Pyrrhus-Sieg für BILD-Chef Julian Reichelt. Plasberg taumelt.

„Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache – auch nicht mit einer guten Sache; dass er überall dabei ist, aber nirgendwo dazu gehört.“  Seit Februar 2017 regiert Julian Reichelt (*15.6.1980 Hamburg) im Chefsessel der BILD-Zeitung, ein von sich selbst offenbar maßlos überzeugter junger Mann, der weise Empfehlungen wie oben zitierte von Hanns Joachim Friedrichs (1927-1995) links liegen lässt.

„Hart aber fair“ am Montagabend zeigt Straßenfeger-Qualitäten. Moderator Frank Plasberg hat in die Runde am 10. April 2017 den frischgebackenen BILD-Chef Julian Reichelt (36), Ulrich Scholz (Oberstleutnant a.D. und NATO-Pilot), Fritz Pleitgen (Ex-WDR-Intendant), Kristin Helberg (Journalistin und Syrien-Expertin), Jürgen Hardt (CDU, Koordinator für Trandatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt) und Katharina Ebel (Syrien-Koordinatorin von SOS-Kinderdörfer) eingeladen.

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Hart aber fair (10.4.2017). Foto: pi-news v.l.n.r.: Ulrich Scholz, Fritz Pleitgen(verdeckt), Jürgen Hardt, Kristin Helberg, Julian Reichelt, Frank Plasberg

Das Thema: „Giftgas gegen syrische Kinder – werden wir schuldig durch Wegschauen?“

Ein unglücklicher Titel. Der Titel konstruiert und instrumentalisiert ein schlechtes Gewissen beim Zuschauer. Ein zugleich raffinierter Titel. Drei Worte genügen: 1) Wir 2)schuldig 3) Wegschauen. Damit steht der erste Sündenbock fest.

Zweiter Sündenbock: es fällt auf, daß alle Formulierungen hinreichend geschickt suggerieren, daß ein angeblich unmenschlicher syrischer Präsident Assad Genozid am eigenen Volk verübt.

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Präsident Assad mit seiner Frau. Der Regimesturz durch den humanitärbigotten Westen scheint beschlossene Sache. Wie zuvor schon bei Saddam Hussein, Slobodan Milosevic oder bei Gaddafi. Foto: Quelle Facebook

Ein klassischer Fehlstart. Die Diskussion beginnt mit Prämissen, in der nicht Argumente, sondern Mutmaßungen dominieren.

Fritz Pleitgen lancierte einen durchaus selbstkritischen Denkanstoß:

“ Rußland ist für uns immer an allem schuld. Aber was macht Deutschland? Präsentiert sich gerne als Friedensnation und ist gleichzeitig führende Nation im Export von Kriegswaffen. Das ist schäbig.“

Oberstleutnant Ulrich Scholz, kein zackiger Militär, sondern eher ein Mann der leisen Töne, Knigge und Manieren, distanziert sich vom martialischen Vorgehen von US-Präsident Trump gegen Assad. Unbewiesene Vorwürfe rechtfertigten kein militärisches Vorgehen.

https://www.facebook.com/hartaberfairARD/?fref=ts

Eine fade Figur machte Jürgen Hardt (CDU). Der Koordinator für Transatlantische Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt langweilte mit Allgemeinplätzen und Worthülsen. Ein typischer Diener seines Herrn und strammer Parteisoldat. Hardt verstieg sich sogar zum faux pas, der westlichen Doktrin nicht hörige Steuerzahler und Untertanen als einfältigen „deutschen Michel“ zu verunglimpfen.

Verplemperte Zeit waren auch die Diskussionsbeiträge der in etlichen Sendungen als „Syrien-Expertin“ hochgejazzten Kristin Helberg. Sie war Syrien-Korrespondentin von 2001-2008. Seit Jahren kann Helberg nicht mehr legal nach Syrien einreisen. In einer Anfrage zu Helberg im Zusammenhang mit Öffentlich-rechtlichem Gesinnungsjournalismus ist zu lesen:

Frau Helberg bezog zunehmend Position auf Seiten der „Revolution“ und wandelte sich von einer Journalistin zur Aktivistin. Sie tat damit genau das, was man laut Alpha-Journalist Hajo Friedrichs unterlassen sollte: Sie machte sich gemein mit einer Sache und verlor so ihre Objektivität und ihre Neutralität. Frau Helberg ist u. a. Unterstützerin der gewaltaffinen Regime-Change-Initiative „Adopt a Revolution“, die vom Ausland aus den bewaffneten Kampf gegen die syrische Regierung unterstützt und den Sturz des syrischen Präsidenten Assad fordert.

