Kinder und Krokodilstränen-TV: So funktioniert Kriegspropaganda

„Assad mordet weiter: Kinder vergast – und die Welt tut nichts!“ titelt die BILD-Zeitung vom 5. April 2017. Schlechtes Gewissen und der Wunsch nach moralischer Überlegenheit fördern die Mobilmachung. „Darum, auf zu den Waffen!“. Das lässt sich kein Gutmensch zweimal sagen. Der humanitäre Imperativ ist alternativlos. Die Achse des Bösen, Schurkenstaaten und Weltbösewichte wie Saddam, Gaddafi, Assad, Putin oder Kim sind das Szenario für die Massen. Mit guten Gewissen, Lichterketten und Marschflugkörpern volle Kraft voraus! Der Dritte Weltkrieg ist bunt. Bis Weihnachten sind wir wieder zu Hause. Franz Ferdinand und Sarajevo, das ist lange her.

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Nicht die Waffen, sondern die Zustimmung breiter Schichten der Bevölkerung sind der erste Schritt in den Krieg. Gutmenschen sind der beste Garant für Kriege jeder Art: Angriffskriege, Bürgerkriege, humanitäre Kreuzzüge und völkerrechtswidrige Vernichtungskriege. Gutmenschen gehen über Leichen. Selektive Indoktrination und Infusion der gewünschten Feindbilder verwandeln Gutmenschen in  Wutbürger. Das Rezept mit dem richtigen Köder funktioniert todsicher:

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Bundeskanzlerin Angela Merkel exekutiert diese Grundsätze in der Manier und Mimik eines eiskalten Polit-Roboters und der Gestikulation einer Marionette, s. auch hier.

“Bitte gestatten Sie mir, dass ich aus aktuellem Anlass einige Worte mit Blick auf das Chemiewaffenmassaker an unschuldigen Menschen in Syrien sage. Wir wissen alle, dass Chemiewaffen international geächtet sind und wer sie einsetzt, begeht ein Kriegsverbrechen. Ich habe über die begrenzten und gezielten Luftschläge der Vereinigten Staaten von Amerika gegen einen syrischen Stützpunkt heute morgen mit dem französischen Präsidenten Francoise Hollande und dem italienischen Premierminister Paolo Gentiloni telefoniert. Und wir sind uns darin einig, dass die alleinige Verantwortung für diese Entwicklung Präsident Assad trägt.“

Die Menschlichkeit oder humanitäre Prinzipien als Grund für völkerrechtswidrige Angriffskriege sind prima vista konsensfähig, weil die Bevölkerung nie die ganze Wahrheit erfährt. Angriffskriege als „nachvollziehbar“ umzuinterpretieren, ist schlichtweg Humanitärbigotterie. Es geht um Einflußsphären, um den Sturz unliebsamer oder widerspenstiger Regime. Das „Verbrechen“ von Gaddafi, Saddam, Assad oder Kim liegt nicht in deren demokratiefeindlichen Maßnahmen. Das tun leidlich viele Staaten unsanktioniert in Afrika, Süd- und Mittelamerika oder in Saudi-Arabien. Gaddafi, Saddam, Assad oder Kim waren weder US- noch NATO-hörig. Das ist der Knackpunkt.

Ganz anders unsere westlichen Regierungen: immer am Nasenring der USA oder der NATO. Westliche Regierungen beherrschen den Kotau meisterlich und sie haben ihre Lektion als Transatlantiker vorzüglich gelernt. Verteidigungsministerin Ursula van der Leyen befeuert die gleiche schlichte Feindbild-Propaganda wie Merkel. Hier die Guten – nämlich wir und unsere makellosen, humanitären Prinzipien – dort die Schurken. Kinderschlächter und Despoten.

Trumps völkerrechtswidrigen Angriff auf den souveränen Staat Syrien analysiert Alexandra Bader auf „Ceiberweiber“ schonungslos:

„Ohne lange zu fackeln haben die USA den syrischen Militärflughafen Schairat angegriffen, nachdem behauptet wurde, Assads Truppen hätten Giftgas eingesetzt. Wie zu erwarten verstummen all jene Trump-Kritiker, die ihn zuvor pausenlos als sexistisch, rassistisch oder schlicht unfähig gegeißelt haben. Wie auf Kommando ringen sich Mainstream-Kommentatoren positive Bewertungen ab, die damit einmal mehr unterstreichen, dass sie der Kriegsmaschinerie und sonst niemandem dienen. Man sieht in dieser Situation auch, wer mit Trump tatsächlich die Hoffnung auf eine andere US-Außenpolitik verbunden hat, denn diese Menschen sind jetzt sehr enttäuscht.“

BILD, Bundesregierung, NATO – die großen Polarisierer. Eine streng in schwarz und weiß eingeteilte Welt. So bombastische wie skrupellose Desinformations-Kampagnen im großen Stil. Im Netz kursieren etliche Beiträge, die die Giftgas-Angriffe von Idlib als perfides Falschflaggen-Manöver bezeichnen.

