Buntbolschewistische Liquidierungskultur (Cancel Culture) in den USA

In den „Nachrichten der Woche“ berichtete Dmitri Kisseliow prägnant über den Reichtagsbrand-Staatsstreich der USA und vieles mehr, darunter z.B. auch den kommenden CDU-Vorsitzenden Armin Laschet, der immerhin nicht zu den russophoben Transatlantikern gehört. In dieser Sendung prägte Kisseliow auch das Wort „Liquidierungskultur“ (Kultura Likvidatsia), mit dem fortan „Cancel Culture“ vielfach übersetzt werden wird, und erklärte, dass die Assoziationen an den Bolschewismus durchaus angebracht seien, da es sich im wesentlichen um das gleiche Phänomen wie in der Frühzeit der Sowjetunion handelte. Buntbolschewistische Liquidierungskultur (Cancel Culture) in den USA weiterlesen

Schlittschuhläufer im Visier von Söders Exekutive

München, 16. Januar 2021.

Ein sonniger Wintertag mit Temperaturen zwischen -2°C und -8°C in der sogenannten „Weltstadt mit Herz“. Weil das Eis nur an wenigen Tagen im Jahr wetterbedingt ausreichend tragfähig ist, beste Gelegenheit für Steuerzahler und den an Bewegungsarmut leidenden Nachwuchs, um dem PC und der Flimmerkiste zugunsten von Schlittschuhlaufen, Eishockey oder Eisstockschießen das Nachsehen zu geben. Doch unter der Schirmherrschaft des gütigen Kümmerers Markus Söder verwandeln sich nicht covidgerechte Sehnsüchte schneller als so manchem lieb ist in eine Fata Morgana. In ganz Bayern, egal ob am Spitzingsee, in Franken, am Kleinhesseloher See oder am Deininger Weiher rückten Polizeiaufgebote in Razzia-Stärke an, um die Steuerkartoffel Mores zu lehren:

Münchner Merkur, Montag 18.1.2021

Hier folgt ein Augenzeugenbericht vom Schloßpark Nymphenburg in München über ein Szenario, das den Leitmedien keine Silbe wert war.

Während über unsere Grenzen bei über 100.000 Asylanträgen im Jahr täglich mehr aus 300 Illegale unkontrolliert passieren, unter denen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Spitzen- und Fachkräfte für Eigentumsübertragung und Gefährder für Leib und Leben befinden, schießt der Staat in diesem Fall mit Kanonen auf Spatzen. Wenn aber ein Ministerpräsident wie Söder in aller Öffentlichkeit das Gespenst einer CORONA-RAF an die Wand malt, dann werden Schlittschuh-Razzien sehr wohl nachvollziehbar:

„Heute packte ich bei schönster Sonne meine Schlittschuhe ein und ging in den Schloßpark Nymphenburg zum Schlittschuh laufen. Gestern war ich ohne Schlittschuhe dort. Auf dem großen See ist eine wunderbare Eisfläche. Ich ging einmal quer über den See und wieder zurück. Einige Schlittschuhläufer waren auf dem See und Leute zu Fuß. Das Eis knackte nirgendwo, ist offensichtlich dick genug.

Ich hatte meine Rechnung allerdings ohne diesen Verbots- und Polizeistaat gemacht. Schon von weitem fiel mir heute ein Blaulicht auf. Da wußte ich Bescheid. Schlittschuhläufer sind offensichtlich die neuesten Feinde dieses Polizeistaates. Vor Ort stehen dann vor der Badenburg vier Mannschaftswagen mit entsprechender Besatzung. Auf der anderen Seeseite ein Polizist und eine junge Polizistin auf Pferden. Kaum setzt jemand einen Fuß aufs Eis, schreit die Polizistin lauthals, „verlassen Sie bitte sofort die Eisfläche, danke“. Bei dem Tonfall reißt es jeden gleich wieder zurück an Land.

München, 16.1.2020. Polizeiaufgebot gegen Schlittschuhläufer
Schlittschuh-Razzia

Ich frage den Polizisten hoch zu Roß, was das soll, warum sie die Leute nicht Schlittschuh laufen lassen. Er sagt, jemand von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung hätte sie um Unterstütung gebeten. Deshalb seien sie hier. Nein, mit Corona habe das nichts zu tun. Das Eis sei zu dünn, nur 3 cm. Ich sage ihm, das kann nicht sein, denn ich bin gestern zweimal über den See gegangen und das Eis hat nirgendwo auch nur geknackt. Ich komme seit vielen Jahren hierher zum Schlittschuh laufen und nie hat das irgend jemand gekümmert, wie dick das Eis ist. Die Leute stellen das selbst fest, ob und wo es trägt. Das hat immer funktioniert. Der Polizist sagt noch etwas von Hausrecht der Schlösser- und Seenverwaltung und daß vielleicht nun jemand anderer das Sagen hat, der es genauer nimmt.

Ich halte das alles für einen lächerlichen Vorwand. Erst vertreiben sie die Leute mit einem Großeinsatz vom Nymphenburger Kanal, der weiterhin gesperrt ist, was es noch nie gab, und jetzt auch noch vom See, obwohl da die Fläche genügend groß ist, um genügend Abstand zu halten. Auch das gab es noch nie. Wenn der Staat erst einmal auf den Geschmack gekommen ist mit dem Verbieten und wie leicht das geht, geht das immer so weiter.

Ich frage mich, ob jetzt neben jeder Pfütze in München ein Polizeiaufgebot postiert ist. Und dann wundern sie sich, wenn sich die Leute ins Auto setzen und aus der Stadt fahren. Das ist dann auch wieder nicht recht. Da verbietet man dann Tagesausflüge mit 15 km Radien.

Da fragt man sich, was die schlimmere Krankheit ist, dieser Verbotsstaat oder Covid-19.

Und man fragt sich, wer die wirklichen Covidioten sind.“

Die Reichsgründung 1871 und ihre Vorgeschichte

Als Kulturnation existierte Deutschland nicht erst seit der Reichsgründung am 18. Januar 1871, sondern bereits lange zuvor. Goethe, Schiller, Beethoven, Mozart, Bach, Gutenberg, Walther von der Vogelweide, Oswald von Wolkenstein oder Hildegard von Bingen sind nur ein paar Beispiele im Lauf eines Jahrtausends.

