wenn man unterstellt, dass die SPD Konsequenzen aus der „Rechtsverschiebung“ zieht, mit der der Wähler R2G unmöglich gemacht, die SPD in eine Position der Schwäche gebracht und eine schwarzgelbblaue Koalition (SGB) in Auftrag gegeben hat. Solange die Schwarzgelben nicht über ihren Schatten springen können, müssen sie sich verrenken. Sobald es ihnen gelingt, lauert Schulz, um davon zu profitieren. Als Krächzer gegen Rächz ist er in seinem Element. Deshalb hat er jetzt der AfD mächtige Karten zugespielt und wird sie zugleich weiter dämonisieren, wohingegen die Schwarzgelben daran nur insoweit noch ein Interesse haben können, wie sie auf Gedeih und Verderb an Merkel festhalten wollen.  Aber auch die Lindner-FDP plädierte zuletzt für einen Untersuchungsausschuss über Merkels Grenzöffnung von 2015, die auch der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages für illegal hält.  Dies spräche gegen ein Zusammengehen der FDP mit Merkel.  Österreich, dessen Parteienstruktur der deutschen ähnelt, scheint ebenfalls (wieder) auf eine schwarzblaue Koalition zuzusteuern.   Das Wunschdenken der CSU und FDP, die blaue Position selber abdecken und Konkurrenten wegnazifizieren zu können, wird immer illusorischer.   Die einzige Art, wie die CDU das „Vakuum“ füllen kann, ist die der erfolgreichen österreichischen Schwesterpartei ÖVP.  Ein deutscher Sebastian Kurz muss her.  Die Schwarzen können wachsen, mitunter sogar auf Kosten der Blauen, wie die CSU es wünscht und Kurz es vormacht.  Die Voraussetzung dafür ist aber, dass sie die Blauen entdämonisieren und als Verbündete behandeln. In Bayern, wo in 1 Jahr ein neuer Landtag gewählt wird, gäbe es schon eine schwarzblaue Mehrheit.  Eine schwarzblaugelbe Mehrheit gibt es in allen Flächenländern.  Der Umbruch ist da, er muss nur noch von der CDU/CSU vollzogen werden, und die CSU vollzieht gerade Weichenstellungen in diese Richtung.
Wir diskutieren auch auf VK und FB.




CHRISTLICHES FORUM

Von Felizitas Küble

Der bekannte CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der bereits mehrfach den Linksrutsch in seiner Partei kritisierte, fordert nach dem massiven Stimmenverlust bei der heutigen Bundestagswahl seine Parteiführung zu einer „nüchternen und selbstkritischen Aufarbeitung“ des Wahlergebnisses auf.

Es habe einen „massiven Vertrauensverlust der Menschen in die Politik von CDU und CSU“ gegeben, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“.

Der konservative Christdemokrat macht vor allem dem Präsidium und dem Vorstand der CDU schwere Vorwürfe: „Die gesamte Parteiführung muss vier Jahre lang gespürt haben, dass die CDU mit ihrer Politik weite Teile der Wähler verloren hat.“

Die von Kanzlerin Merkel eisern durchgezogene Aslypolitik habe die Menschen „komplett irritiert“. Der parlamentarische Geschäftsführer der CSU, Max Straubinger, bezeichnet das gute Abschneiden der AfD in ähnlicher Weise als eine „Anti-Asyl-Politik der Bürger“.

Im Dezember letzten Jahres hatte Bosbach eine Neuausrichtung der CDU-Migrationspolitik angemahnt: https://charismatismus.wordpress.com/2016/12/21/cdu-politiker-bosbach-personen-ohne-ausweis-jede-einreise-verweigern/

CSU-Chef: rechter Flügel wurde vernachlässigt

Erwartungsgemäß hat der bayerische Ministerpräsident und…

Ursprünglichen Post anzeigen 198 weitere Wörter

5 Kommentare zu “Merkel-Jamaika oder frisches Schwarzgelbblau?”

  1. Nachdem die Wähler Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gegen AfD und patriotisches Gedankengut geimpft worden sind, medial, klerikal, kulturell und politisch in hoher Potenz, käme eine Rehabilitierung der AfD einem politischen, gesellschaftlichen Selbstmord gleich.

    Solche Gedankenspiele mag sich ein scharfer Denker am Schreibtisch hübsch ausmalen, doch die Verhältnisse, die sind nicht so! Erst wenn die Diskussion aus Talkshows, den Feuilletons und dem Gebrabbel aus Blogs und sozialen Netzen sich auf die Straße verlagert, dann sind Annäherungen der Altparteien in Richtung AfD denkbar und möglich.

    Doch die „Diskussion auf der Straße“ ist ein lautes, raues, schlimmstenfalls blutige Geschäft, was sich niemand wünschen will, doch es kommt, wie es kommt. In Frankreich schon näher als bei uns im Land. Man fühlt es förmlich in Frankreich. Ein übles Gefühl – für mich jedenfalls.
    http://n0by.blogspot.fr/2017/09/soissons-antiterrorplan-verscharfte.html

    Gefällt mir

    1. Straße hilft, aber es kommt eher auf die Medien als auf die Straße an. In Österreich sind die Patrioten an vielen Fronten weiter. Es stimmt aber, dass die Vereinigten Bunten ihre Dämonisierungsgewohnheiten nur langsam aufgeben. In dieser Legislaturperiode wird es vielleicht nichts. Aber die Periode könnte auch schnell enden.

      Gefällt mir

  2. Der Weg einen „deutschen Sebastian Kurz“ einzusetzen, würde den Globalisten geradezu in die Hände spielen. Kurz ist genauso ein Globalisten- und Multikultifan wie Macron. In Deutschland soll für diese Schmierenkomödie schon ein entsprechender Diener ausgewählt worden sein: Jens Spahn. Er würde von der Vita passen. Deutschland wird er noch schneller verzeihen als Merkel.

    Gefällt mir

  3. Eine Koalition der Partei der neuen Mitte, der AFD mit rechtsradikalen Parteien wie der CSU „wunderbarer Neger“ „Herrschaft des Unrechts“ würde das Image der AFD als vernünftige Alternative zum Aufstand der Anständigen weiter beschädigen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s