Helberg wird trotz ihrer langjährigen Abwesenheit von Syrien und ihrer Parteilichkeit für ausschließlich oppositionelle Gruppierungen als Expertin geführt, die das Land so gut kenne „wie kaum ein anderer Journalist“ und wird somit für das Publikum unberechtigterweise zu einer Vertrauensperson in strategischen Nahostfragen verklärt.

Auf der Facebook-Seite von „Hart aber fair“ kontert eine Kommentatorin mit Insider-Informationen:

Elena Melina: “ Schämen Sie sich Frau Helberg. Ich habe mit Menschen aus Syrien gesprochen und glauben Sie mir, Sie wollen einfach nur Frieden. Ob Assad an der Macht ist oder nicht, ist den Menschen egal. Das hat auch Frau Ebel (direkt aus Syrien angeflogen) in der Sendung gesagt! Wurde überhört. Wenn Sie hier in der Sendung gegen Assad plädieren, dann argumentieren Sie bitte NICHT mit dem Humanismus! Sagen Sie einfach offen, warum Sie Aggression wollen. Bspw. mutmaßlich, weil Sie die Interessen der kriegsgeiler Politiker vertreten, denen Menschen komplett egal sind. Hören Sie bitte auf, diese unschuldigen Opfer, für Ihre politischen Interessen zu instrumentalisieren.

Insofern ist es ratsam, alle statements von Helberg in Kenntnis der Hintergründe mit Vorsicht zu genießen.

Einprägsamste Figur des Abends war ohne jeden Zweifel der neue BILD-Chef Julian Reichelt. Er fiel dem sehr distinguiert und dezent auftretenden Oberstleutnant Ulrich Scholz notorisch, despektierlich und persönlich beleidigend ins Wort. Reichelt fuhr nicht nur den Diskussionsteilnehmern ungebeten und übergriffig über den Mund. Zeitweise schien er sogar Moderator Frank Plasberg das Zepter zu entreissen, und die Sendung drohte aus dem Ruder zu laufen. Es lag an der Noblesse des Oberstleutnants, daß er sich angesichts der Unverfrorenheiten von Julian Reichelt nicht spontan erhoben und die Sendung verlassen hat. Im umgekehrten Fall wäre es unschwer vorstellbar, daß Reichelt hitzköpfig genug gewesen wäre, die Sendung stante pede zu verlassen, um für einen quotenwirksamen Eklat zu sorgen.

Die Person Julian Reichelt ist sehr interessant. Konsultiert man Wikipedia, dann findet man unter dem Stichwort „Rüpel“ eine sehr präzise Beschreibung des BILD-Chefs:

Ein Rüpel ist ein ungehobelter, respektloser, unhöflicher und aggressiver Mensch mit schlechten, schroffen und teils provozierenden Umgangsformen. Das Wort wird abwertend und praktisch ausschließlich in Bezug auf Männer verwendet. Rüpel ist in etwa gleichbedeutend mit dem Begriff Flegel, ersteres allerdings mit noch stärkerer Betonung auf der Aggressivität.

Auch in „Hart aber fair“ hat sich der verhaltensauffällige Journalist – de facto Aktivist – gründlich selbst demaskiert. In Wikipedia heißt es u.a. über Reichelt:

Reichelt wird wiederholt öffentlich kritisiert, er gilt aber auch selbst als „außergewöhnlich streitlustig“. So lieferte er sich 2015 ein öffentliches Streitgespräch mit dem als „Snowden-Enthüller“ bekannt gewordenen Journalisten Glenn Greenwald, infolgedessen Greenwald Reichelt unterstellte, etwas stimme nicht mit ihm („There’s something wrong with you.“) und Reichelt Greenwald als „pöbelnden Ideologen“ bezeichnete

Ohne Manieren, aufbrausend, hitzköpfig, fanatisch.