1815/1871: Ein Volk erwacht in der Mitte Europas

Gastbeitrag

von Norman Fryre

Der Kongress europäischer Herrscher, Fürsten und Staatsmänner tagte  1815 in Wien. Napoleon I. war  in Waterloo endgültig geschlagen. Seine „Hundert Tag“ jedoch waren die  Stunde null eines Mythos, der  den Kaiser der Franzosen bis heute umgibt. Den Atem der Geschichte  glaubt man zu spüren, wenn man den Invalidendom zu Paris betritt, zu  seinem Grabmal hinabblickt und sich vor dem  bedeutenden Korsen verbeugen muss.

Kaum war die Ära Napoleon beendet, wurde auf dem Wiener Kongress der Versuch unternommen, diesem Kontinent eine andere Gestalt zu geben. Die Restauration feierte fröhliche Urständ‘. Das Entscheidende freilich hatte Kaiser Franz II. 1804 angerichtet, als er sich  eine neue Kaiserkrone, die Österreichs, aufsetzte und zwei Jahre später die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in einer Art Staatsstreich niederlegte. Die Habsburger waren bekanntlich  nur selten reichsfreundlich  gewesen. Ihr Denken konzentrierte sich stattdessen  auf die  Erblande  und das erworbene Heiratsgut. 1806  war das Ende eines den Kontinent überwölbenden eintausend Jahre  bestehenden Reichsgebildes zu verzeichnen, das trotz zunehmender Schwäche  einen europäischen Traum verwirklichte.

Napoleon zieht am 27. Oktober 1806 an der Spitze seiner Truppen in Berlin ein (Historiengemälde von Charles Meynier, 1810)

Der an des Reiches Stelle gegründete  Deutsche Bund war  nicht einmal ein schwacher Ersatz, zudem wurde er in den ersten  Jahrzehnten von Wien entscheidend beeinflusst, das seine Mehrheiten  in den deutschen  Duodezfürstlichkeiten suchte und fand.

Zug der Turner auf die Wartburg am 4. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig am 18. Oktober 1817.; Holzstich, koloriert, zeitgenössisch;

Erste  Widerstandsbewegungen  wurden deutlich, als am 18.Oktober 1817  auf der Wartburg  anlässlich des 300.Jahrestages der Thesenanschläge Martin Luthers mehr als 500 Studenten zusammenkamen. Diese Zusammenkunft, von Urburschenschaften initiiert,  entwickelte sich zu einem  übergreifenden die Deutschen aufrüttelnden  Protest gegen die Metternichsche Reaktion, gegen die deutsche Kleinstaaterei und für einen deutschen Nationalstaat. Nicht ohne Hintergedanken wurden aufrüttelnde Tischreden auf Luther, Scharnhorst, Schill und Theodor Körner gehalten. 

Ölgemälde mit Metternich im Schloss Königswart in Böhmen

Klemens Wenzel Lothar von Metternich (vollständig Clemens Wenceslaus Nepomuk Lothar, Fürst bzw. bis 1813 Graf von Metternich-Winneburg zu Beilstein; * 15. Mai 1773 in Koblenz; † 11. Juni 1859 in Wien), der österreichische Staatskanzler, der über den Deutschen Bund einen  entscheidenden Einfluss ausübte, sorgte dafür, dass das sogenannte „System Metternich“ mit Zensur,  Spitzelwesen  und  Unterdrückung der Meinungsfreiheit  nicht nur im Kaisertum  mit großer Energie  sein Unwesen trieb, sondern auch diesseits der Grenzen. Metternichs Unterdrückungsmaßnahmen griffen Platz. Diese erinnerten bitter an  Napoleons Gedankenpolizei. So nimmt es denn nicht Wunder, dass  es unter Jenen, die einst im Kanonendonner gegen die Heere Napoleons gestanden hatten  vom Bodensee bis  Hamburg und von Aachen bis Memel unter der Oberfläche zu gären begann.

Die Gebiete des Deutschen Bundes
ziegelbrenner

In geheimen Zirkeln, an zahlreichen Universitäten und  im Bürgertum wuchs  in jenen Jahren   die Verärgerung und Wut über das, was innenpolitisch nach 1815 in der Mitte Europas geschah.  Die einstigen liberalen  Reformer, die das Nationalgefühl in den Deutschen geweckt und gefördert  hatten, wurden z.B. von Preußens Friedrich Wilhelm III. kaltgestellt. Der Freiherr vom Stein (1757-1831) etwa  wurde in eine Beamtenstelle nach Nassau abgeschoben, Carl von Clausewitz (1780-1831) und August Neidhardt von Gneisenau (1760-1831)  erhielten zwar  militärisch gut klingende, aber letztendlich unbedeutende Stellen, bis beide an Cholera starben.

>Volksverhetzer< und Demagogenverfolgung

Der gemeinsame Kampf gegen die französische Vorherrschaft und Besatzung sowie die Zerschlagung des Alten Reiches  weckten freilich in  Deutschland ein bislang nie gekanntes Nationalgefühl und Nationalbewusstsein, das der Restauration nach 1815 gegen den Strich ging. Schon das Wartburgfest    der Burschenschaften 1817  war den Herrschenden  ein Dorn im Auge. Als dann  im Frühjahr 1819  der bekannte Schriftsteller und russische Generalkonsul   Kotzebue von dem  Jenaer Studenten Karl Ludwig  Sand ermordet wurde, läuteten bei den Regierenden die Alarmglocken. Deshalb fand im  August im kaiserlichen Karlsbad   zwischen Diplomaten und Ministern auf Einladung  des österreichischen Außenministers und späteren Staatskanzlers Metternich  ein Geheimtreffen  statt, das zur Teplitzer Punktation zwischen Österreich und  Preußen führte. Ende September 1819 wurden dann im Deutschen  Bundestag zu Frankfurt a.M. die sog. Karlsbader Beschlüsse verabschiedet, die zum Verbot der öffentlichen Meinungsfreiheit und der Burschenschaften sowie zur Überwachung der Universitäten führten. Ferner wurden  (1820-1842) die Turnplätze geschlossen. Es folgten die Zensur der Presse sowie Entlassung und Berufsverbot für liberal und nationale gesinnte Professoren, die ihre politische Einstellung ihren Studenten vermittelten, insbesondere das rüde Pressegesetz sollten die unerwünschte Verbreitung von Konzepten, Ideen und Gedanken verhindern, die damals aufrührerisch erschienen. Der als reaktionär bekannte Deutsche Bund begriff liberale und nationale  Ideen als „Volksverhetzung“ und belegte sie mit seinem Bannfluch. Die Träger und Verfechter dieser Auffassungen  wurden als  Demagogen  gebrandmarkt und  verfolgt. Es gibt historisch gebildete, denkende  Politikwissenschaftler die Vergleiche zwischen den Karlsbader Beschlüssen und  manchen westlichen Demokratien der Gegenwart ziehen. Verfolgung und Inhaftierung unliebsamer Personen wie Ernst Moritz Arndt, Karl Marx, Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Friedrich Ludwig Jahn oder Georg Büchner folgten. Widerstand und Trotz insbesondere in jungen akademischen Kreisen und geheime > aufrührerische< Zusammenkünfte waren die Folge.

