Stürzenbergers Durchverzählungen

Dresden zeigt wies geht
Es soll jeder für sich selbst schätzen, wieviele es sind. Es sind jedenfalls wahnsinnig viele. Letztlich sollte es um die Inhalte gehen.

Grundsätzlich zeugt es nicht von politischer Klugheit, wenn PEGIDA-Anhänger sich intensiv mit der Frage nach Teilnehmerzahlen beschäftigen oder gar diese Frage in den Mittelpunkt ihrer öffentlichen Berichterstattung rücken.   Schließlich sind Demonstrationen keine Volksabstimmungen, und angesichts des leitmedialen Ausgrenzungsdrucks können die Zahlen derer, die auf der Straße Gesicht zeigen, niemals auch nur einen Bruchteil derer erreichen, die ähnliche Meinungen in der Wahlkabine unterstützen.  Wer Zahlen eine große Bedeutung beimisst, wird auf diese Weise entweder den auf Demonstrationen ausgedrückten Volkswillen klein reden oder gar nichts aussagen.    Die Medien sollen sich mit den Inhalten, wie etwa den Dresdner Thesen, beschäftigen, sofern sie denn überhaupt erst einmal erkennen wollen, daß es keine angebliche oder fiktive fortschreitende Islamisierung Europas gibt, sondern eine tatsächliche.

Stürzenberger und Durchverzählt

Dennoch ist es nötig, nun einmal zu den PEGIDA-Teilnehmerzahlen etwas zu sagen, nachdem auf dem Portal PI-News ein Artikel von Michael Stürzenberger erschien, der Wasser auf die Mühlen der Verzähltaktik der PEGIDA-Gegner lieferte,  die bekanntlich auf einem vollem Platz mit Grönemeyer „über 30.000“ zählen, und auf einem noch vollerem Platz mit PEGIDA 17.000. [ vgl. Anhang **]

Wörtlich schrieb  Michael Stürzenberger in diesem Artikel auf PI-News:

spaziergang1234
Quelle: Bildschirmkopie von http://www.pi-news.net/2016/05/pegida-dresden-spaziergang-ueber-flaniermeile/

Das Video dokumentiert den Spaziergang in einer Länge von elf Minuten. Damit kann man auch die Anzahl der Teilnehmer ermitteln. Ich habe beispielsweise an zwei Stellen die Spaziergänger über einen Zeitraum von 30 Sekunden gezählt (jeweils etwa 170) und anschließend mit 22 multipliziert. Dabei kamen beide Male rund 3700 Teilnehmer heraus. Dies deckt sich auch ungefähr mit dem Schätzergebnis der Forschungsgruppe „durchgezählt“, die einen Wert von 3000-3600 Menschen ermittelte.

Bildschirmkopie, PI-News
Sinngemäß: „Werden morgen wahrscheinlich wieder schreiben 3000, des sind ja mindestens 6000“ stellt Stürzenberger selbst noch fest bei etwas mehr als der Hälfte der Demonstration (Minute 6:01) Tage später will er nun nur noch 3700 insgesamt festgestellt haben. Deutlich zu sehen: Die Kamera erfasst hier z.B. kaum alle, die vorbeilaufen. Komplettes Video im Anhang

„Forschungsgruppe“?

Wenn  Michael Stürzenberger als führender Autor eines führenden PEGIDA-unterstützendes Portals sagt, daß sich das Ergebnis der offensichtlich im Konzert mit der Buntstasi gegen PEGIDA arbeitenden Studentengruppe Durchverzählt mit seiner Zählmethode  „auch ungefähr“ deckt, gewinnt Durchverzählt an Glaubwürdigkeit, und es ist damit zu rechnen, dass Stürzenberger und PI News wenigstens in dieser einen Sache künftig von der Buntstasi und ihrem Breiten Bündnis immer wieder zitiert werden.   Wir kommen also nicht umhin, uns mit dieser neuen Autorität in Sachen Demonstrantenzählung auseinanderzusetzen.

Dass man alle Leute nicht erfassen kann, weil Leute hinter z.B. Flaggen verdeckt sind, nicht jeder der vollen Veranstaltung beiwohnen kann und manche den Spaziergang nicht mitmachen, weil sie am Kundgebungsort warten, oder von der Seite aus applaudieren, wird bei der Kamera-Zählmethode ebenso ignoriert wie die Tatsache, daß auch im Fall Stürzenberger die Kamera  nicht die Gesamtzahl der Teilnehmer erfassen kann, die vorbeilaufen, da sie offensichtlich immer wieder über viele Köpfe hinweg filmt. Bei genauer Beobachtung stellt man zudem fest, daß offenbar hinter Stürzenberger ebenfalls Personen durchzulaufen scheinen.