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Wie schon bei den Giftgasangriffen von Ghuta vom 21.8.2013 gibt es bis heute keine Sicherheit, welche Bürgerkriegsparteien für den Angriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun am 4. April 2017 verantwortlich sind. Selbst die nicht immer unparteische ARD-Tagesschau hält sich bedeckt:

Eine Bestätigung des Vorfalls von anderer Seite liegt bislang nicht vor. Die Beobachtungsstelle, die den bewaffneten Rebellen nahesteht, stützt sich auf ein dichtes Netzwerk von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.

Als ob die Unschuldsvermutung niemals existiert hätte, kreuzigen westliche Medien und Politiker Präsident Assad als „alleinig Verantwortlichen“. Ein schauriges, vorauseilendes Kriegsgeheul, obwohl es bislang nur Mutmaßungen gibt. Niemand scheint Interesse zu haben, Untersuchungs-Kommissionen einzusetzen. Die US-Regierung unter Trump attackiert völkerrechtswidrig einen souveränen Staat. China, Rußland und Iran reagieren mit Unmut, aber besonnen.

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Die BILD-Zeitung überschlägt sich vor Kriegsbegeisterung. Glühende Bellizisten wie Julian Reichelt bedienen die Klaviatur des humanitären Flächenbombardements, wirksamer als A, B und C-Waffen zusammen. BILD veredelt den von ihr bisher so geschmähten Buhmann Trump zum humanitären Kreuzritter.

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Bild-Untertitel zum Titelfoto vom 8.4.2017 +++ Raketen aus dem Mittelmeer gegen Assads Schergen ++++ Syrien will jetzt Vergeltung +++ Droht jetzt ein großer Krieg?“

Ein Déjà-vu-Erlebnis und eine gruselige Analogie findet sich in der Geschichte.

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Herz zereissende Krokodilstränen, aufgedunsene Kindergesichter, erfundene Zwischenfälle oder schlichtweg falsche Tatsachen oder Unterstellungen entzünden Kriege an jedem Ort des Planeten zu jedem geplanten Zeitpunkt.

Brutkastenlüge

Krokodilstränen ebneten den Weg in den Zweiten Golfkrieg. Eine junge Frau aus Kuwait schilderte in Tränen aufgelöst am 10.10.1990 vor dem Menschenrechtsausschuß im US-Kongreß die Brutalität irakischer Soldaten, die angeblich kuwaitische Frühgeborene aus Brutkästen gerissen haben sollen.  Erst nach der US-geführten militärischen Niederwerfung Iraks stellte sich die Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus.

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Nicht viel anders die geheimnisumwitterten Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein, die 2003 zum völkerrrechtswidrigen Angriffskrieg der US-geführten internationalen Streitkräfte gegen den Irak führten.

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Während US-Präsident George Bush weiterhin ungestraft seine Hunde ausführt, wurde sein politischer Intimfeind Saddam Hussein zum Tode durch den Strang verurteilt und am 30.12.2006 hingerichtet.

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Die Hinrichtung von Saddam Hussein

Tonkin-Zwischenfall 1964

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Zerstörer USS Maddox. Angeblich von nordvietnamesischen Schnellbooten im Golf von Tonkin attackiert. Konsequenz: Vietnam-Krieg

Zur Durchsetzung des Angriffskriegs gegen Vietnam lancierten die Medien am 2. und 4. August 1964 die Meldungen, daß US-Kriegsschiffe von nordvietnamesischen Schnellbooten angeblich angegriffen wurden. Nur eine Minderheit hegte Zweifel an der Version. Wieso sollte ein kleines Land wie Vietnam eine Supermacht wie die USA angreifen?  Die Pentagon-Papiere und die Memoiren von Minister Robert McNamara enthüllten viele Jahre später die Infamie dieser politischen und medialen Desinformationskampagne.

Kriegspropaganda existiert seit es Kriege gibt. Im Ersten Weltkrieg wurden Deutsche vom Kriegsgegner zu Bestien, Horden und Hunnen verzeichnet.

