„Keine Kanzlerin des deutschen Volkes“ — Lehrer benennt den Elefanten im Raum


Am 17.09.2017 im #Fedidwgugl-Haus (fedidwgugl = Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben) schreit ein Lehrer ein paar wichtige Sätze dazwischen. Sozusagen ein „Hau ab!“ oder „Volksverräter!“ in der expliziten Langform, deren Fehlen den „Pöblern“ stets vorgeworfen wird. Durch den Hinweis auf Rechtsbrüche und das Widerstandsrecht (Art 16a, Art 20 GG) rechtfertigt er sein unfreundliches Auftreten. Und am Schluss, nach wenigen Sätzen, kriegt er die Kurve zurück zur Höflichkeit und bedankt sich für die gewährte Meinungsfreiheit.
Wenn Leitmedienjournalisten in Pension gehen, meldet sich vereinzelt politische Urteilskraft zurück. Am gleichen Tag trat bei Maischberger in der Sendung „Die Wahljury: Wer verliert, wer regiert?“ der ehemalige Fernsehmoderator Hans-Hermann Gockel auf. Er formuliert seine Position auch nicht leisetreterisch:

„Diese Nation wird gegen die Wand gefahren. Wir haben eine Erosion der Sicherheit und des Rechts“, warnt der langjährige Nachrichtenmoderator (Sat1, N 24), der die AfD unterstützt. Schuld daran sei vor allem die Flüchtlings- und Eurorettungspolitik der Bundeskanzlerin. „Merkels Ego-Trip ist brandgefährlich. Sie hat das Land emotional vergiftet“, sagt der Journalist. Er wirft allen etablierten Parteien ein „unglaubliches Maß an Arroganz und Selbstgefälligkeit“ vor. Die einzige Partei, die die Ängste der Bevölkerung ernst nehme, sei die AfD. „Sie ist der Anwalt der Bürger“, sagt Hans-Hermann Gockel und hofft, dass „die Etablierten bei der Bundestagswahl ihr blaues Wunder erleben“.

Wie noch nicht pensionierte Beamte das Land an die Wand fahren, zeigt Ex-BAMF-Chef Frank-Jurgen Weise, der jetzt bei De Maizière für Flüchtlingsmanagement zuständig ist. Allein die Kosten für die Asylmigration erreichen auf 10 Jahre hochgerechnet Billionen und erdrücken unsere Volkswirtschaft, aber Weise findet, das Geld sei sowieso da und als christlicher Zehnter zu sehen, und die Diskussion darüber sei inhuman.

„Wenn zum Beispiel jemand kocht, dann ist das eine ganz normale Arbeit, die ins Bruttoinlandsprodukt geht. Wofür er kocht, ist letztlich egal.“ „Und das andere ist eben unser christlicher Zehnt, den wir als Bundesrepublik zahlen, für unseren humanitären Auftrag gegenüber Flüchtlingen.“ Kritik daran sei „Kleingeisterei“. Wer nach Deutschland komme und Schutz bekomme und sich an die Regeln halte, der sei willkommen. Wer sich dagegen kriminell werde, der habe in Deutschland nichts zu suchen. Nur darauf komme es an. Deshalb sollten auch die Familien nachgeholt werden: „Es gibt gute Argumente dafür, daß die Menschen, wenn sie ihre Familien hier haben, besser zu integrieren sind und sich ruhiger und sicherer fühlen.“

Über den grassierenden Infantilismus und die Lernmuffeligkeit der unpolitischen PolitikdarstellerInnen haben wir viel geschrieben. Es gibt auch ein passendes Buch dazu.
Dirk Müller erklärt die unerwartete Zuspitzung des schwelenden Konfliktes zwischen Burmesen und rebellischen Muslimen bengalischer Herkunft (Rohingya) mit geostrategischem Wettbewerb zwischen China und USA. Überschätzt er nicht vielleicht die Rationalität unserer Politik? Könnte es nicht sein, dass auch hier die Politiker die Getriebenen von MenschenrechtlerInnen sind? Man kann aber beide Positionen vereinigen, indem man fragt, welche Geheimdienste mit welchem Zweck gerade was für Medienbilder lancieren. Grundlegende Informationen zum Konflikt hat Tomas Spahn zusammengetragen. Auch er sieht eher den Infantilismus als bewegende Kraft.

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