erdoğan schiebt trojanisches pferd nach westeuropa

Erdoğan: Europa wird bald türkisch sein

Die Kronenzeitung berichtet:

„Das Make- up im Gesicht Europas zerfließt“, sagte Erdogan am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Schwarzmeerstadt Giresun. „Das darunterliegende faschistische, rassistische, fremdenfeindliche, islamfeindliche Gesicht hat angefangen, sich zu zeigen. Sie haben nun angefangen zu zeigen, dass sie islamfeindlich sind. Sie können Muslime nicht ertragen.“

Europa ist aus Sicht Erdogans allerdings trotz dieser von ihm unterstellten Haltung auf die in Europa lebenden Türken angewiesen. „Was sie auch tun, es ist vergeblich. Die Zukunft Europas werden unsere fünf Millionen Brüder formen, die sich aus der Türkei dort angesiedelt haben“, sagte der Staatschef. „Für Europa, dessen Bevölkerung altert, dessen Wirtschaft erlahmt und dessen Kraft versiegt, gibt es keinen anderen Ausweg.“

hohe pforte
Hohe Pforte

Damit sagt Erdoğan wie schon zuvor im wesentlichen die Wahrheit.
Der Traum vom „Haus des Zeugnisses“ (Dar al Schahada), das sich friedlich islamisieren lässt und dafür von Gotteskriegern verschont wird, ist geplatzt.
Es wird zu hässlichen Anschlägen kommen, vor denen uns dann weder die Vordenker der Muslimbrüder wie Tarik Ramadan und Yusuf Al-Qaradawi noch der Sultan der Hohen Pforte beschützen könnten, selbst wenn sie es weiterhin wollten.

Dabei haben die Europäer, die jetzt gegen Erdoğan aufbegehren, ihren Feind schlecht gewählt. Sie kommen ein paar Jahrzehnte zu spät. Sie werden allenfalls ein wenig kläffen, aber sie werden nicht massenweise Türken deportieren. Im Gegenteil, sie brauchen die Türken noch als Mittler zu den Syrern und anderen ehemaligen Untertanen der Hohen Pforte. Den Rest werden die unterschiedlichen Geburtenraten und das Europäische Asylrecht besorgen. Der Tag, an dem in Europa muslimische Mehrheiten (wahrscheinlich unter türkischer Führung) ihren Willen durchsetzen, kommt in diesem Jahrhundert, vielleicht sogar vor dessen Mitte. Im Vergleich zu dem Jahrtausend, das die Hohe Pforte brauchte, um wenigstens einen Teil Europas zu erobern, ist das durchaus „sehr bald“.

Ein Leser von Krone Online schreibt:

Hallo zusammen. Erdogan ist irre, aber leider hat er recht! Schaut euch um. Und man kann es nicht mehr umkehren. 4 bis 5 Kinder im Schnitt und wir 1 bis 2. Die Zahl wird explodieren, und was sollen wir tun? Eine Geburtensperre… Leider es ist zu spät, in 2 Generationen oder spätestens in 40 Jahren sind wir die Minderheit. Schaut Euch die Schulen an, dort sind bereits jetzt 50 Prozent Nichtösterreicher. Bedankt Euch bei der Regierung die letzten 20 Jahre. Wien und Graz sind schon verloren.

Natürlich gefällt der Kronenzeitung diese Wahrheit nicht. Sie möchte Erdoğan das Maul stopfen und ärgert sich, dass das nicht klappt, weil wir auf Erdoğan als einen der wenigen Partner angewiesen sind, die bereit sind, uns vor dem Europäischen Asylrecht zu schützen.

In der Druckausgabe lesen wir den Schlusskommentar:

Es ist eigentlich empörend, was sich Europa alles gefallen lassen muss, weil es so tief gesunken ist.
k.s.

Hier ermpört sich offenbar Kurt Seinitz darüber, dass sich Europa von Erdoğan die Wahrheit sagen lassen muss.
Viel lieber hätte er es, wenn der Merkel-Erdoğan-Pakt nicht zustande gekommen wäre und Europa stattdessen weiterhin alle „Flüchtlinge“ in Grenzländern wie Griechenland aufnehmen und von dort aus umverteilen würde.
Denn eine grundlegende Einschränkung des Europäischen Asylrechts und Nichtzurückweisungsprinzips ist ja nach wie vor undenkbar.

merkel schmatz sultan schlüssel flüchtlingsroute
Europäische Menschenrechte geben dem Sultan Macht über Europa

Kurt Seinitz jubelt in der Kolumne „Thema des Tages“ darüber, dass auch Ungarn und Russland jetzt sich auf den glorreichen Westeuropäischen Weg begeben. Die dortige junge Generation habe endlich begonnen, die überlegenen Werte von 1968 zu entdecken und durchzusetzen:

Machtvolle Demonstrationen in Moskau und in Budapest.
In beiden Ländern ist es die neue Generation, die auf die Straße geht. […]
Es „riecht“ nach „1968“, als damals in Westeuropa .. die junge Generation dem Nachkriegs-Biedermeier der Eltern den Garaus machte.
Die autoritären Retro-Regime Putins und Orbáns ruhten auf einem inoffiziellen Gesellschaftsvertrag mit der Elterngeneration: […]
Die heutige Jugend kann man nicht mehr mit engstirnigem Patriotismus einlullen. Die gesellschaftliche Grundströmung hat sich geändert. Es gelten andere Werte.
[…]
Das war der Zündfunke: Junge Menschen folgen einem deutlicheren Gerechtigkeitsempfinden als ihre Eltern und Großeltern, die schon alles erlebt haben.
Es bröselt im Gemäuer, aber die alten Kräfte sitzen noch fest im Sattel.
Dennoch lässt sich die Zeitenwende nicht aufhalten. […]
Es zeigt sich einmal mehr, dass autoritäre Systeme nur eine Schein-Stabilität vermitteln […]

Seinitz spricht dabei auf unstatthafte Bereicherung der Führungsschichten um Putin und Orbán an, an der ältere Generationen sich weniger stören, weil sie mehr gesehen haben und wissen, dass die Kleptokratie sich auch in westlichen Staaten stets auf die ein oder andere Weise durchfrisst und somit für sich genommen nicht das größte Problem ist. 

Aber auch die Krone steht auf der Seite des selbstgefälligen Gerechtigkeitsempfindens der Halbstarken und mit ihm des normativen Individualismus, für den jeder Gesellschaftsvertrag und jeder Appell an gemeinsame Interessen der Kinder und Enkel eine autoritäre Zumutung ist.
Die Krone gilt als rechtspopulistisches Boulevardblatt, wie wir es in Deutschland schon nicht mehr kennen.


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2 Kommentare zu “Erdoğan: Europa wird bald türkisch sein”

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