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Kriegspropaganda 1915. Deutsche Soldaten als Kinderschlächter

Da passt es natürlich gar nicht, daß Fotos auch eine andere Kriegswirklichkeit belegen:

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Deutsche Soldaten versuchen einen französischen Soldaten vorm Versinken in einem Schlammloch zu retten (1916)

Historische Gräuel- und Kriegspropaganda ist keineswegs Makulatur.

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Der Deutsche als barbarische Bestie. Gegnerische Kriegspropaganda Erster Weltkrieg

Die Versenkung der „Lusitania“ führte schlußendlich durch eine gelenkte US-Medienkampagne am 6. April 1917 zum Kriegseintritt der USA gegen Deutschland. Die Deutschen hatten die Versenkung der Lusitania vergeblich dadurch zu rechtfertigten versucht, daß das Passagierschiff Waffen und Munition transportierte. Das als barbarischer Akt deklarierte Manöver deutscher U-Boote brachte die US-Bevölkerung bis zur Kriegsbereitschaft in Wallung. Erst 1982 gaben die Kriegsgegner den Transport von Waffen und Munition öffentlich zu.

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Moderne Kriegspropaganda ist manchmal sehr raffiniert und subtil. Früher waren Auslöser für Kriege Attentate wie 1914 in Sarajevo oder eingefädelte Zwischenfälle wie in Gleiwitz 1939 oder Tonkin 1964. Solche fadenscheinigen Konstrukte laufen aber Gefahr, durchschaut zu werden. Viel besser ziehen humanitäre Imperative wie 1990 in Kuwait oder 1999 im Kosovo. Oder von westlicher Propaganda zu Schurken aufgebaute Regierungschefs wie Slobodan Milosevic, Saddam Hussein, Gaddafi oder Assad.

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Die geistigen Brandstifter sitzen in den Redaktionen und ihnen hörigen Regierungen. Das Stroh dazu liefern die Strohdummen und Humanitärbigotten, die gerne Medienbildern gehorchen und von Staatsraison nichts wissen wollen. Dies auch dank Anleitung von Redaktionen und hörigen Regierungen. Ein Spiel mit dem Feuer.

Der Nahe Osten ist ein Pulverfaß. Politiker im Sog von Merkel sind auf dem besten Weg, good old Europe in das Pulverfaß der Zukunft zu verwandeln.

Anhang

Pearl Harbour: Flotte musste für Medienbilder geopfert werden

Vieles spricht dafür, dass die amerikanische Regierung unter Präsident F.D. Roosevelt einen japanischen Angriff gezielt herbeiführte und einen Großteil seiner Flotte den in die Ecke gedrängten Japanern als ungeschützten Köder darbot, um auf Englands Seite in den Krieg einsteigen zu können. Der bekennend US-freundliche Springer-Verlag oder andere staatsnahe Medien bemühen sich allerdings, diese These zu entkräften.
Die amerikanische Öffentlichkeit wollte nicht am Krieg teilnehmen und wählte Roosevelt auch deshalb. Das US-Ölembargo 1941 gegen Japan und die Hull-Note, quasi ein  Ultimatum werden als Vorgeschichte von Pearl Harbour zumeist geflissentlich verschwiegen.

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Pearl Harbor 1941.

Zur Vorgeschichte von Pearl Harbour schreibt Wikipedia:

„Als Japan im Juli 1940 trotz amerikanischer Warnung Truppen in Indochina stationierte, schränkte die US-Regierung unter Präsident Franklin D. Roosevelt im September 1940 den amerikanischen Export von Erdöl und Stahl nach Japan ein (damals bezog Japan 80 % seines Erdöls aus den USA). Als dies nicht die gewünschte Wirkung hatte und Japan im Juli 1941 weitere Truppen in Indochina stationierte, verhängten die USA am 25. Juli 1941 ein vollständiges Öl-Embargo gegen Japan und froren alle japanischen Guthaben ein. Da sich das Vereinigte Königreich und Niederländisch-Indien diesem Schritt anschlossen, verlor Japan 75 % seines Außenhandels und 90 % seiner Öl-Importe.“

US-Präsident Roosevelt hielt nach dem Angriff der Japaner alle Trümpfe in der Hand. Der Eindruck, daß Pearl Harbor Erlösung und roter Teppich zugleich für ihn war, um die Stimmung der kriegsmüden US-Bevölkerung zu kippen, lässt sich nicht abschütteln.