Um besser zu verstehen wie der BILD-Chef tickt, sei auf seine Kommentare in BILD verwiesen. Anno 2010 hatte Reichelt den Iran auf dem Kieker:

„Frieden schaffen mit Atomwaffen! Lieber 8000 amerikanische Bomben als eine einzige iranische!“ (Zitat Julian Reichelt)

Radikal, fundamental, extrem. Zitate eines Hass-Predigers. Zynischer Gesinnungsjournalismus und reinrassige Kriegspropaganda.

Die NachDenkSeiten schreiben über Reichelts Auftritt bei „Hart aber fair“:

Aber um was geht es Reichelt? Um die Wahrheit geht es ihm natürlich nicht. Und um journalistische Arbeit auch nicht. Dafür interessiert sich Julian Reichelt offenbar noch nicht einmal. Mit Journalismus hat sein Schaffen nämlich nicht einmal im Ansatz zu tun. Reichelt ist Agitator und Propagandist. Die wohl beste Charakterisierung seiner selbst lieferte er während der Plasberg-Sendung selbst ab:

„Im freundlichsten Fall kann man das Verschwörungstheorie nennen. Das würde voraussetzen, dass sie selber an den Schwachsinn glauben. Wenn sie selbst nicht daran glauben und das bewusst und willentlich verbreiten, nennt man das Propaganda.“ (Zitat Julian Reichelt)

Kurz zuvor hatte ihn der ehemalige NATO-Stabsoffizier Ulrich Scholz, der gestern im Zentrum des reicheltschen Bannstrahls stand, durch kritische Gegenpositionen kräftig aus dem Konzept gebracht. Reichelt wäre jedoch nicht Reichelt, wenn er Gegenpositionen gelten lassen würde. Nein, bereits die kleinste Kritik an seinen eigenen „Wahrheiten“ treibt dem Chef der Chefs derart Schaum vor den Mund, dass er vollends die Selbstbeherrschung verliert.

NATO-Pilot Ulrich Scholz war gerade dabei, die russische Gegendarstellung zu erläutern, daß es sich beim angeblichen Giftgasangriff von Assads Luftwaffe um eine Treffer auf ein Giftgaslager der Rebellen handelte. Reichelt tobt, wirft dem Sympathien des Publikums genießenden Offizier Infamie vor und versteigt sich in erzieherische Allüren:

„Dafür sollten Sie sich schämen!“  (Zitat Julian Reichelt)

Reichelt beleidigt durch persönliche Angriffe. Geriert sich als Rambo in der Runde.

John_Rambo

Plasbergs Versuche, Reichelt zu mäßigen, wirkten bisweilen hilflos. Der BILD-Chef riß die Luft- und Deutungshoheit in der Runde an sich, und ließ andere nicht ausreden. Streckenweise wähnte sich das Publikum im Berufsschulunterricht mit schwer erziehbaren Jugendlichen, wo ein Halbstarker dem Lehrer das Leben schwer macht. Reichelt ließ nicht nur jegliche gute Kinderstube vermissen, sondern strapazierte Geduld und Kapazität des Moderators auf das Äusserste. Nur der Schlußgong rettete Frank Plasberg über die Runden.

Die „Huffington Post“ titelt:

„Hart aber fair“: „Bild“-Chef geht im Syrien-Talk auf Ex-Nato-Mann los – bis Plasberg dazwischen geht.“

und fährt fort

„Im Studio setzt Reichelt allerdings mehr auf ein moralisches Flächenbombardement als auf einen Präzisionsschlag. Im besten Fall seien Scholz‘ Behauptungen Verschwörungstheorie, im schlimmsten Fall Propaganda, ruft er. „Entweder ist es uninformiert und dumm, oder es ist gelogen.“

Auf „Journalistenwatch“ kommt Julian Reichelt in der Einschätzung von Peter Bartels nicht gut weg:

