Zuerst bombardieren. Fragen tabuisieren. Assads Sturz ist Programm

Es geht nicht um Gerechtigkeit oder um die vielstrapazierte Humanität. Die ist nur vorgeschoben, wie immer. Es geht um knallharte Machtinteressen. Die dazu notwendige Dämonisierung des syrischen Präsidenten Assad nimmt vulgäre Ausmaße an. Westliche Politiker tagten in Lucca (Toscana) und einigten sich auf Präsident Assad als Sündenbock. Nach Saddam Hussein, Slobodan Milosevic und Gaddafi trifft der Bannstrahl nun den syrischen Präsidenten. Im Irak, Libyen und Afghanistan herrschen nach der „humanitären“ Intervention des Westens Chaos, Anarchie und Morden ohne Ende. Jugoslawien ist zerschlagen.

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Assads angeblicher Giftgasangriff auf „beautiful babies“ am 4.4.2017 erinnert an die Brutkastenlüge. US-Präsident Trump reagiert völlig irrational und bombardiert, ehe die Hintergründe der Tragödie geklärt sind.

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Martialische Kriegspropaganda und Dämonisierung „Giftgas-Assad“ durch BILD und Chefredakteur Julian Reichelt. Mediale Hinrichtung. Foto by n0by

Trotz massiver Medienkampagnen nagen Zweifel an Assads angeblicher Alleinschuld. Merkel, Gabriel und von der Leyen halten den völkerrechtswidrigen Angriff auf den souveränen Staat Syrien für „nachvollziehbar“.

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Präsident Assad mit seiner Frau. Der Regimesturz durch den humanitärbigotten Westen scheint beschlossene Sache. Wie zuvor schon bei Saddam Hussein, Slobodan Milosevic oder bei Gaddafi.

Nach eine Myriade von Schuldzuweisungen nimmt der Beschuldigte Assad am 13. April in einem Interview zum Giftgasangriff erstmals persönlich Stellung:

„Assad nennt Chemiewaffenangriff zu 100 Prozent konstruiert
Damaskus: Der Giftgasvorfall in Syrien mit mehr als 80 Toten ist nach den Worten von Präsident Assad zu hundert Prozent konstruiert. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP erklärte Assad, die syrische Armee verfüge über keine Chemiewaffen mehr. Dem Westen und speziell den USA warf er vor, den angeblichen Chemiewaffenangriff als Vorwand für einen Luftschlag gegen die syrischen Streitkräfte genutzt zu haben. An die Adresse Washingtons sagte Assad weiter, die US-Regierung sei nicht ernsthaft an einer politischen Lösung interessiert. Sie wolle lediglich den politischen Prozess nutzen, um die, so wörtlich: „Terroristen“ zu schützen. Assad bezog sich damit auf die Rebellen in Syrien. Einer Untersuchung der Vorfälle in Chan Scheichun will Assad nach eigenen Worten nur zustimmen, wenn sie unabhängig sei und nicht für politische Zwecke genutzt werde.“  (BR)

Beim ersten Besuch von US-Aussenminister Rex Tillerson beim russischen Amtskollegen Lawrow einigten sich die Vertreter der USA und Rußlands eine Untersuchungskommission zum Giftgasangriff einzurichten.