Roosevelts mit großem Pathos geführte Rede begann wie folgt:

„Yesterday, December 7th, 1941 — a date which will live in infamy — the United States of America was suddenly and deliberately attacked by naval and air forces of the Empire of Japan. The United States was at peace with that nation and, at the solicitation of Japan, was still in conversation with its government and its emperor looking toward the maintenance of peace in the Pacific.“

Ähnliches gilt sogar für die deutsche Öffentlichkeit jener Zeit, die ständig durch Inszenierungen à la „Sender Gleiwitz“ auf Kriegskurs gebracht werden musste.
Dass man dem Volk nicht reinen Wein einschenken sondern Theater vorspielen müsse, ist eine klassische politische Weisheit.
Laotse, 6. Jhd v. Chr.: „Die scharfen Instrumente des Staates darf man den Menschen nicht zeigen“ (國之利器不可以示人). Konfuzius wenig später: „Man kann dem einfachen Volk nicht beibringen, die Politik zu verstehen sondern nur sie zu befolgen“.

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Heute kommt als Besonderheit hinzu, dass auch die vermeintlichen politischen Eliten nicht Inszenierer sondern „Die Getriebenen“ sind.

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Der Erste Weltkrieg war keineswegs unausweichlich. Rückblickend hätten sich wiederholt Wendemarken zur De-Eskalation geboten. Die Kriegsgegner und Pazifisten waren in der Minderheit. Warnende Stimmen wurden verunglimpft. Der französische Pazifist Jean Jaurès (*1859) fiel am Vorabend des Kriegsausbruchs am 31.7.1914 in einem Pariser Café einem Attentat zum Opfer. Die britischen Kriegsgegner John Elliot Burns und John Morley traten mit dem Tag des Kriegsausbruchs von ihrem Ministeramt zurück.  Andere Kriegsgegner wie Rosa Luxemburg oder Karl Liebknecht wurden interniert. Sogar Ende 1914, vor dem Kriegseintritt Italiens und der USA, hätte man noch eine für alle Kriegsparteien gesichtswahrende Lösung finden können. Das Zündeln am Balkan und in Nordafrika, an dem sich alle Groß- und Regionalmächte beteiligten, erinnert an die jetzigen Konfliktherde in Syrien, Libyen, Afghanistan und an das Gebiet, wo ein künftiges Kurdistan entstehen wird, sofern die NATO, die Türkei und andere Strippenzieher das Selbstbestimmungsrecht der Völker nicht ähnlich pervertieren wie im und nach dem Ersten Weltkrieg. Stichwort Sykes-Picot, Versailles, Trianon und Sèvres.

Lange Zeit waren Fritz Fischers Thesen in seinem Buch „Der Griff nach der Weltmacht“ (1961) – je nach Standpunkt Klassiker oder Machwerk – in Stein gemeißelt. Erst das 2012 vom australischen Historiker Christopher Clark publizierte „The sleepwalkers“ beleuchtete die „Ur-Katastrophe des 20.Jahrhunderts“ mit weniger mono-zentrierten Sichtweisen. Sein Buch rüttelt an der Sündenbockrolle der untereinander verwandten europäischen Führer wie dem Zaren, Wilhelm II oder Kaiser Franz Joseph, die früher oder später nur noch als Marionetten von Propaganda, Militär und des industriell-militärischen Komplexes eine eher tragische als gestaltende Rolle spielten. Insofern waren die Imperatoren eher die Getriebenen als die Lenker der Völker.

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Das wirkliche Gesicht des Krieges. Kriegschirurgie und entstellte Gesichter (Erster Weltkrieg)

Die Schlacht an der Somme, Verdun, die Isonzo-Schlachten – wir haben nichts daraus gelernt.

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Soldatenfriedhof und Beinhaus von Douaumont (Frankreich) gewidmet allen „masters of war“

Die Euphorie und der gutmenschliche Gerechtigkeitswahn gebar Monster und Albträume. Invaliden, Soldatenfriedhöfe, Beinhäuser und Blutbäder.

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Kriegsinvaliden. Zum Nachdenken für kriegsbegeisterte Journalisten und Politiker, die Raketenangriffe als „nachvollziehbar“ einstufen

Die Schlafwandler und Gutmenschen sind wieder unterwegs. Es genügt, die statements von Angela Merkel oder Ursula von der Leyen zu hören.

Die Schlafwandler von Christopher Clark

Gutmensch Donald Trump

Wie man aus der Berichterstattung bei Breitbart entnehmen kann, erklärt Donald Trump zum Angriff auf Syrien:

“That attack on children yesterday had a big impact on me. Big impact,” Trump had said. “That was a horrible, horrible thing, and I’ve been watching it and seeing it, and it doesn’t get any worse than that.”