Regelmäßig teilnehmende Journalisten mit anderen Ergebnissen

Das von freien Journalisten betriebene Portal piktocon.net machte sich die Mühe, und beobachtete die Spaziergänge tatsächlich regelmäßig und von Anfang an. Sie kamen zu folgenden Ergebnissen:

Angaben in den Medien zu Teilnehmerzahlen
Meine journalistischen Recherchen aus eigenen Schätzungen, Statistik-Auswertungen, Befragungen und Personenauszählungen von Fotos haben folgendes ergeben:
Die in den Medien veröffentlichten Zahlen waren wohl bei den ersten sechs Spaziergängen mit 50% der tatsächlich Anwesenden angegeben, doch dann hatte man plötzlich genauere Zahlen geliefert und zwischendurch auch übertrieben.
Spätestens ab dem 4.Mai 2015 wurde von den Medien bezüglich der Teilnehmerzahlen, die man jeweils um mehr als 50% niedriger vermeldete gelogen, dass sich die Balken biegen. Um die Jahreswende 2015/2016 wurden die Angaben ein klein wenig realistischer. Jedoch vermeldeten die Qualitätsmedien 3.000 Teilnehmer bezüglich des 22.2.2016, womit sie 20% der tatsächlich Anwesenden Demonstranten bezifferten und damit eine lupenreine Falschmeldung absetzten.

Zu dem fraglichen Tag,  bei dem Stürzenberger die Zahl „3700 Teilnehmer“ ins Spiel brachte, heißt es auf dem Portal:

25.4.2016 – PEGIDA auf dem Wiener Platz – um die 14 – 15.000 Teilnehmer (subj. Schätzung), stiller Zug über die Prager Straße nach Ladenschluss. (Habe selber Zählungen und Berechnungen gemacht, nachdem auf dem Bahnhofvorplatz ca. 4.000 Menschen standen und noch einmal 1.000 im Umfeld. Demnach müssen eventuell alle Schätzungen nochmals überarbeitet werden. Laut „Durchgezählt“ waren es bis zu 3.600 Teilnehmer.)

Wenn man eine durchschnittliche Gehgeschwindigkeit von knapp 5 Stundenkilometern annimmt, sowie circa 10-12 Teilnehmer pro Reihenmeter, ergibt sich bei einer Demonstrationslänge von 11 Minuten rund 10.000 Teilnehmer. Oder anders ausgedrückt: 11 Minuten bedeuten 660 Sekunden, und pro Sekunde laufen ca 15 Personen an einem vorbei. Beachtet man die von den freien Journalisten ebenfalls geschätzten 4000+1000 Personen, die am Bahnhofsvorplatz standen, so kommt man ebenfalls auf ein Ergebnis von 14000 bis 15000 Personen.

Doch wie kam es überhaupt zu den Zählungen und Schätzungen? Warum zählt anstatt der Polizei die Buntstasi?

Bei den früheren PEGIDA-Spaziergängen hat in Dresden noch die Polizei Teilnehmerzahlen veröffentlicht. Das ganze beruhte nicht auf sinnlosen (Ver-)klickern und (Ver-)schätzen der Buntstasi  sondern  mutmaßlich auf polizeilichen Vergleichs – und Erfahrungswerten. Spätestens seitdem die Buntstasi bei einem Auftritt am Altmarkt bei Herbert Grönemeyer von „über 30.000“ Teilnehmern sprach, obwohl der Platz  weniger stark gefüllt war als bei manchen viel niedriger geschätzten PEGIDA-Kundgebungen, ist klar, daß man die Zahlen von „Durchverzählt“ entweder  guten Gewissens verdoppeln oder verdreifachen kann.   Besser aber noch wäre es, wenn man sich einfach mit dem Ergebnis  begnügen könnte,  dass es „wahnsinnig viele“ waren, die dem Ausgrenzungsdruck des Breiten Bündnisses der Besten der Guten zum Trotz für das Wohl unserer Kinder und Enkel  auf die Straße gegangen sind, statt sich Diskussionen über numerische Quisquilien aufzwingen zu lassen.

Wann entschloß sich die Buntstasi zu dieser Taktik?

Als die PEGIDA Teilnehmerzahlen auf circa 25.000 Teilnehmer stiegen, kam plötzlich  – beim ersten Hoch der größten europäischen Bürgerbewegung – eine so genanntes „Institut für Protest- und Bewegungsforschung“ mit einer EU-Internetadresse daher,  die aus „aktuellem Anlass“ einen Artikel veröffentlichten mit dem Titel „Wie viele haben demonstriert?„.

protestinstitut123
Bildschirmkopie aus dem Artikel https://protestinstitut.eu/2015/01/23/wie-viele-haben-demonstriert/

In diesem Artikel kamen sie auf 17.000 Teilnehmer (mit Fehlertoleranz 10%) bei PEGIDA. Sie selbst wollen zwischen 11.800 und 18.400 Personen gezählt haben.