Der Zug zum Hambacher Schloss. Die teilkolorierte Federzeichnung von 1832 zeigt u. a. Fahnen in Farbreihung Schwarz-Rot-Gold (von unten zu lesen).
Erhard Joseph BrenzingerFull colored illustration from 1832

Als dann 1832 auf dem  Hambacher Fest mit über 30 000 Teilnehmer  aus allen Teilen und allen Gesellschaftsschichten ihren Willen zu Freiheit und nationaler Einheit bekundeten, wurden die Karlsbader Beschlüsse noch einmal verschärft, die später  in den Revolutionswirren  1848  am 2. April 1848 vom Deutschen Bund aufgehoben werden sollten.

1848: Das Volk steht auf

Das änderte  freilich im Vormärz nichts daran, dass  die Bestrebungen nach  Überwindung  von Kleinstaaterei  und Wiedererrichtung eines gemeinsamen  deutschen Staates unter Ausschluß der Öffentlichkeit  immer lauter und drängender wurden. Im Frühjahr 1848  brach dann zuerst in Frankreich eine Revolution aus, die den sogenannten Bürgerkönig mit sich riss  und den Aufstieg von Louis Bonaparte, dem nachmaligen Napoleon III. einleitete. Die österreichische Kaiserstadt Wien  war eine der ersten Städte  Mitteleuropas,  in der  die Revolution um sich griff. Das Haus Habsburg  verließ Wien ebenso wie  Fürst Metternich, der sich bei Nacht und Nebel  davon schlich und zunächst nach London ins Exil ging. Auch in den deutschen  Königreichen, Großherzogtümern sowie in den Kleinstaaten rumorte es,  kam es zu Unruhen, Demonstrationen,  Gewalttaten, Verletzten, Toten und Verhafteten, die letztendlich  zur Einberufung einer Nationalversammlung  im Mai in der Frankfurt er Paulskirche führten.

Ludwig von Elliott: Sitzung der Nationalversammlung im Juni 1848

Ihr Ziel war die Vorbereitung einer Reichsverfassung und die  Bildung eines Nationalstaates. Ziel war nunmehr  eine liberale Verfassung und die Bildung eines deutschen Nationalstaates. Dem preußischen  König Friedrich Wilhelm IV., ältester Sohn der Königin Luise,  wurde die deutsche  Kaiserkrone angeboten, die dieser ablehnte, weil das Anerbieten  ihm als nicht standesgemäß erschien.  Letztendlich scheiterte die Paulskirche an ihrer eigenen Uneinigkeit und Machtlosigkeit. Österreich hatte sich  durch eine von Kaiser Franz Josef aufoktroyierte Verfassung selbst weitgehend aus den weiteren Diskussionen  um eine gemeinsame deutsche Zukunft ausgeschlossen.  Der Deutsche  Bund, von den Revolutionen 1848 schwer angeschlagen,  wurde  unter der Leitung Österreichs wieder hergestellt. In der Olmützer Punktation von 1850, verzichtete  zudem   Preußen auf den Führungsanspruch als deutscher Staat. Durch dieses Abkommen, verlor Preußen bedeutend an Ansehen, es trug zudem zur weiteren Zuspitzung des Gegensatzes zwischen Preußen und Österreich bei. Das wiederum führte zur Ernennung des bereits politisch sehr aktiven Otto von Bismarck  zum Gesandten Preußens beim Deutschen Bundestag in Frankfurt.  Der neu ernannte Diplomat vertrat gegen die Ansichten des Königs die Auffassung, Preußen müsse gegenüber Österreich nicht Juniorpartner, sondern  gleichberechtigt sein. Es steht außer Zweifel, dass ihm in diesen langen Frankfurter  Jahren klar wurde, dass eine deutsche Einheit mit dem Habsburgerstaat nicht zu machen war.

Die  Gunst der Stunde

In diesen Jahren, wie einst nach Jena und Auerstedt 1806  versammelten sich in Preußen Köpfe, die Preußen zum Kernstaat eines künftigen Deutschlands machen wollten. Dazu zählten vor allem  Moltke, von Roon und der sie umgebende Kreis. Bismarck hingegen lernte die europäischen Höfe kennen, zuerst als Gesandter in St. Petersburg, dann  in Paris, verbunden mit einer längeren Studienreise nach London. In diesen Jahren (1861)  traf  er in Baden-Baden mit König Friedrich Wilhelm, dem jüngeren Bruder  des kinderlosen Friedrich Wilhelm IV. zusammen. Er  überzeugte ihn mit einer Denkschrift und einem Vortrag,  dass  Russland keinen Widerspruch gegen eine kleindeutsche Lösung  einlegen  würde.  Der Diplomat  aus Schönhausen kannte inzwischen  die handelnden Persönlichkeiten und die Politik  jener Großmächte, die Einfluss auf eine künftige  Entwicklung der deutschen Dinge  nehmen könnten. Dann zum  preußischen Ministerpräsidenten ernannt, nutzte  er die wohl nicht wiederkehrende  politische Ausnahmesituation,  als die europäischen Großmächte  mit anderen schwerwiegenden Problemen beschäftigt und in Kriege verwickelt waren:  Das sich einigende Italien lag im Streit mit dem Kaisertum Österreich, das der italienische Unabhängigkeitskrieg an den Rand des wirtschaftlichen Ruins führte. Napoleon III. war hier  Franz Josefs Gegenspieler. Gleichzeitig führte Frankreich Kolonialkriege und förderte die Kaiserkandidatur  Erzherzogs Maximilian zum Kaiser von  Mexiko.  Dort wurde dieser 1867 zum Tode verurteilt und erschossen.  Napoleon III. hatte mit gezinkten Karten gespielt. Russland wiederum litt noch unter den Folgen des Krimkrieges  ebenso wie das viktorianische England, das in  den amerikanischen  Bürgerkrieg  nicht involviert war, aber mit den Südstaaten sympathisierte.

