Elende Eliten im Sturzflug zum Absturz

Der Geist wehe links, meinten die 1968er. Heute weht er offenbar aus dem gleichen Grund rechts.
Die 1968er eroberten die Macht, indem sie gegen Mächte rebellierten, die zumeist gar keine mehr waren.
Sie zerstörten die Reste der brüchigen Tabus, von denen das Gedeihen von Gesellschaften abhängt.
Nach dem Marsch durch die Institutionen etablierten sie dann alsbald ihre eigene globalegalitäre Orthodoxie.
Es handelt sich letztlich um ein regressive Vorstellung, wie sie für Kinder und Jugendliche typisch ist, die noch keine Sozialisierung durchlaufen haben, noch keine Gesellschaftswesen geworden sind, aber instinktiv gegen den Leistungs- und Sozialisierungsdruck rebellieren, wobei sie auch den ein oder anderen berechtigten Kritikpunkt finden.
Um die vorherrschende bunte Ideologie zu verstehen, muss man nicht „Das Kapital“ lesen.  Es genügen vielmehr folgende Sätze.

Alle Menschen suchen Mamas Brust.
Wir sind alle gleich und alle gut — zumindest 99% von uns.
Mama Weltsozialamt liebt uns bedingungslos, nimmt uns unsere Verantwortung ab, garantiert uns unveräußerliche Menschenrechte und bedingungsloses Grundeinkommen.
Wenn die Welt nicht so läuft, sind die 1% Schurken und die Rechten (Ungläubigen) schuld.
Sie werden bekämpft, umerzogen, tun Buße, fahren zur Hölle.
Dafür sorgen Mamas Gleichstellungsbeauftragte, Sozialingenieure und Dämonisierungsfachleute.
Zu denen will ich auch gehören.
Ich möchte einmal etwas soziales studieren, oder etwas mit Medien, und in einer humanitären Organisation arbeiten.

Aus dieser Sozialisierung entwickelte sich eine effeminierte mittelmäßige Intelligentsia — manche sprechen von „Lumpenintelligentsia“, die in Elitenpositionen geriet und ihre Abkopplung vom realen Leben und realen Leistungen immer mehr aus den Augen verlor.

Der Münchner Montagsdemonstrant Apo-Opa, der alle Stadien der Entwicklung miterlebt hat, beschreibt den aktuellen Sturzflug der so sozialisierten Post-68er-Eliten mit schönen Bildern.

Ein genereller durch Internet und Verfall bedingter Kontrollverlust der Eliten ergibt sich im Gespräch von Molyneux mit dem Netzjournalisten Alex Jones, der in Großbritannien einige Millionen Zuhörer mehr erreicht als die meisten Zeitungen. . S. besonders ab 5:55.

In Sezession macht in diesen Tagen Lutz Meyer über den rapiden Zusammenbruch der Institutionen Gedanken und warnt, dass auch eine Partei wie die AfD nicht zu einer glaubwürdigen Institution heranwachsen könne.
Es bedarf dazu jedenfalls stets außerparteilicher Kräfte.
Solche nennen sich in den USA derzeit gerne „Alter Right“ und grenzen sich gerne von trägeren institutionelleren „Cuckservatives“ ab.
Donald Trump ist für diese Leute ein Hoffnungsträger, weil er die etablierten Tabus besonders deutlich bricht.
Dem inhaltlich ähnlichen aber gesitteteren Ted Cruz hingegen haben weder sie noch die Wähler in den Vorwahlen getraut.
Vorwahlen sind ähnlich wie Referenden eine Institution, über die ein solcher Umbruch sich organisieren kann.
Wie der Brexit Trump zum Sieg führen könne, beschreibt Pat Buchanan.  Dabei hilft die Unbeliebtheit von Hillary Clinton, der gerade immer mehr Schandtaten nachgewiesen werden.  Auch an Sanders (und an seinem in Bedrängnis geratenen britischen Verwandten Corbyn) zeigt sich die Kluft zwischen Eliten und Basis.

UNZ Review empfiehlt ein Buch „Caliphate and Chaos“ von Patrick Cockburn über die Verbreitung des Staatsscheiterns in Afrika und Orient.
Kennzeichnend ist laut Cockburn, dass diverse Akteure stark genug sind, um Chaos zu erzeugen aber nicht stark genug, um zu regieren.
Wir leben demnach in eine Zeitalter der Desintegration, die auch vor den noch halbwegs funktionierenden Ländern nicht halt macht.
Auch hier schwächeln die „Eliten“.
Cockburn schafft es, all diese Problem anzugehen, ohne auf Bevölkerungsexplosion und Bevölkerungsqualitäten einzugehen.
Das schafft auch Paul Collier in seinem Afrika-Buch „The Bottom Billion“.
Lange Zeit war das eine Voraussetzung, um gedruckt zu werden, aber in der Netzökonomie haben sich die Regeln geändert.  Deshalb war es für unsere Torwächter so wichtig, Akif Pirinçci aus Amazon herauszuwerfen.

Eine faszinierende Innensicht des Aufstiegs und Falls der bunten Bevormunder (SJWs = Social Justice Warriors) im Bereich der Literatur, insbesondere Science Fiction, liefert der Science-Fiction-Autor Vox Day im Gespräch mit Stefan Molyneux, s. unten. Beide haben in der Internet-ökonomie sehr viel mehr Leser und Hörer erreicht als die von den politisch korrekten Zensoren hochgeschriebenen Autoren.