„NATÜRLICH weiß der BILD-Bengel auch, dass sowohl die Russen als auch die Syrer gestern vehement bestritten, für den neuen Gasmord verantwortlich zu sein. Und in einem letzten Rest journalistischer RÜCKVERSICHERUNG dürfen Reichelts Redakteure immerhin schreiben:“ KAUM ZWEIFEL BESTEHT nach internationaler EINSCHÄTZUNG, dass der Chemiewaffenangriff durch die syrische Luftwaffe erfolgt ist.“ Und zitieren als BEWEIS sogar einen „Aktivisten“ namens Mohammad Katabb (34), der dann tatsächlich „beweist“: „Um 6.55 Uhr hörte ich einen Kampfjet, das Donnern war im ganzen Stadtteil zu hören. Die Armee flog vier Angriffe auf unsere Stadt.“ Und dann „beweist“ BILD endlich:“ES WÄRE NICHT DAS ERSTE MAL …“

um Julian Reichelts bizarre Gedankenwelt dann – nicht zu Unrecht – in die Nähe von Amok zu rücken:

„Amok … ist eine psychische Störung … Es gilt heute als empirisch gesichert, dass eine Vielzahl der Taten nicht impulsiv stattfindet, sondern …detailliert geplant wurde.“ So beschreibt es Wikipedia, bekanntlich fern jeder Art von Populismus. Julian Reichelt, Springers syrischer Embedded-Kampftee-Trinker ist wieder mal Amok gelaufen. In BILD. Er hat eine ganze „Wandzeitung“ dazu gebraucht. 54 (!) Zeilen lang, 7 Absätze. Eng gequetscht. Um DEN DEUTSCHEN zu sagen: In Syrien wiederholt sich der Holocaust. Da werden Kinder vergast. Der Mann an der Gaskammer: Ein „Schlächter namens Assad“

In der FAZ vom 11.4.2017 ging Frank Lübberding mit dem BILD-Chef ins Gericht:

„Reichelt leidet wohl weniger am Schicksal syrischer Kinder, sondern an dem seiner Zeitung. Die „Bild“ musste unter ihrem langjährigen Chefredakteur Kai Diekmann zuletzt einen rapiden politischen Bedeutungsverlust verkraften. Reichelt soll das offensichtlich wieder ändern. Mit dem Mittel der Zuspitzung und dem Ziel der politischen Provokation. Er bringt dafür alles mit, was die „Bild“ jetzt scheinbar braucht: Die Selbstgefälligkeit des Ignoranten und die Kaltschnäuzigkeit des Demagogen… (Zitatende)

Der obszöne Auftritt des BILD-Chefs schlug auch in den sozialen Medien hohe Wellen. Exemplarisch einige Stimmen von der Facebook-Seite von „Hart aber fair“

Christina Langerey Beschämend war auch der Umgang von Plasberg mit ihm. Er hatte ihn als verantwortlicher Moderator nicht im Griff und ließ Herr Scholz weder aussprechen noch oft zu Wort kommen. Stattdessen gewährte er einem Julian Reichelt das Eingreifen in die Ausführungen von Herrn Scholz und ließ ihn aufs gröbste persönlich und diffamierend werden. Ein guter Moderator hätte dazu etwas gesagt (und es hätte vor allem bei Herrn Reichelt genug Möglichkeiten dazu gegeben), Plasberg wollte das scheinbar nicht – für mich ein Zeichen in Sachen Inkompetenz. Genug Ansätze hätte es gegeben, ob ein Verweis auf die vielen Falschmeldungen in der Zeitung für die Herr Reichelt verantwortlich ist oder eine einfache Frage an ihn, warum er Herrn Scholz CIA-Quellen für Propaganda hält, aber denkt seine CIA-Quellen wären vertrauenswürdig.

Zu Julian Reichelt selbst braucht man nicht viel sagen. Er hat schon mehrere Rügen von offizieller Stelle für seine Verständnis von Journalismus und Kriegstreiberei (siehe 2016) bekommen. So respektlos und einseitig, subjektiv und gefährlich er berichtet, so geht er aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Wahrheit und mit Menschen um. Man merkte deutlich, dass er andere Fakten (und Herr Scholz als langjähriger Pilot weiss sehr wohl das er gemacht hat und wie die internen NATO-Strukturen funktionieren) weder wahrhaben möchte, und sich erst gar nicht damit auseinandersetzen möchte. Wenn Journalismus heute so funktioniert, dass man sich nicht von seiner Meinung durch Fakten abwendet, dann ist dieser Beruf völlig verfehlt oder überflüssig.
Ich weiß nicht was ihm seine Journalisteneltern von Axel Springer beigebracht haben, vermutlich waren sie in ihrem Beruf genauso schlecht wie er und haben das auch noch weitergegeben.