Die politische Großwetterlage  war also für die  preußischen Deutschland- Pläne  günstig, nachdem Bismarck sich innenpolitisch u.a.  durch die Heeresreform freigeschwommen hatte. Darüber hinaus war es Berlin gelungen, in nur einem Jahrfünft  die Deutschen aus ihrer  vertrauten Biedermeierbequemlichkeit   wachzurütteln und wenn schon nicht zu begeistern, dann wenigstens zu gewinnen, den  deutschen Traum von 1815 nicht weiter zu träumen, sondern Wirklichkeit werden zu lassen. Diese Haltung ist durchaus vergleichbar mit den  Jahren nach 1810, als in fast allen Teilen der deutschen Lande sich Bewegungen bildeten, Gruppen und Grüppchen sich fanden, um gegen den fremden Besatzer  tätig zu werden. Es war der oft zitierte und ebenso gefürchtete „furor teutonicus“,  der die Menschen packte und sie zu  kühnen Taten mitriss, die einmal zur Beseitigung einer Fremdherrschaft  innerhalb weniger Jahre, zum anderen aber zur  Wiederbegründung des Reiches durch das erwachte Preußen erfolgreich führten. Im letzten Jahrhundert  veranlasste eine ähnliche Haltung  in Mitteldeutschland  die Mutigen,  dem Ostberliner Regime die Stirn zu bieten, die deutsche  Einheit durchzusetzen und  die kommunistische Herrschaft hinwegzufegen.

Preußen hatte sich in nur weniger als einem Jahrzehnt von einem schläfrigen, mediokren, im Ausland belächelten  Königreich zum Piemont eines neuen Deutschland entwickelt.  Formal bestand das Reich ab dem 1. Januar 1871. Der  18. Januar  war der Tag der Kaiserproklamation in Erinnerung an den 18. Januar 1701, als Friedrich  von Brandenburg in Königsberg zum ersten König in Preußen gekrönt wurde.

Napoleon III. und Otto von Bismarck nach der Schlacht von Sedan
Wilhelm CamphausenBismarck. Des eisernen Kanzlers Leben in annähernd 200 seltenen Bildern nebst einer Einführung. Herausgegeben von Walter Stein. Im Jahre des 100. Geburtstags Bismarcks und des großen Krieges 1915. Hermann Montanus, Verlagsbuchhandlung Siegen und Leipzig [1]
Bismarck und Napoleon III trafen sich am 2. September 1870 nach der Schlacht von Sedan in Donchery.

Zur  Reichsverfassung

Die Verfassung des neuen Deutschen Reiches entsprach im Wesentlichen der des Norddeutschen aufgelösten  Bundes. Bismarck soll sie in einer Nacht niedergeschrieben haben.  Das Reich war ein Bundesstaat. Die Einzelstaaten behielten ihre Hoheit, verloren allerdings die Souveränität in einigen Zuständigkeiten und Institutionen. Sie waren noch Träger der Verwaltung, der Justiz und des Schulwesens im Verwaltungsföderalismus mit eigener Steuerpolitik und eigenen Einnahmen. Sie behielten ihr Wahlrecht, ihre einzelnen Verfassungen gehörten zur Gesamtverfassung des Reiches. Den Landtagen stand der Reichstag gegenüber. Außenpolitik und Militär waren in der Kompetenz des Reiches. Der Kanzler wurde zum Kern der Exekutive der Reichsregierung. Neben der Regierung stand der Bundesrat, gleichsam als Bollwerk des Föderalismus. Preußen spielte jedoch in allen Bereichen die erste Rolle. Das Deutsche Reich war föderalistisch, doch preußisch hegemonial zugleich, ein einheitlicher Nationalstaat mit monarchischen und demokratischen Elementen, doch auch ein Rechts-und Kulturstaat, sowie ein Wirtschafts-und Sozialstaat. Es war ein Nationalstaat mit einer konservativen Monarchie und einer bürgerlichen Gesellschaft. Die Umbenennung von Präsidium und Bund auf nunmehr Kaiser und Reich sollte dieses auf diplomatischem Weg zustande gekommene Verfassungskonstrukt  beenden.  

Das Urteil der Geschichte

Im Herbst 2020 begingen wir zum 30. Male feierlich den Anschluss der  DDR an die Bundesrepublik und mit einem vom  Bundespräsidenten verlesenen Text erinnerte dieser auch  an die Reichsgründung vor 150  Jahren. Diese  verzerrten Ausführungen entsprachen nicht der damaligen  Wirklichkeit und zeugen auch von  historischer Unkenntnis der Redenschreiber. 

Vergleicht man einmal das Kaiserreich von 1901 mit der Bundesrepublik 2021, erinnert man sich an einen aufblühenden Staat  der demographisch zu den jüngsten Ländern der Welt zählte, der in Wissenschaft und Forschung, in Kultur, Sport und Literatur  eine Spitzenstellungen in der Welt einnahm, der wirtschaftlich  von europäischen und außereuropäischen Mitbewerbern beneidet wurde. „Made in Germany“ war ein Gütesigel der Extraklasse und war heiß begehrt, sehr zum Leidwesen  anderer Industrienationen. Ein Vergleich mit den Zuständen im heutigen Deutschland wäre eine Beleidigung für das Kaiserreich, dem  der deutsche Bundespräsident  glaubte  die Ehre abschneiden zu können. Wer nicht nur aus den Chefetagen der Bundespolitik schaut, sondern auch in Seitenstraßen blickt, wird Rentner sehen, die Flaschen sammeln müssen um ein paar Cents für eine warme Mahlzeit  zu verdienen oder Obdachlose, die  abends nach freien Plätzen unter Brücken oder  in Bahnhöfen suchen müssen.

