Maria L. – Im Westen nichts Neues

Paul Bäumer und Maria L. – was hat der Protagnist aus Erich Maria Remarques famosen Roman „Im Westen nicht Neues“ zu tun mit dem Mordopfer Maria L. aus dem Westen der Republik?  Beide fallen einem gewaltsamen Tod zum Opfer. Beide im blühendem Leben. Mit 19 Jahren. Beide manipuliert von der Ideologie ihrer Zeit.

Maria Ladenburger RIP

Als Paul Bäumer in den letzten Tagen des Ersten Weltkriegs im Oktober 1918 von einer tödlichen Kugel getroffen wird, war es an diesem Tag an der Front so ruhig, daß sich der Heeresbericht auf den Satz beschränkte, „im Westen sei nichts Neues zu melden“.

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Maria Ladenburger ereilt ihr tödliches Schicksal ebenfalls im Oktober. Dieses Mal war es nicht der Heeresbericht, sondern das Flagschiff der ARD, die „Tagesschau“, die diese Meldung zu unbedeutend fand, um davon Notiz zu nehmen.

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„Bei aller Tragik für die Familie des Opfers hat dieser Kriminalfall eine regionale Bedeutung“ (ARD-Tagesschau, 4.12.2016)

Was die ARD-Tagesschau keineswegs hinderte am 5.1.2013 über eine Vergewaltigung in Indien und über den Tod des Opfers zu berichten. (ab Minute 6:52)

Paul Bäumer war ein Opfer der Ideologie seiner Zeit. In den Schulen wurde den Heranwachsenden beigebracht, daß es „süß und ehrenvoll“ sei, für das Vaterland zu sterben.

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Lehrer Kantorek: Es ist süß und ehrenvoll für das Vaterland zu sterben. Paul Bäumer: „Wir haben Ihnen alles geglaubt. Nach dem ersten Trommelfeuer wußten wir es besser.“

Die heutige Generation stirbt nicht mehr für das Vaterland. Eine neue Ideologie hat Platz gegriffen. Damals waren es der Klerus und die Lehrer. Heute sind es zwar immer noch der Klerus und die Lehrer. Aber die Medien sind in den Köpfen ungleich massiver implementiert als vor 100 Jahren. Heute dürfen und sollen sich jene als die Helden unserer Zeit fühlen, die unter dem Banner der „Willkommenskultur, Weltoffenheit und Toleranz“ den roten Teppich von Massenmedien ausgerollt bekommen, um die Bestätigung moralischer Überlegenheit zu erhalten.

Anhang:

Ein Kommentar zu “Maria L. – Im Westen nichts Neues”

  1. Das ist die Arroganz der Nachfolgenden: Sie blicken mit dem Wissen über den Verlauf der Geschichte auf die Menschen der damaligen Zeit und rümpfen die Nase. Sie halten die Menschen für dumm, die z.B. 1914 freiwillig in den Krieg zogen. Dass diese Menschen in einer anderen Zeit gelebt haben, von Politik und Medien gezielt fehlinformiert wurden, können die sich nicht vorstellen und halten diese Menschen für Idioten ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass auch sie Gefangenen ihrer Zeit sind, ggf. genau so fehlinformiert und betrogen. Auf den Soldatenfriedhöfen liegen tausende Männer, die ihr Leben nicht leben konnte, die mit 18, 20, 25 gestorben sind, denen erklärt wurde, dass sie das Land retten müssen.

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