Die eingangs gestellte Frage wer für den Giftgasangriff am 5. April verantwortlich war (siehe auch Post bei Facebook kurz zuvor) wurde übrigens NICHT beantwortet. Für alle Beteiligten war klar – auch für Herrn Plasberg – dass es sich nur um Assad handeln kann. Keine objektive faktenbasierte Auseinandersetzung mit den Fakten, geschweige denn mit dem Völkerrecht – das war hart anzuschauen, aber weit entfernt von fair.“

oder:

Heinz Peter Müller „Lieber“ Julian, meiner Meinung sind Sie Realsatire, denn ich kann das was Sie von sich geben nicht wirklich ernst nehmen. Leider ist das was Sie von sich geben und die Standpunkte die Sie vertreten nicht wirklich unterhaltsam, geschweige denn lustig, sondern eher noch Öl ins Feuer gießend. Was Sie tun, ist Kriegstreiberei und das leider offensichtlich in vollem Bewusstsein. Sie sind so US-hörig, dass einem das Mittagessen hochkommt. Ich hoffe Sie wissen, wer den Nahen und Mittleren Osten destabilisiert hat, wer Geschäfte mit Saudi Arabien tätigt, welche den Jemen bombardieren, wer Regime Changes durchführt usw. usf. Aber ich glaube, dass interessiert Sie sowieso nicht. Um die Wahrheit geht es der Springer Hetzpresse ja auch gar nicht, sondern um Feindbilder und Deutungshoheit. Selig sind die geistig Armen. Sie dürfen sich angesprochen fühlen.“

Auch Sven Harmgart meldet sich auf der Facebook-Seite von „Hart aber fair“ zu Wort:

„Ich habe den Eindruck, dass nach dem völkerrechtswidrigen Angriff seitens der USA auf einen syrischen Militärflugplatz plötzlich die Kriegstreiber der Nordatlantik-Connection wieder Oberwasser sehen.
Es scheint eine Strategie dahinterzustecken, wenn zeitgleich mit diesem Militärschlag der deutsche Außenminister und am Sonntagabend bei »Anne Will« Frau von der Leyen, Herr Wolfssohn und Herr Kornblum davon reden, man müsse Putin davon »überzeugen«, seine Allianz mit Assad aufzugeben.
Dieses »Überzeugen« bedeutet wohl im Klartext: Man will mit begrenzten Militärschlägen gegen das syrische Militär, bei denen dann auch „versehentlich“ russische Kräfte getroffen werden könnten, Putin zur Aufgabe seiner militärischen Unterstützung von Assad zwingen, wohlwissend, dass Putin keinen direkten Gegenschlag gegen die US-Amerikaner führen wird. Denn dies könnte zum dritten Weltkrieg führen.

Putin hatte den Westen mit seinem direkten Eingreifen in Syrien überrascht und die strategische Lage komplett geändert. Das will man jetzt rückgängig machen, um danach in Syrien wieder freie Bahn zu haben. Darum geht es.
Jetzt wird eine „Betroffenheitsrhetorik“ inszeniert, um uns „friedliebende“ Deutsche mit Bildern von Kindern, die durch den Krieg getötet und verletzt werden, einmal wieder für die Rechtfertigung volkerrechtswidriger Militäreinsätze ideologisch weichzukochen.

Es ist doch immer wieder das Gleiche. Die gleiche propagandistische Masche wurde bereits beim Jugoslawienkrieg und den beiden Irak-Kriegen eingesetzt. Und immer wieder fallen etliche auf diese Verlogenheit herein.
Was jetzt in Syrien geschieht, ist eine Folge des zweiten Irak-Krieges. Und wer hat diesen Krieg mit unbewiesenen Behauptungen vom Zaun gebrochen?
Eigentlich sollte man meinen, dass die deutsche Bevölkerung aus vorangegangenen Ereignissen gelernt hat, aber das Feinbild vom „bösen Russen“ ist immer noch wirksam.