Die Begeisterung jedoch all derer, die  jahrzehntelang für die Einheit gekämpft hatten, kannte nach dem 18. Januar  1871 keine Grenzen. In einem Brief, den der damals 53jährige nationalliberale Bonner Historiker Heinrich von Sybel an den gleichgesinnten  Historikerkollegen Hermann Baumgarten schrieb, ließ er seiner Begeisterung freien Lauf:> Wodurch hat man die Gnade Gottes verdient so große und mächtige Dinge erleben zu dürfen? Und wie wird man nachher leben? Was 20 Jahre der Inhalt alles Wünschens und Strebens gewesen, das ist nun in so unendlich herrlicher Weise erfüllt. Woher soll man in meinen Lebensjahren noch einen neuen Inhalt für das weitere Leben nehmen? <

Linksgrüne Alchemie oder wie man Faschisten zwecks Bekämpfung generiert: der sogenannte „Extremismus der Mitte“

Je länger Hitler tot ist, desto mehr Widerstandskämpfer gibt es. Als die SPÖ aus der Regierung flog und durch eine ÖVP-FPÖ-Koalition abgelöst wurde, skandierten Widerstandskämpfer aus einem einschlägig bekannten Dunstkreis toleranter Schreihälse:


„Widerstand, Widerstand,

Schüssel, Haider

an die Wand!“

Besonders die Abteilung Horch & Guck der umtriebigen Tarnvereine der SPD (Spitzel, Pöbler und Denunzianten) wie „München ist bunt“, „Endstation Rechts“, der „Fachstelle für Demokratie“ oder die Aktivisten vom „A.I.D.A.“-Archiv sammeln und fotografieren jederzeit und allerorts abtrünnige Seelen, die man der Gedankenverbrechen verdächtigt, um sie dann zu günstiger Gelegenheit gesellschaftlich zu skandalisieren oder entmenschlichen zu können.

„Wanderaustellung des BayernForums der Friedrich-Ebert-Stiftung „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“

Darüber hatten wir auf BAYERN IST FREI im Blog „Rechtsstaat adé“ berichtet. https://bayernistfrei.com/2016/11/22/rechtsstaat-ade/

witzgall mit fotoapparat
Thomas Witzgall von der SPD-nahen Kreation „Endstation Rechts“. Fotografiert Seelen mit abtrünniger Gesinnung für ein spezielles Archiv.

Gastbeitrag

von Notan Dickerle,

Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen “Bunt”

Was den Alchemisten des Mittelalters die Herstellung von Gold war scheint dem System Merkel heute die Schaffung von Nazis zu sein. Ist der so geschaffene ideologische Feind erst einmal besiegt, strahlt die Gloriole der politischen Correcties umso goldener, und es gibt Lob von „German Watch“, der „Anti Diffamation League“ und wie die „Nie-wieder-irgendwas“-Organisationen alle heißen. Außerdem läßt es sich viel leichter durchregieren, wenn Opponenten von vorneherein ins moralische Abseits gestellt werden können.

Beißhund „Spiegel“ ließ in diesem Zusammenhang neulich den „Direktor des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus der Universität Leipzig“ zu Wort kommen. Ja, so ein „Kompetenzzentrum“ gibt es tatsächlich und ist possierlicherweise an der dortigen Theologischen Fakultät angesiedelt. Der Herr Direktor heißt Oliver Decker (*1968), und seine ebenso tiefschürfende wie spiegelgerechte Analyse lautete, „Verschwörungsmythen, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Antifeminismus“ seien „Bindeglieder zwischen… antidemokratischen Milieus“. Klickt man vor diesem Hintergrund mal bei der Uni Leipzig rein, so stellt sich dort tatsächlich das „KreDo“ vor, das „Kompetenzzentrum für Rechtsextremismus und Demokratieforschung“.

Matthias Quent. Foto: Wikipedia

Man kann ja schließlich dieses auch im Hinblick auf Staatsknete so dankbare Thema nicht dem notorischen „Experten“ Matthias Quent (*1986) (Träger nicht des Leuchtturmpreises aber eines „Preises für Zivilcourage der Stadt Jena“) und der Anetta Kahane-Stiftung überlassen, auf die eine Linkliste des „KreDO“ allerdings als erste Adresse verweist; als nächstes kommt das „Netzwerk für Demokratie und Courage – gegen menschenverachtendes Denken.“ Klickt man Professor Decker an, so erscheint das Bild eines Bücherregals mit richtungsweisenden Titeln: „Theodor W. Adorno“, „Was heißt Rassismus?“, „Paradigma der Geschlechterdifferenz“. Das Wort „Krise“ ist auffallend häufig Titelbestandteil wie z.B. „Die Mitte in der Krise“.

Der „Mitte“ gilt nämlich die besondere Aufmerksamkeit von Professor Decker, der nicht nur das „Kompetenzzentrum“ in Leipzig leitet, sondern auch „Professor für Sozialpsychologie und interkulturelle Praxis an der Sigmund Freud-Universität Berlin“ sowie „Co-Leiter des Graduiertenkollegs Rechtspopulismus“ der Universität Köln ist. Außerdem gibt er seit 2002 regelmäßig „Mitte-Studien zu rechtsextremen Einstellungen in Deutschland“ heraus. Eine dieser Studien trägt den aparten Titel „Vom KZ zum Eigenheim – Bilder einer Mustersiedlung“ und ist kofinanziert von der (aus dem Programm „Demokratie leben“ üppig ausgestatteten) Kahane-Stiftung.

Decker ist auch Verfasser eines 2013 erschienenen Werks „Die enthemmte Mitte“. Was Forschung doch nicht alles leisten kann!

Auch ohne Kenntnis von Einzelheiten kann man sich leicht vorstellen, wohin die Reise geht: die Mitte der Gesellschaft soll mit derart geschwätzwissenschaftlichem Hokuspokus in die rechte Schmuddelecke gestellt werden. Leute wie Decker schaffen ideologisch grundierte Theorien, die sich die betroffene Mitte der Gesellschaft auf Grund ihrer Abstrusität – ähnlich wie bei der Gendertheorie oder dem „Dritten Geschlecht“ – nicht einmal in ihren Alpträumen vorstellen kann. Sie entwickeln indes eine Eigendynamik, die früher oder später als Grundlage für staatliche Manipulationen einschließlich ideologischer Übergriffigkeiten gegen ebendiese politisch eher unauffälligen Bürger der Mitte dienen kann, sobald diese Mitte neu definiert bzw. wie im System Merkel nach links verschoben werden soll.

Die „Neue Mitte“ ist dann eben die alte Linke, und wer bei dieser Charade nicht mitmacht ist schwuppdiwupp der neue Rechte, der im Rahmen des „Kampfes gegen Rechts“, des imaginären „Aufstands der Anständigen“, gnadenlos bekämpft wird.