Den pseudohumantitären Hetzmedien waren die Angaben der Buntstasi mit den extrem widersprüchlichen Zählergebnissen (zwischen 11.800  und 18.400) wohl glaubhafter, als die Angaben der Polizei, die 25.000 Teilnehmer an die Presse übermittelte. Sie meldeten bereitwillig, daß offenbar doch nur 17.000 bei PEGIDA in Dresden nach neuen Schätzungen teilgenommen haben. Selbstverständlich korrigierten sie aber nicht die Teilnehmerzahlen des Herbert-Grönemeyer-Konzertes am Altmarkt herunter, was belegt, daß es den Medien vornehmlich um Propaganda ging.

Die Polizei ist danach offenbar immer mehr unter Druck geraten, und hat sich dann entschlossen, keine Teilnehmerzahlen mehr zu veröffentlichen. Die Lügenpresse feierte ihren „Erfolg“, da sie nun auf keine neutrale Institution mehr zurückgreifen musste, und die Zahlen ohne Diskussion einfach von der tendenziösen Buntstasi abschreiben konnte, da andere Quellen seitdem fehlten und Eigenrecherche ja etwas mit Journalismus zu tun hätte. Da sie somit nichts anderes können wie ein schlechter Schüler in der Schule, indem sie Dinge wie DPA Meldungen abschreiben, kann man im Zusammenhang mit den pseudohumantitären Hetzmedien auch nicht von einem Nutzen für die Allgemeinheit oder gar von Journalismus sprechen. Der Unterschied ist nur, daß der unwissende Schüler mit Spick – und Schummeltaktiken in der Bildungseinrichtung wenigstens noch Kreaktivität entwickeln muss, um nicht entdeckt zu werden.

Faktisch hat aberdie Bunt-Hofierung durch die pseudohumanitären Hetzmedien nicht genützt. Denn die Spaziergänger sind sich nun nur noch mehr sicher***, daß die pseudohumantitären Hetzmedien einem einen Bären in Zusammenhang mit ihrer Buntstasi-Abschreibe- Berichterstattung aufbinden wollen, dies beweist auch folgender Kommentar auf PI-News:

kommentar123

Unabhängig davon kommen auch die „durchverzählt“-Langweiler nicht umhin, Woche für Woche nun wieder mehr Teilnehmer zu melden, kurzum, um es mit einer der Botschaften zu sagen, die uns bekannt sind:

PEGIDA ist gekommen, um zu bleiben, und sie sind geblieben, um zu siegen.

Und letztlich kommen wir aber wieder da hin, was wir am Anfang gesagt haben:  Wir brauchen eine Diskussion um die Inhalte, und nicht einen Streit oder ein Diskussion darüber, wieviele Tausende es nun exakt gewesen sein sollen. Es sind jedenfalls Woche für Woche wahnsinnig viele. Und es ist eben die Diskussion über die Inhalte, die die Lügenmedien scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Dies belegt vor allem auch das Wort „angeblich“, daß die Lügenpresse gerne vor dem Begriff „Islamisierung“ stellt, um durch dieses Bestreiten   eine Debatte über das Thema im vornherein zu vermeiden.  Diese diffusen Ängste vor Debatten gilt es zu überwinden. Bohren wir nach machen wir Druck!

Anhang

In Deutschland soll das Vertrauen in die Medien noch relativ hoch.gewesen sein. Vor einem Jahr sprach man von 44%, die dem Vorwurf „Lügenpresse“ von PEGIDA zustimmen. (Forsa)

Das würde inzwischen sehr abweichen zu Ergebnissen in Tschechien. Dort sagen circa 94%, daß die Medien nicht die Wahrheit sagen. Das deutsche „Projekt Sozialkunde- Islam in Tschechien“ zeigt dennoch hauptsächlich Aussagen, die versuchen, die 94% der Menschen im Ausland zu widerlegen, statt unsere Nachbarn im interkulturellen Austausch zu verstehen und mit ihnen zu reden, wie es PEGIDA macht:

Video Stürzenberger:

Am 12.01.2015 erwähnt Bolschewikipedia (Bildschirmkopie nachfolgend :Wikipedia, Eintrag „Pegida“,  Autoren anonym) neben der Polizeizahl von über 25.000  eine zweite Zahl von 17.000.  lügypeda

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s