Dass durch unzählige Kriege der USA, durch den Einsatz von Drohnen unzählige Zivilisten als „Kollateralschaden“ billigend in Kauf genommen werden, wird durch die aktuelle Stimmungsmache verdrängt. Und wie war das, als durch den Befehl eines hohen Bundeswehr-Offiziers Dutzende Zivilisten in Afghanistan ums Leben kamen? Was hier stattfindet, ist Kriegspropaganda.
_________

Diese Talkshow war ein Armutszeugnis für den angeblichen Anspruch öffentlich-rechtlicher Medien in Deutschland, objektiv zu sein. Bevor man nun die ARD direkt dafür verantwortlich macht, sollte man einmal bei Wikipedia unter dem Suchbegriff „Frank Plasberg“ nachschauen, um zu erkennen, dass „Hart aber fair“ keine originäre ARD-Sendung sondern eingekauft ist.

Falls jemand die in diesem Wikipedia-Beitrag erwähnte und von Herrn Plasberg selbst produzierte Quizsendung „Paarduell“ einmal gesehen hat, sollte ihm aufgefallen sein, dass Herr Plasberg akute Lücken im Allgemeinwissen hat.

Dass Herr Plasberg eine Tendenz zum Sensationsjournalismus hat, kann man dort auch nachlesen (Stichwort:Geiselnahme von Gladbeck1988). Es gibt darüber Videoaufzeichnungen, die ich gesehen habe.

Man braucht sich überhaupt nicht darüber zu wundern, wenn zu dieser Talkshow Herr Julian Reichelt eingeladen wurde. Im Grunde genommen ist dieser nämlich genau vom gleichen Schlag wie Herr Plasberg.

https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Plasberg

Frank Plasberg hat mit dem BILD-Chef für Gesprächsstoff gesorgt. Nicht nur über grenzwertige Charaktere. Sondern auch über einen Journalismus, der Grenzen überschreitet. Einen Journalismus ohne Ethik, Gewissen und Moral.

Ein Journalismus, der sich prostituiert und sich vor den Karren der Kriegspropaganda spannen lässt. Ein Journalismus, der uns einem Dritten Weltkrieg wieder ein Stück näher rückt und wahrscheinlicher werden lässt.

4 Kommentare zu „Pyrrhus-Sieg für BILD-Chef Julian Reichelt. Plasberg taumelt.“

  1. Die Sprach-Mörder — Am Beispiel eines süddeutschen Drecksblattes
    Autor: U. Gellermann
    Datum: 10. April 2017

    Der Mann von Welt, die Frau mit Ambitionen: Wenn sie nicht gerade die FRANKFURTER ALLGEMEINE zum Kopf führen, dann lassen sie ihre Synapsen
    von der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG geistreicheln. Natürlich haben die papierenen Blätter nicht die generalisierende Wucht einer TAGESSCHAU, und
    sie tragen Blut und Hoden auch nicht so penetrant vor wie die BILD-Zeitung.

    Aber sie sind stilbildend. Wer die Edelfedern und Edelfeigenblätter der Republik liest, der ist schon selbst Stil: Better people. Die SÜDDEUTSCHE wird gern von anderen Journalisten gelesen: Man verständigt sich. Und die SÜDDEUTSCHE hat sogar einen Rechercheverbund mit den Öffentlich-Rechtlichen
    Rundfunkanstalten NDR und WDR: Man recherchiert, sieh an, sieh an, fast wie früher. Wegen all dieser Lorbeeren ist die SÜDDEUTSCHE ein Musterbeispiel
    dafür, wie die deutsche Sprache ? hat sie den öffentlichen Raum erreicht ? zum Zwecke des Mordens umgebracht wird.