Der multifunktionale Oliver Decker hat das alles nicht selbst erfunden. Wie fast alles „Gute“ kommt auch der intellektuelle Taschenspielertrick vom „Extremismus der Mitte“ direkt aus „God’s own country“. Er wurde bereits vor über 60 Jahren, also auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, von dem amerikanischen Soziologen Seymour Martin Lipset (1922-2006) in dem Buch „Political Man“ (1959) entwickelt, in dem er behauptet, der Faschismus sei in der sozioökonomischen Mittelschicht beheimatet. Personen, die ihren Status in Gefahr sehen, neigten zum Rechtsextremismus, der Mittelstand bilde praktisch eine Art konterrevolutionäres Potential.

Der österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky (1911-1990) – immerhin ein Mann von der sozialistischen SPÖ! – hat das gleiche Phänomen in den 70-er Jahren des letzten Jahrhunderts wesentlich einfacher und undramatischer formuliert: „Niemand lässt sich gerne etwas wegnehmen.“ Entsprechend blieb die Wirkung des linken Vordenkers Lipset lange auf geschwätzwissenschaftliche Seminare beschränkt, sein „Extremismus der Mitte“ galt weniger als Instrument der politischen Analyse denn als politischer Kampfbegriff von Strategen der Umverteilung, eines „Great Reset“.

Deckers eher konservativer Kollege Uwe Backes (*1960), der an der TU Dresden vergleichende Diktaturforschung betreibt (und außerdem als stellvertrender Direktor am Hannah Arendt-Institut für Totalitarismusforschung wirkt) hat den manipulativen Trick ebenfalls durchschaut: „Kein Wunder, daß in der ‚Mitte‘ fündig wird, wer mit neurechten Tendenzen neoliberale Politikkonzepte oder die Berufung auf den Nationalstaat meint.“ Eigentlich sehr einfach und leicht nachvollziehbar. Aber der „Great Reset“ steht ja demnächst auf der Tagesordnung, und wer Nazis sucht, der findet auch welche – zur Not auch in der Mitte der Gesellschaft mit Hilfe von Herrren wie Lipset, Decker oder Quent. Mit Demokratie hat das dann aber nichts mehr zu tun, vielmehr mit ihrem Gegenteil!

Wikipedia: „Im März 2011 erhielt Backes von den linksextremistischen „Revolutionären Aktionszellen“ eine Patrone zugeschickt. In einem im Internet veröffentlichten Bekennerschreiben wurde angedroht, dass „die nächste Zustellung per Express“ erfolge. Neben Backes betraf diese Aktion unter anderem seinen Kollegen Eckhard Jesse sowie Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich

Mit dem Perpetuum mobile des „Extremismus der Mitte“ in die neue DDR

Die Zeiten ändern sich, und aus dem Deutschland von Adenauer, Brandt, Schmidt und Kohl wurde unter unseren Augen der Merkel-Staat.

Die „Neue Mitte“ ist im Merkelstaat die alte Linke, und wer bei dieser Charade nicht mitmacht ist schwuppdiwupp der neue Rechte, der im Rahmen des „Kampfes gegen Rechts“, des imaginären „Aufstands der Anständigen“, gnadenlos bekämpft wird. Was einst die bürgerliche Mitte war, wird mit diesem soziologischen Taschenspielertrick nach Rechtsaußen verschoben, während die alte Linke als die neue Mitte gilt – ein Spiel, das sich beliebig so lange fortsetzen läßt, bis wir uns in einer neuen DDR wiederfinden, in der das Gute, nämlich Sozialismus und Bevormundung, bekanntlich alternativlos war.

Die jetzige „Mitte“, mit der Merkel, Laschet, Söder und Mitläufer im Merkel-Staat hausieren gehen, mausert sich zu einem Hort erbitterter Ausgrenzung. Sie beruft sich nach dem Rezept von Markus Söder, Heiko Maas oder Katharina Schulze auf „unsere Demokratie“ und zeigt mit dem Finger wie weiland die Kirche im Mittelalter auf Glaubensabtrünnige wie Jan Hus, Kopernikus, Giordano Bruno oder Galileo Galilei. Wie sehr die Mitte seit Beginn von Merkels Kanzlerschaft auf die schiefe Bahn geraten ist erfahren wir nun

von Notan Dickerle,

Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen „Bunt“

Am 18. Januar d.J. jährt sich die Gründung des Deutschen Reiches zum 150. Mal. Der Reichsgründungstag war im Deutschland Bismarcks ein hoher Feiertag. Die sozialliberale Regierung Brandt/Scheel mit Postminister Georg Leber brachte 1971 aus Anlass des Hundertsten noch eine eigene Briefmarke heraus, sogar ein eigenes Fünfmarkstück wurde geprägt.

Die „Junge Freiheit“ hat darüber berichtet, daß die aktuelle Bundesregierung nicht nur keine vergleichbaren Aktionen plant, sondern wahrscheinlich sogar aus dem „off“ unterbindet. Der private Auftrag eines prominenten Patrioten, auf seine Kosten eine Gedenkmarke zu drucken und in Verkehr zu bringen, wurde von der deutschen Post jedenfalls ohne Begründung abgelehnt. Steinmeier & Co. sehen im Kaiserreich schließlich kein identitätsstiftendes Element sondern quasi eine Vorstufe zum Nationalsozialismus. Auch Ulbricht und Honecker war der Reichsgründungstag ein Graus.

Die Zeiten ändern sich, und aus dem Deutschland von Adenauer, Brandt, Schmidt und Kohl wurde unter unseren Augen der Merkel-Staat.

Nicht nur die Post, auch andere Institutionen unseres Landes sind von einer Politik angeblich entnazifizierender Entnationalisierung betroffen, z.B. die altehrwürdige Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Obwohl von Anfang an ein Instrument alliierter „Re-education“ war sie 1952 unter dem Namen „Bundeszentrale für Heimatdienst“ gegründet worden, um den Deutschen die Vorzüge der Demokratie in bekömmlichen Dosen nahezubringen. Sie ist eine nachgeordnete Behörde des BMI, seit der Jahrtausendwende wird sie von einem SPD-Mann namens Thomas Krüger geleitet, der die Truppe in den letzten 20 Jahren auf politisch korrekten Linkskurs gebracht hat: Nach Auffassung der bpb gehören Linksextremisten inzwischen zur Mitte unserer Gesellschaft, nachzulesen bei den Herren Tom Thieme und Armin Pfahl-Traughber:

Das Verhältnis der demokratischen Parteien zum Linksextremismus habe sich seit der Wiedervereinigung grundlegend geändert und werde nicht mehr überall als Bedrohung wahrgenommen, heißt es dort. Vorübergehende Sorgen über Bedrohungen und Gewalt durch Linksextremisten wie beim Hamburger G20-Gipfel im Juli 2017 „ebben rasch wieder ab“, zumal „vor dem Hintergrund der wachsenden Gefährdungen durch Islamismus und Rechtsextremismus“. Für letzteren stehe besonders der NSU, der gezeigt habe, wie furchtbar „rechte Strukturen“ die demokratische Grundordnung in Frage stellten. Entsprechende Einstellungen (wie z.B. „Fremdenfeindlichkeit“ oder gar „Geschichtsrevisionismus“) gäbe es aber „nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft“. Man ist versucht zu ergänzen: nein, es gibt sie auch beim Verfassungsschutz, dessen Rolle bei Gestaltung und Erhaltung des NSU wahrscheinlich noch länger auf eine Aufarbeitung warten muß. Ohne Bedrohung von „Rechts“ kann man schließlich auch nicht gegen diese Richtung kämpfen, die neben der Klimaideologie zu einer Art Fetisch der Republik geworden ist. Und von was würden die Organisationen einer „Zivilgesellschaft“, die sich diesem Kampf in der einen oder anderen Form verschrieben haben, denn leben, wenn es gar nichts mehr zu bekämpfen gibt? Wohin mit Anetta Kahane? Da bliebe allenfalls noch der „Extremismus der Mitte“, den findige Soziologen im Amerika der 60-er Jahre erfunden haben: der Mittelstand als „konterrevolutionäres Potential“, der aus Furcht vor sozialem Abstieg sogar bereit ist, eine AfD oder einen Donald Trump zu wählen, um sein Erspartes und seinen Status nur ja nicht mit den bunten Mitbrüdern, -schwestern und -dödeln teilen zu müssen. Der egoistische Wähler der Mitte, der die „liberale Demokratie“ ähnlich wie Viktor Orban in Ungarn ablehnt, weil er die wärmende Identität der Heimat verstörenden und verarmenden Gesellschaftsexperimenten wie „Resettlement“ und „Great Reset“ durch das „BreiBuBü“, das Breite Bunte Bündnis aus Altparteien, Medien, Kirchen und Gewerkschaften ablehnt.

Was einst die bürgerliche Mitte war, wird mit diesem soziologischen Taschenspielertrick nach Rechtsaußen verschoben, während die alte Linke als die neue Mitte gilt – ein Spiel, das sich beliebig so lange fortsetzen läßt, bis wir uns in einer neuen DDR wiederfinden, in der das Gute, nämlich Sozialismus und Bevormundung, bekanntlich alternativlos war. Die Kanzlerin hat es vorgemacht, die Führungsriege derjenigen Partei, die einstmals die Interessen der bürgerlichen „Konterrevolutionäre“ mit Selbstverständlichkeit vertreten hat, stellt die willigen Vollstrecker. Ein Hoffnungsträger namens Laschet hat zum Beispiel bereits klar gemacht, daß der Terror in Deutschland von rechts kommt.

Der Bock ist in unserem Lande also nicht nur schon seit längerem Gärtner, er verfügt auch über die Definitionskompetenz, wer als Bock zu gelten hat und wer nicht, wer den Garten zerstört und wer als kompetenter Pfleger gilt, auch wenn er vielleicht zu gewöhnungsbedürftigen Mitteln greift….

Anhang

Unser Freund Erasmus Konsul liefert dazu folgende Ergänzung:
„Ich erlaube mir einmal, diesen Hinweis auf den 150. Jahrestag der Reichsgründung am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles weiterzugeben. Auch wenn heute führende Politiker, wie der Bundespräsident Steinmeier, dies anscheinend für einen nationalstaatlichen Irrweg halten, eine Art „Aufschlag“ für den späteren Nationalsozialismus, so haben sozialdemokratische Vorgänger wie der damalige Postminister Georg Leber (zu anderer Zeit auch Verteidigungsminister!) dies als einen Anlass für die Herausgabe einer Sondermarke gesehen. Immerhin – darauf weist die „Junge Freiheit“ zurecht hin – leben die Deutschen heute noch im rechtlichen Nachfolgestaat dieses Reiches, wenn auch einem territorial amputierten. Amputiert sind auch die Sozialdemokraten Steinmeiers, zumindest hinsichtlich Wählerstimmen. 1971 hatten sie noch um die 40%, heute sind es nach Umfragen wohl zwischen 15 – 20%. Ob dieser Amputation des Elektorats wohl eine mentale vorausgegangen ist?
Schade, wohin die nationale Entkernung die SPD gebracht hat und nicht nur diese!

Junge Freiheit

von Dieter Stein

Lieber Leser,

das offizielle Deutschland will den Jahrestag der Reichsgründung vor 150 Jahren am liebsten totschweigen!

Da die Post selbst keine Sondermarke aus diesem Anlaß produzieren wollte, hat unser Autor Karlheinz Weißmann Ende vergangenen Jahres bei der Post einen Auftrag eingereicht, um Marken auf eigene Kosten zu drucken. Doch die Post weigerte sich, zu drucken!

Es gibt nämlich seitens der Post das Angebot, daß sich Kunden selbst gestaltete Marken drucken lassen können. O-Ton Post: „Gestalten Sie Ihre ganz individuellen Briefmarken mit Ihren schönsten Familienfotos, Urlaubsbildern, Schnappschüssen, Malereien oder mit Ihrem Firmenlogo.

Zunächst wurde der Auftrag einfach kommentarlos nicht ausgeführt. Erst auf schriftliche Nachfrage teilte die Post Karlheinz Weißmann mit, daß es ihre AGB erlaubten, ohne weitere Angaben oder Erklärungen einen Kundenauftrag zurückzuweisen. Wirklich beschämend!

Unser Staat ist nicht nur juristisch Rechtsnachfolger, genauer sogar „rechtsidentisch“ mit dem vor 150 Jahren, am 18. Januar 1871 mit der Proklamation des deutschen Kaisers offiziell ans Licht getretenen Deutschen Reich. Rechts-, Wirtschafts- und Sozialordnung, Bildungswesen und Föderalismus gründen hier.

Unter dem sozialdemokratischen Postminister Georg Leber und Kanzler Willy Brandt brachte die Bundespost 1971 immerhin noch eine Briefmarke zum 100jährigen Jubiläum der Reichsgründung heraus. Unter Angela Merkel müssen wir uns 2021 mit Marken zu 50 Jahren „Sendung mit der Maus“ und „Polizeiruf 110“ bescheiden. Erbärmlich!

