Fake-Feminismus als Herrschaftsinstrument

Feminismus wird schnell Fake. Er schafft die Weiblichkeit ab, wie Birgit Kelle zur Feier des Weltfrauentags aufzeigt. Bunter Feminismus ist Fake-Feminismus, buntes Christentum Fake-Christentum, bunte Menschenrechte Fake-Menschenrechte. So lässt sich gut argumentieren, und man findet tatsächlich überall ein regressives, reduktives Muster, das im Hintegrund von Strippenziehern genutzt wird. Während um 1948 die Universelle Menschenrechtserklärung der UNO in kollektivistische Konzepte von sozialer Wohlfahrt im Nationalstaat eingebettet war und diese Idee als „Selbstbestimmung der Völker“ gerade in der Entkolonisierungsphase in den Vordergrund trat, folgte darauf bald eine Desillusionisierung, die nur noch den normativen Individualismus als minimale Konsensposition zurückließ. Insbesondere seit 1977 wurde bevorzugt mit massenhafter Mobilisierung von Empathie für Medienbilder ferner Individuen Politik gemacht. Hierfür wurde dann das Konzept der „Menschenrechte“ ebenso aktiviert wie der Glaube an die Allmacht des Marktes und an die Notwendigkeit der Neuen Weltordnung, die auf neuer Grundlage die Funktionen der alten Kolonialmächte übernehmen sollte. Die Macht der Fernsehbilder, die Menschenrechtspolitik, der Neoliberalismus und die Neue Weltordnung entstanden alle etwa gleichzeitig unter dem verbindenden Band des normativen Individualismus.

Es ging um Aufmerksamkeit und Reaktivierung alter Desinformationen

So entstand ein mächtiger Konsens auf Grundlage von Positioneņ, die nichts als Empathiefähigkeit erfordern, da sie ohne jeden Anspruch, eine funktionierende Ordnung erfhalten oder aufbauen zu wollen, auskommen.  Der massenkompatible empathie-betonte Teil der Agenda findet auf der Bühne statt, alles andere dahinter.   In ihrer Neigung zu Empathie vs Systematik unterscheiden sich aber die Geschlechter von Geburt an. So kann es auch nicht verwundern, dass „Feminismus“ von führenden Magazinen wie Falter und Brigitte wie selbstverständlich mit Opfergruppen-Empathie, Stutenbissigkeit gegen Konsensstörer und Refugees-Welcome-Aktivismus gleichgesetzt wird.  Feminismus gilt bei seinen Anhängern als ein Anliegen der mitfühlenden Anteilnahme an allem Individuellem bis hin zu Toilettenaktivitäten, das die als männlich markierte systematisierende Vernunft weitgehend ausschließt.  Wissenschaft wird als strukturell frauenfeindlich angesehen. Daher müssen feministische Programmmacherinnen auch nicht recherchieren.  Österreichs Bundeskanzler Christian Kern bezeichnet sich als Feminist.  Bei Anhängern des normativen Individualismus ist kaum anderes zu erwarten, denn der Feminismus ist sein Rückgrat.  Sind das nun alles echte oder falsche Feministen?  Schwer zu sagen, denn wer seine politischen Ordnungsvorstellungen auf Weiblichkeit gründen will, wird im heutigen Kontext kaum einen anderen Weg wählen als den des regressiven Buntfeminismus. Wer hingegen die bestehende, auf Selbstbestimmung der Völker gegründete Weltordnung erhalten und sein Land in humaner, christlicher oder frauenfreundlicher Weise weiterentwickeln will,  wird seine politischen Forderungen nicht primär an Weiblichkeit, Mimosenschutz oder Nächstenliebe ausrichten.

Ceiberweiber

Wer genervt und damit emotional auf medial gehypte Autorinnen, Politikerinnen, Schauspielerinnen reagiert, macht einen Fehler – denn man muss nüchtern analysieren, welche Funktion dieser Fake-Feminismus erfüllt. Es scheint, dass im Interesse bestehender und forcierter Verhältnisse zwei Fliegen mit einer Klappe erwischt werden: Zum einen wird z.B. mit dem Bejubeln von Hillary Clinton, Angela Merkel oder Michelle Obama ein Narrativ kreiert und verteidigt, das Konkurrenz wie etwa Donald Trump in schiefes Licht rücken soll. Zum anderen geht es pauschalierend gegen „den“ weißen Mann, mit dem „patriarchale Strukturen“ in Verbindung gebracht werden.

Es fällt auf, dass die Betrachtung von Akteurinnen meist sehr an der Oberfläche bleibt oder nur bemerkt, dass diese auch nach ihrer Kleidung bewertet werden. Damit sollen sie bereits Opfer von Diskriminierung sein, sodass man unterstellen kann, dass Männer nicht mit ihrer „Kompetenz“ umgehen können. Bezeichnender Weise wird mit „Patriarchat“ so gut wie nie in Verbindung gebracht, dass Männer…

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