    Kaum ein wichtiger Politiker galt auch den deutschen Medien als so völlig verlogen wie der aktuelle US-Präsident Donald Trump: Aus seiner Umgebung stammt der Ausdruck ?alternative Fakten?, ein viel belachter Tölpel-Begriff für blanken Schwachsinn. Und seine Kriegserklärung gegen die Medien wurde als
    Beweis für seinen Kampf gegen die Wahrheit genommen. Dann, zur Begründung einer gewöhnlichen Raketen-Mörderei auf einem syrischen Flughafen, sagte die professionelle Schweinebacke Trump diesen Satz: Der syrische Diktator Assad habe mit seiner „barbarischen Attacke sogar wunderschöne Babys brutal ermordet?.
    Aus einem süßlich gespitzten Mündchen tropfte ein verschwiemeltes ?sogar? in die internationalen Medien und der Schalter wurde umgelegt: Donald Trump musste die reine Wahrheit gesagt haben, denn er befeuerte den Krieg. Halleluja. Und er führte als postfaktischen Beweis für Assads Giftgas-Verantwortung die ?wunderschönen Babys? an. Ja, sagt da der Mann in der Armani-Uniform aus der Redaktion der SÜDDEUTSCHEN, wenn sie wenigstens hässlich gewesen wären. Aber wunderschöne Babys, das geht gar nicht!

    Und dann macht sich der Herr Kornelius an seinen samstäglichen Aufmacher. ?Trumps Schlag gegen Assad? lautet die Titel-Zeile jüngst.
    Da steht nicht: Der amerikanische, militärisch-industrielle Komplex mit der Rückendeckung der islamo-faschistischen Saudis lassen mal wieder die Reste eines laizistischen Staates bombardieren. Ein „Schlag“ schreibt da einer, wie von einer gerechten Bestrafung. Unterwegs zum Morden hat es der Herr Redakteur gern persönlich.
    Deshalb faselt er auch in der Unterzeile des selben Artikels mittelalterlich von einer ?Herausforderung? Trumps gegen Putin.
    Man will doch die unschuldig-weiße Seite Eins der SÜDDEUTSCHEN nicht mit der Wahrheit beflecken, mit den Gedärmen und der Scheiße, die aus toten Leibern quellen wenn Raketen ihr Ziel gefunden haben. Weiter im Text geraten die ziemlich gewöhnlichen Terroristen in Syrien zu edlen ?Aufständischen? und die USA werden ?Mit ihrem Angriff neues Gewicht? erlangen. Man sieht ihn vor sich, wie er vor pubertierender Erregung schwitzt, der kriegsgeile Redakteur. Jene fröstelnde Angst vernunftbegabter Wesen, dass die Militärmächte USA und Russland in Syrien direkt aufeinander treffen könnten, die kennt der Redakteur nicht.

    Die Hinweise verdichten sich, dass Syriens Machthaber für den Chemie-Waffenangriff verantwortlich ist?, steht auf der Seite Zwei der SÜDDEUTSCHEN. Immer wenn sich Hinweise scheinbar wie von selbst verdichten, war der Kriegs-Dichter unterwegs. Der dichtet hier und verdichtet dort und schon hat er einen echten Hinweis.
    Zum Beispiel den Giftgasangriff von Ghuta vom 21. August 2013, den schreibt die SÜDDEUTSCHE ohne jeden Beweis der Regierung Assad zu.
    Störende Fakten, wie der US-amerikanische Investigativjournalist Seymour Hersh, der zu anderen Ergebnissen kam, oder die Aussage der Abgeordneten des türkischen Parlaments Eren Erdem und Ali ?eker, die aufgrund von Gerichtsakten der Staatsanwaltschaft von Adana den türkischen Geheimdienst und dschihadistische Milizen für den Giftgasanschlag verantwortlich machten, verschwinden einfach.
    Da baut der Redakteur doch lieber diesen Satz: ?Während westliche Geheimdienste mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass Einheiten der Regierung für die Attacke verantwortlich waren??
    Wer mag bei der SÜDDEUTSCHEN die hohen Wahrscheinlichkeiten herstellen? Sicher der Kollege, der den irakischen Massenvernichtungswaffen, die ein westlicher Geheimdienst vor dem Irak-Krieg schlicht erfunden hatte, einen hohen Schein von Wahrheit verliehen hat und immer noch nicht wegen Beihilfe zur Kriegshetze vor ein ordentliches Gericht gekommen ist.

