Medienkrieg um Aleppo

Seit gestern macht ein Gruselvideo mit einem kleinen Jungen Orman Daqneesh im Netz die Runde. Heute kam es auch in den Leitmedien an. Die Verzögerung von einem Tag war auffällig. Opfer von Nizza, Ansbach, Würzburg,wurden nicht gezeigt – da war offiziell „Diskretion“angesagt. Bis wo sich solche „Diskretion“ erstreckt, kann nicht sofort entschieden werden.
Youtube-Videoberichte gibt es von N24 , AFP und Dschasira , aber fast kein Medium ließ das Material aus.
Nachdem die Dschihadisten in den letzten Wochen den Belagerungsring durch Selbstmordattentate lösen konnten, gewinnt die syrische Armee ihre Positionen mit Hilfe der russischen Luftwaffe wieder zurück. Die Militärakademie im Süden wurde unter Verlusten erneut eingenommen. Somit blieb zur Schließung des Rings heute nur noch das östlich an die Militärakademie angrenzende Wohnviertel im Stadtteil Remus übrig, das heute wohl ebenfalls von Assads Armee besetzt wurde.
Karten über den Frontverlauf gibt es bei Sputniknews und Wikipedia.
BILD verbreitet verzweifelte Appelle aus dem umkämpften Dschihadistenviertel von Ost-Aleppo, Merkel möge intervenieren, damit die Belagerung gelockert und den Dschihadisten eine Verschnaufpause gewährt werde. Das sollen 50000 Personen unterschrieben haben. Man darf vermuten, dass sie damit der PR-Arbeit der Dschihadisten auf den Leim gegangen sind, denn es dürft in dem von ihnen beherrschten Stadtteil keinen Arzt geben, der sich mit einer anderen Botschaft an die Öffentlichkeit wenden kann. Vielmehr ist zu vermuten, dass der Arzt ein PR-Agent der Dschihadisten ist.
Enttäuschte Falken der sunnitisch-westlichen Koalition verurtelen Obama wegen Nichteingreifens in den Bürgerkrieg. Mit dem Bild des kleinen verwundeten Omran hätten Assad und Putin Obamas berühmte rote Linie doch wohl überschritten, meinen einige Unterstützer der Rebellen. Ihre Gegner werfen umgekehrt Merkel vor, nunmehr nicht nur eine Schlepper-Patin sondern auch eine Terror-Patin zu sein. Nachdem auch der BND auf Anfrage der Linken geantwortet hat, dass der NATO-Partner Türkei in Syrien als Drehschreibe des Terrors und Vermittler von Deutschtürken an den IS fungiert hat, fehlt es hierzulande pro-westlichen Schwarzweißmalern an Überzeugungskraft. Einschlägige GEZ-Medienaktivisten riskieren ebenfalls als Terrorförderer in die Geschichte einzugehen.   GEZ-Gelder gingen offenbar an Kinderkopfabschneider.  Die Türkei hat indes ihren Kurs geändert und nach Verständigung mit Assad und Putin gesucht, was ebenfalls zur Demoralisierung der „westlichen“ Reihen beiträgt.
Unterstützung findet im Moment  nur der Ruf nach Feuerpausen zur Linderung der Leiden der Zivilbevölkerung.   Die vom Iran aus operierenden Russen verweisen auf eigene humanitäre Hilfsanstrengungen und wollen aber den Aufständischen lieber keine Verschnaufpause gönnnen.  Allerdings haben sie einer Regelung zugestimmt, wonach es ab der nächsten Woche wöchentliche Feuerpausen von 48 Stunden geben soll.
Aus den von Dschihadisten gehaltenen Regionen dringen Nachrichten nach außen, wonach die Dschihadisten massenweise nicht-sunnitische Zivilisten abschlachten.  Die Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kombattanten liegt offenbar gerade denjenigen, die sich jetzt am intensivsten auf sie berufen, am aller wenigsten am Herzen.
Man hat es mit einer Kriegführung in einem Land mit Jungmännerüberschuss zu tun, in dem menschliches Leben nirgends sehr hoch im Kurs steht. Aber während der von den sunnitischen Bündnispartnern des Westens geförderte Dschihadismus vor allem Vorwände zum Abschlachten der Anderen liefert, bietet die von Moskau und Teheran unterstützte Regierung von Damaskus noch eher Aussichten auf Herstellung einer erträglichen Ordnung.  Zwar wiederholt Obama weiterhin seine Vorwürfe, Putin unterstütze ein „mörderisches Regime“,  aber die Rolle der von den USA unterstützten „gemäßigten Rebellen“ (auch „gemäßigte Islamisten“ genannt) beschränkt sich weitgehend darauf, dem Dschihadismus, der als einziger den Regierungstruppen ernsthaften Widerstand entgegenzusetzen in der Lage ist, ein menschliches Antlitz zu verpassen. Ähnliches lässt sich über die Rolle der westlichen Leitmedien sagen.

Aylan Kurdi Monumental Frankfurt
Monumentalgraffitti Aylan Kurdi, tuerkishstammiger Künstler will damit AfD-Wähler beschämen

Die Nähe zwischen Humanitärfrömmelei und Dschihadismus zeigt sich nicht zuletzt auch in der herausragenden Bedeutung, die Gruselbilder von Kindergartenkindern für beide Anliegen haben. Auch bei Aylan Kurdi, der von Türken in Frankfurt als Monumentaldenkmal gestaltet  wurde, handelte es sich um eine Figur aus einem türkisch-sunnitischen Propaganda-Umfeld, die extra noch am Strand zurechtgerückt und in türkischen Medien mit einer (falschen) Erzählung versehen und in den Dienst der türkischen Migrationswaffe gestellt wurde, bevor sie in Deutschland durch Diekmann-BUNT und andere Leitmedien eingesetzt wurde, um das Dubliner System sturmreif zu schießen. Auch damals wurde vor der Freigabe der Waffe viel diskutiert und gerungen.


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