Anhang

  • Der russisch-amerikanische Militäranalyst T. Saker erklärt umfassend, wie das Szenario sich aus russischer Sicht darstellt. Amerika ist zu seinem üblichen Muster des unzurechnungsfähigen humanitärfrömmlerischen Rambos zurückgekehrt. Im Gegensatz zu seriösen Staaten wie China und Iran besteht der Westen aus Akteuren, denen der Status eines möglichen Verabredungspartners fehlt, weil sie sich nicht nach Regeln verhalten. Dass der Chemie-Angriff von Assad stammen könnte ist aus mehreren Gründen auszuschließen. Zu offensichtlich ist, dass ein Vorwand für einen völkerrechtswidrigen Krieg gesucht wird. Wir sind dem III. Weltkrieg nahe, da Russland hier kaum zurückweichen kann. Saker berichtet dort auch von der netten Geste des Vertreters Boliviens im UN-Sicherheitsrat.
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  • Der französische Orient-Experte Alexandre Del Valle erklärt sehr gut, mit welcher geostrategischen Situation wir es zu tun haben. Die ehemalige abendländische Zivilisation steht, von Russland gefüHrt, gegen die sunnitisch-westliche Globalisten-Allianz. Die EU bewegt sich auf dem Kriegspfad gegen Europa. Del Valle erklärte dies erst vor wenigen Tagen auch im Pariser Abgeordnetenhaus.
  • Über die gruselige Medienkampagne, George W. Trump und mehr schreibt Christian Weilmeier, der auch bemerkt, wie Trump an vielen Fronten gleichzeitig Kehrtwenden macht.
  • Alexandra Bader fragt sich, ob Donald Trump wirklich vor den Kriegstreibern kapituliert hat. Auch bei denen, die Trump unterstützten, stirbt die Hoffnung zuletzt.
  • Jörg Schönenborn fordert Ermordung Assads. Willy Wimmer kommentiert Trumps Angriff. Applaus für Trump bei Tichy.
  • Auch am Karfreitag bombardiert Trump. Mit der bisher stärksten nicht-nuklearen Bombe in Afghanistan:                                                                                             „US-Bombenangriff in Afghanistan gilt offenbar auch als Warnung an Nordkorea
    Washington: Die US-Streitkräfte haben in Afghanistan den bisher größten nicht-nuklearen Sprengsatz gezündet. Der Einsatz der sogenannten „Mutter aller Bomben“ richtete sich gegen ein Tunnelsystem der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Nach Angaben der afghanischen Behörden wurden dabei mindestens 36 IS-Kämpfer getötet. Weiter hieß es, Zivilisten seien nicht unter den Opfern, außerdem sei der Abwurf der Bombe mit der Regierung in Kabul abgesprochen gewesen. Presseberichten zufolge verbinden die Vereinigten Staaten den Luftschlag am Hindukusch auch mit der einer militärischen Drohung gegen Nordkorea, falls das Regime dort seine Atomtests nicht beendet.
    “ (BR)
  • Donald Trump lässt Assoziationen aufkommen an US-General Curtis LeMay, der nach dem Zweiten Weltkrieg die Sowjetunion oder Nordkorea atomar auslöschen wollte. Über LeMay, Spitzname „Iron Ass“ liest man in Wikipedia: „LeMay war ein ausdrücklicher Kriegsbefürworter und glühender Antikommunist. So hatte er zum Beispiel in seinem ersten strategischen Kriegsplan gegen die Sowjetunion von 1949 vorgeschlagen, in einem einzigen massiven nuklearen Erstschlag die Sowjetunion anzugreifen. Dabei sollten sämtliche damals vorhandenen US-Atombomben (133 Stück) innerhalb von 30 Tagen auf insgesamt 70 sowjetische Städte abgeworfen werden. Die Sowjets besaßen zum damaligen Zeitpunkt noch kein nukleares Arsenal.“
  • Charles Lindbergh setzte sich 1941 gegen einen Kriegseintritt der USA ein. Aus verschiedener Perspektive ein interessantes Beispiel.

Bayern ist frei. Bunte Kartelle passen nicht zu uns. Wir diskutieren auch auf FB, VK, G+ und GG. Wir fördern die Volksbildung im Sinne einer Befähigung des Souveräns zur Artikulation seiner Interessen.Helfen Sie uns dabei!




2 Kommentare zu „Zuerst bombardieren. Fragen tabuisieren. Assads Sturz ist Programm“

  1. Guter Beitrag, n0by. Auch manche You-tube Kommentare. Logisches Denken hilft.

    R. Farrenpointvor 6 Tagen
    Nach Jahren des Krieges ist sicherlich auch Assad ziemlich verroht, vollkommen bescheuert ist er aber mit Sicherheit nicht.
    Warum zum Teufel hätte er diesen Gasangriff, wenn er denn wirklich so stattgefunden hat, befehlen sollen, wenn er den Aufständischen auch mit konventionellen Waffen haushoch überlegen ist und fester im Sattel sitzt als jemals zuvor ?
    Er weiß doch ganz genau, dass er sich mit derartigen Aktionen die gesamte „freie“ Welt zum Feind macht und militärische Interventionen riskiert.
    Warum also sollte er ein derartige Risiko eingehen, gerade jetzt, wo er ohnehin jeden Tag mehr und mehr Kontrolle zurückerlangt ??
    Jeder halbwegs intelligente Mensch muss doch einsehen, dass dies nicht den geringsten Sinn macht.

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