Vox Day berichtet beispielsweise von einem fesselnden und hochwertigen Science-Fiction-Roman über Kannibalenstämme in Papua-Neuguinea, an denen UNO-Projekte scheitern. Dieser Roman wurde vom Verlag abgelehnt, weil er nicht dem vorgeschriebenen Bild vom Edlen Wilden entspricht, an dessen Elend das weiterhin zu bekämpfende Abendland schuld ist. Cuckborn hält sich wie viele andere erfolgreiche Autoren auch an diese Vorgaben. Manche haben sie verinnerlicht und setzen sie aggressiv gegen andere durch, weil sie außer Zensieren nichts können. Andere wiederum entziehen sich allmählich dieser Selbstlähmung, und sie sind es, die am meisten Spaß und am meisten Leser haben.  Die politisch korrekten Autoren werden zwar von den üblichen Torwächtern hochgejubelt, aber haben eine inzwischen zunehmend unbedeutende Leserschaft.  Manche Literaturpreise werden nur vergeben, um die schwindende Macht der Kritiker zu stärken und selbstfererenzielle Literaturwerke hochzujubeln, die kaum noch jemand lesen will.

Auch in der EU klappt es mit der Destabilisierung Großbritanniens und der Gründung eines neuen zentralistischen Kleineuroniens nach den Vorstellungen der „Föderalisten“ von der Spinelli-Gruppe nicht so recht.  Der Widerstand gegen das ursprüngliche Eurostaatsprojekt ist zu stark geworden.  Als Grund hierfür sehen hierbei viele die Migrationspolitik, die sich  jedoch im Rahmen des europäischen HumanitärUNrechts kaum ändern lässt.  Mit der jetzigen Struktur ist die Aufnahme von 50-100 Millionen Afrikanern bis 2050 und somit das Wachsen der Zentrifugalkräfte vorprogrammiert.

Auf den Merxit scheint jetzt kein geringerer als George Soros zu drängen. Er wirft Angela Merkel vor, dass sie den Topf zu schell und unplanmäßig erhitzt hat. Jetzt ist der Frosch Großbritannien entsprungen, und es könnte eine Kettenreaktion geben.  Einen Junxit hat der tschechische Außenminister gefordert.  An den neuesten Auftritten von Jean-Claude Juncker zeigt sich womöglich, dass die jüngere Generation der auf der 1968er Welle nach oben gerittenen Eliten nicht mehr die Qualitäten aufweist, die etwa die führenden Bilderberger noch aufwiesen. Ihnen fliegt der Laden um die Ohren, ihnen entgleiten die Zügel, ihnen schwimmen die Felle davon. Das Bild vom britischen Rettungsbot, das sich losreißt, um sich selbst zu bestimmen, könnte treffender kaum sein. Auch Apo-Opa trifft mit seiner Titelzeile so sehr den Nagel auf den Kopf, dass wir sie hier schamlos klauen.

Anhang

Mehr zum Thema

  • Marieluise Beck (Grüne) ist über die Gründung eines russischen Instituts „Dialog der Zivilisationen“ in Berlin empört. Der Begriff „Zivilisationen“, den Huntington und Spengler gebrauchen, suggeriere, dass es verschiedene Wertesysteme geben könne. Das Institut richte sich somit gegen die Universalität der Menschenrechte. Vielleicht hat sie damit sogar Recht. Universalisierung ist wichtig, aber die vom Westen ausgegangene Verallgemeinerung unter dem Begriff „Menschenrechte“ ist nicht der Weisheit letzter Schluss, und dabei kommt es zu Abspaltungsbewegungen, in denen sich nicht nur Stämme und Staatsvölker sondern auch Zivilisationen wieder finden.

Kurzmeldungen

  • Dschihadisten morden überall in Europa im Rahmen von „Hausbesuchen“. Sie haben es insbesondere auf die Vertreter der Staaten, einschließlich Polizisten und Journalisten, abgesehen. Sie wissen, wo deren Haus wohnt.

Bayern ist frei. Bunte Kartelle passen nicht zu uns. Wir diskutieren auch auf FB, VK, G+ und GG. Wir fördern in Bayern die Volksbildung im Sinne einer Befähigung des Souveräns zur Artikulation seiner Interessen.

Ein Kommentar zu “Elende Eliten im Sturzflug zum Absturz”

  1. Original und Fälschung
    http://n0by.blogspot.de/2016/06/elende-eliten-im-sturzflug-zum-absturz.html

    Unser hochgelehrter Autor von „Bayern ist frei“, ein Herr „Floydmasika“ – was immer das heisst, gab mir die Ehre meinen Titel für sein Werk zu verwenden.
    Dort findet der interessierte Leser weiterführende Links und Videos, die unsere nun gemeinschaftlich vertretene Titel-These weiter untermauert. Danke!
    Allerdings bleibt die Frage, wer mit intellektuellen Hochleistungen nach Art und Angebot unseres verehrter, professoral versierten Herrn „Floydmasika“ zu erreichen ist, der nicht ohnehin schon die Botschaft vernommen und vermutlich verinnerlicht hat. Meiner Ansicht nach adelt die Edle Feder vor allem die Fähigkeit, gefühlvoll mit Sprache und Darstellung seine Leser mitzureißen. Ein Paradebeispiel liefert uns gerade wieder einmal unser hochgeschätzter Don Alphonso mit seinem revolutionär anmutenden Angriff auf den Jugendwahn: „Enteignet die Jugend!“
    http://blogs.faz.net/stuetzen/2016/06/29/enteignet-die-jugend-6523/

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s