Die Breitbart-Gemeinde hat weitgehend Vertrauen zu Trump verloren.
In Deutschland titelt Jürgen Elsässer „Fuck Trump“.
Umso begeisterter sind antirussische Kriegstreiber wie John McCain.  Hiesige Medien ringen sich auf einmal Lob für Trump ab, und Politiker bemühen sich, die Reihen hinter ihm zu schließen, was aber bei dem alternativ informierten Publikum im Netz im wesentlichen ablehnende Reaktionen auslöst.
Man rätselt über die Angst vor CIA und Tiefem Staat, die Trump zur Unterwerfung getrieben habe. Manche russlandfreundliche Medien beruhigen, es handele sich um einen genialen Schachzug von Trump. Er entmachte die Geheimdienste, indem er der Armee ihre Funktion übertrage. Dazu müsse er sich vorübergehend verstellen.
Einige patriotische Amerikaner versuchen, zu glauben, es handele sich um eine symbolische Aussage, dass der tatkräftige Trump die Überschreitung der „rote Linie“ anders als Obama tatsächlich bestrafe aber nicht weiter gehen werde.
Aber gerade diese Tatkraft ist die eines Getriebenen, der unbedingt auf Medienbilder reagieren muss und keine Untersuchung abwarten kann, und der auf dieser Basis in weitere Ausweitung zu einem größeren Krieg stolpern dürfte, der für die USA keinen strategischen Wert aber umso größeres destruktives Potenzial hat. Es sei denn man folgt den russischen Erklärungen, wonach die Verbreitung von „gelenktem Chaos“ seit langem ein strategisches Ziel amerikanischer Geheimdienste sei, dem sich jetzt auch Trump gefügt habe.  Demnach gibt es über den pseudohumanitären Hetzmedien noch eine höhere Staatsraison, aber dies nur in den USA und nur mit chaotischer Ausrichtung.

Treibende Kraft der Eskalation in Syrien sind sogenannte „Menschenrechtsaktivisten“. Der US-Raketenangriff hat u.a. auch das Leben von 9 Zivilisten, darunter von 4 Kindern gefordert. Nun melden diese dubiosen Aktivisten laut BR:

Stand: 08.04.2017 12:38 Uhr

Aktivisten melden neuen Luftangriff auf Chan Scheichun

Damaskus: Das am Dienstag von einer Giftgasattacke betroffene syrische Chan Scheichun ist offenbar erneut aus der Luft angegriffen worden. Dabei soll eine Frau getötet worden sein, berichteten syrische Menschenrechtsaktivisten. Bei dem Giftgasangriff Anfang der Woche starben mehr als 80 Menschen. Washington macht die syrische Regierung für die Bombardierung verantwortlich. Als Reaktion hatten die USA gestern 59 Marschflugkörper auf den Flugplatz abgefeuert, von dem der Angriff am Dienstag ausgegangen sein soll.  B2/KL/Dig 08.04.2017 12:00

Der saudi-arabisch König Salman lobte bei einem Telefonat mit US-Präsident Trump den Angriff als mutige Entscheidung. Es sei die richtige Antwort auf die Verbrechen dieses Regimes gegen sein Volk angesichts des Versagens der internationalen Gemeinschaft, hieß es von der amtlichen Nachrichtenagentur des Königreichs. Die iranische Regierung warnte dagegen vor einer weiteren Eskalation des Extremismus in der Region. B2/KL/Dig 08.04.2017 15:00

Die Ungereimtheiten über die mysteriösen Giftgas-Einsätze treiben Kommentatoren in den sozialen Medien um:

Clemens A. Koch: „Nur mal so in den Raum gestellt:

Am 01.04. erklärt die Türkei die militärische Operation „Schutzschild Euphrat“ für beendet (kann man unter dem Begriff googeln, Quellen unterschiedlicher Art bringen diese Nachricht) und zieht sofort alle Truppen ab. Dieser Militäreinsatz richtete sich in erster Linie gegen Kurden.

Die Aktion wurde beendet, obwohl die Kurden dort nicht besiegt wurden.

Wenige Tage nach dem Abzug der türkischen Truppen, gibt es in genau dem Gebiet, in dem die Armee Erdogans aktiv war, einen furchtbaren Giftgasangriff.

Komisch …“

Markus Kink überlegt:

Schurke Assad?