    Damit der permanente Anschlag auf die deutsche Sprache und die Wahrheit gut verkleistert wird, lässt die SÜDDEUTSCHE auch den Chefredakteur Kurt Kister auf die geschundenen Objekte los: Die Attacke der US-Navy habe bewiesen ?Man muss ernst nehmen, was Amerikas Präsident sagt.?
    Kister kann nicht schreiben, dass Trump mit dieser Attacke jenen Grad von Wahnsinn aufweist, den die deutschen Medien ihm seit Monaten attestieren.
    Nein, Kister freut sich über den neuen Trump: ?Da sitzt ein Wutbürger, der Marschflugkörper losschicken kann.? Damit auch jene Leser, die es mit dem Lesen nicht so haben, den Kurs der SÜDDEUTSCHEN verinnerlichen, darf ein schlechter Karikaturist noch schnell Assad, Putin und den iranische Präsidenten Hassan Rohani mit dieser Unterzeile bedenken: ?Eine Tomahawk und drei Heuchler?.

    Man hat sie mit Raketen bestraft, die Heuchler, erzählt der Zeichner, den auch der ?Stürmer? jederzeit angestellt hätte. Gleich daneben erklärt die SZ, dass die wunderbaren Tomahawk-Präzisionsraketen ?seit dem Irak-Krieg 1991 über 2000 mal abgefeuert wurden.? Ohne Präzision zieht doch der süddeutsche Redakteur nicht in den Krieg, selbst wenn er ihn nur Konflikt nennt. ? So bringt ein Drecksblatt Tag für Tag die deutsche Sprache um, um auch dem mörderischsten Krieg einen gebildeten Anstrich zu verleihen.

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  2. Pecunia non olet („Geld stinkt nicht“). Printmedien sind austauschbar wie Währungen. Der Schmierstoff Dollar, Rubel, Euro, Pfund, Franken oder Lire wirkt ähnlich. Die Dosis macht das Gift. Es spielt keine signifikante Rolle, ob wir unsere Informationen aus SPIEGEL, STERN, BILD, WELT, FAZ, SZ, ZEIT, STANDARD oder taz beziehen. Eine Medienlandschaft wie ein Flottenverband, der stramm Kurs hält. Das beginnt bei ARD, ZDF, BR und ORF und geht über die Privatsender bis hin zu den angeschlossenen Werbe- und Käseblättern. Nur wenige, wie die JUNGE FREIHEIT wagen es, auszuscheren. Mit dem Preis, dass Abweichler mit Ächtung sanktioniert, und nicht eingeladen werden zu den Elefantenrunden des Journalismus wie zum „Presseclub“ weiland „Internationaler Frühschoppen“. Herausragende Journalisten der JUNGEN FREIHEIT wie Dieter Stein u.a. sieht man dort nicht, während andere offenbar ein Dauer-Abo genießen.
    Ayatollah Prantl, geistiger Chef-Brandstifter der Alpenprawda oder Julian „The Gun“ Reichelt, der härteste Rambo der VIERTEN GEWALT und agent provocateur einer neuen Journaillistik, haben ihren Beruf verfehlt. Das sind Vertreter eines Journalismus ohne Ethik, Gewissen und Moral. Presstituierte, die nicht ihre Pflicht als Journalisten erfüllen, sondern als mehr oder weniger umlackierte Aktivisten agieren und agitieren. Demagogen und Volksverhetzer, die sich berufen fühlen, ihre Mission zu erfüllen, um den gemeinen Pöbel auf Linie zu bringen, und wenn es sein muß, zur Einstimmung für den Dritten Weltkrieg.
    Die Volksverführer und Volksverdummer blenden Leser mit Platitüden wie „dahinter steckt ein kluger Kopf“ oder mit vermessenen Versprechungen wie „für Anspruchsvolle“.
    Die „Süddeutsche Zeitung“ mag sich noch so mondän geben: am Ende destilliert sich aus der „SZ“ eine erbärmliche „Prantlhausener Pest- und Pinocchio-Postille“ heraus. Wo „SZ“ drauf steht, steckt meist Pinocchio drin.

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