So viel zum Thema, nur Assad könne für den Giftgaseinsatz verantwortlich sein.

Die US-Streitkräfte selbst hatten 2015 einen ehemaligen irakischen Chemiewaffenexperten, dann im Dienst des IS, gefangen genommen. Von ihm stammt die Aussage, dass der „Islamische Staat“ selbst Giftgas abfülle.

Genauso lange wissen die USA also, das der IS über chemische Waffen verfügt – und auch schon eingesetzt hat, das haben sogar Untersuchungskommissionen der UN bestätigt.

Sieht sehr nach False Flag aus, um die Amerikaner doch noch zum Eingreifen zu bewegen – von wem auch immer.

Auch in den Öffentlich-rechtlichen Medien schlägt das Thema Syrien und Giftgas hohe Wellen:

Kritischer Hörer, Freitag, 07.April, 12:37 Uhr

15. Giftgas schon einmal von den isl. Rebellen in ähnlicher Situation eingesetzt.

Mitte 2013 war eine vergleichbare Situation wie jetzt. Die syrische Armee hatte Erfolge. Teile des Nachschubs für die Terroristen wurden unterbunden.

„Frühere Erfahrungen in dieser Richtung seien „nicht ermutigend“
gewesen. Derartige Ermittlungen dürften nicht politisch missbraucht werden.“ (Forderung Syriens)

Vermutlich nicht unberechtigt:
Im März 2013 beschuldigte die syrische Regierung vor der UNO die Islamisten, in einer großen Schlacht Sarin-Gas eingesetzt zu haben. Sie forderte eine „qualifizierte, unparteiische und unabhängige Kommission zur Untersuchung des Vorfalls einzurichten.“
Am folgenden Tag (21.03.13) meldeten plötzlich die USA, GB und Frankreich eine Reihe von Vorfällen mit Chemiewaffen.
Die UN-Ermittlerin Carla del Ponte erklärte, dass Zeugenaussagen auf die „Rebellen“ als Täter verwiesen.

Eine Untersuchung des Massachussets Institute of Technology verortete nur die „Rebellen“ als Täter.

….

Irritiert, Freitag, 07.April, 12:54 Uhr

30. Jetzt bin ich verwirrt.

Gerade eben: Ob es ein Gaslager der Rebellen war können wir nicht klären deshalb hat es keinen Sinn darüber zu sinnieren…
Ähm Bitte? Ist das nicht das Thema heute?
Aber das es Assad gewesen sein könnte wird lang und breit ausdiskutiert…
A bisserl einseitig , oder?

….

Kritischer Hörer, Freitag, 07.April, 12:40 Uhr

19. Assad hat die Unterstützung der Bevölkerung auch nach Nato-Umfragen.

Auch die auch von der Nato in Auftrag gegebenen Umfragen sahen eine große Unterstützung für Präsident Assad, nämlich 70 % (2013).
– Februar 2011 ergab nach Al Jazeera, eine Revolution in Syrien sei „unwahrscheinlich aufgrund von Assads Popularität“
– Ende 2011 widersprachen 91 % gewalttätigen Protesten gegen die Regierung (TESEV, Türkei)
– Mai 2012 bekam die Ba’ath Partei 60% der Stimmen
– Juni 2014 bei den Präsidentschaftswahlen bekam Assad 88 % der Stimmen.

Erzbischof Hindo im Gespräch mit Fides: „Wir werden selbst darüber entscheiden, wann Assad gehen muss und nicht der IS oder der Westen … Und eines ist gewiss: wenn Assad jetzt geht, dann endet Syrien wie Libyen“.

….


Bayern ist frei. Bunte Kartelle passen nicht zu uns. Wir diskutieren auch auf FB, VK, G+ und GG. Wir fördern die Volksbildung im Sinne einer Befähigung des Souveräns zur Artikulation seiner Interessen.Helfen Sie uns dabei!





2 Kommentare zu „Kinder und Krokodilstränen-TV: So funktioniert Kriegspropaganda“

  1. Es ist schade, dass dieser hervorragende Beitrag in der Flut nachfolgender Meldungen minderer Qualität bei BUF (Bayern UNFREI) so vorüber rauscht und in Bedeutungslosigkeit versinkt. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach wühlt dieser Beitrag mit chirurgischer Präzision in der größten Wunde derzeit, die entweder mit furchtbaren Schmerzen vernarbt und verheilt oder ansonsten in schwärendes Krebsgeschwür vom Chaos zu Krieg kulminiert.

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