Fassung für das Berliner Schloss, enthüllt am 22. März 1877. Öl auf Leinwand, 4,34 × 7,32 m, Kriegsverlust; nur als Schwarz-Weiß-Fotografie erhalten, hier am rechten Rand um etwa 40 cm verkürzt
Anton von Werner – Im Original 4,3 × 7,3 m. Das farbige Original ist verschollen.

JF-Sonderausgabe zum 150. Jahrestag der Reichsgründung vom 18. Januar 1871 mit dem berühmten Gemälde von Anton von Werner – Sichern Sie sich jetzt Ihr persönliches Exemplar!
WICHTIG: Abonnenten erhalten die Ausgabe im Rahmen ihres Abonnements kostenlos!

Junge Freiheit. Titelbild. 150 Jahre Reichsgründung.

Die JUNGE FREIHEIT wird deshalb in dieser Woche, am 15. Januar, mit einer Sonderausgabe zum 150. Jahrestag der Reichsgründung erscheinen. Wenn Sie noch nicht Abonnent sind: Sichern Sie sich unbedingt jetzt noch schnell Ihr persönliches Exemplar mit acht Sonderseiten zu diesem besonderen Jubiläum.

Die Zeitung wartet mit einer ungewöhnlichen Überraschung auf: Das berühmte Gemälde von Anton von Werner zur Proklamation des Deutschen Kaisers in Versailles im Großformat (zwei Zeitungsseiten, ca 46 x 74 cm).

Sichern Sie sich jetzt die Sonderausgabe zum 150. Jahrestag der Reichsgründung und das einmalig günstige Aktions-Abo – wenn Sie noch nicht Bezieher sind. Oder verschenken Sie ein Abo! Lesen Sie die JUNGE FREIHEIT 12 Wochen und erhalten Sie zusätzlich als wunderbar passende Prämie Karlheinz Weißmanns „Deutsche Geschichte für junge Leser“ für nur 32 Euro. Sie sparen fast 50 % im Vergleich zum Einzelkauf im Zeitschriftenhandel. Feiern Sie mit uns „150 Jahre Reichsgründung“.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr
Dieter Stein“

Wir werden alle sterben. Karl Lauterbach sieht schwarz für die Zukunft. Funeral for future.

Lauterbachs Stern funkelte noch nie so hell wie im Corona-Jahr 2020. Der Savonarola vom Rhein hätte sicher eine großartige Neujahrsansprache über den drohenden Weltuntergang gehalten, wenn er in der richtigen Partei gewesen wäre.

Das Gespann Propeller Karl und Jutta Ditfurth kompensiert mühelos das Defizit an Knallern und Silvesterraketen, das anno 2020 durch lokale und überregionale Sonnenkönige verordnet wurde.

Die Drohung, daß mobile Standgerichte pro Einzeltäter 500.-Euro einsacken, dürfte ihre Wirkung nicht verfehlen.

Milosz Matuschek hat Karl Lauterbach auf die Couch gelegt und konstatiert folgendes psychosomatisches Panoptikum:

Lassen Sie mich durch, ich bin Aufmerksamkeitsjunkie!

Das Jahr der geistigen Tiefpunkte war fast vorbei, doch dann sprang ein verhaltensauffälliger deutscher Abgeordneter doch noch mal aus der Kiste.


eine Kolumne

von Milosz Matuschek

„Keine Angst, er liebt Menschen und will nur Ihr Bestes: Karl Lauterbach, SPD-Hinterbänkler und Bundes-Covid-Einpeitscher.


Wir beenden in Kürze Jahr 1 der Spahndemie



Seit Monaten läuft ein Überbietungswettkampf um die krasseste Forderung, eine Art Hitparade der autoritär-totalitären Sätze.

Nur einer hatte das Gefühl, noch nicht genug getan zu haben. Man erkennt ihn leicht. Einmal an der Fliege, und dann an der Frisur, die ein bisschen so aussieht, als würde er sich im Dunkeln mit der Heckenschere selbst die Haare schneiden: Karl Lauterbach.


Eigentlich ist er nur ein einfacher deutscher Abgeordneter, ein Hinterbänkler, wie so viele. In Corona-Zeiten entdeckte er seine Sadomaso-Neigung und beschloss, Bundes-Covid-Einpeitscher zu werden.

Der Job ist denkbar einfach. Bei jeder Maßnahme muss einfach immer noch eine Prise Lauterbachsches Salz mehr in die Wunde. Seine neueste Idee lautet, man reibt sich endgültig die Augen:

„Somit benötigen wir Maßnahmen zur Bewältigung des Klimawandels, die analog zu den Einschränkungen der persönlichen Freiheit in der Pandemie-Bekämpfung sind.“

Gut, faulige Ausdünstungen von Politikern, die um alles in der Welt ihre Karriere retten müssen, sind wir gewohnt. Lauterbach wäre ohne Zweifel ein hervorragender Aufseher in den grünen Greta-Gulags der Zukunft, wo enteignete SUV-Fahrer am Laufband grüne Energie erzeugen müssen. Als Guru einer Anti-Co2-Todessekte, die sich durch ewiges Luftanhalten letztlich selbst kompostiert, fehlt ihm allerdings das Charisma.



Wir müssen Karl Lauterbach verstehen. Krisen kennen Gewinner und Verlierer. Lauterbach ist bisher der große Corona-Loser, der ewig Übergangene, und eigentlich überflüssigste Akteur in diesem Theater. Versetzen Sie sich in seine Lage: Die wichtigsten Jobs sind vergeben. Niemand braucht Sie. Sie rennen deshalb in jede Talkshow, twittern wie verrückt und melden sich ungefragt zu Wort. Und dann schlagen Sie die Zeitung auf und denken sich ständig: Und ich? Wo bin ich?


Nichts hatte bei Lauterbach zuletzt für die Karriere groß etwas gebracht. Nicht die offene Demokratieverachtung gegenüber Demonstranten, nicht die Anbiederung an Nomenklatura-Klimperer Igor Levit, nicht sein rührender Einsatz als Undercover-Kontrolleur von Kölner Glühweinständen oder seine Rolle als Böllerverbieter zu Silvester.


Dann wurden Drosten und Södolf I. von Bayern auch noch Playboy-Männer des Jahres. Hatte Lauterbach sein Bewerbungsfoto nicht in Hochauflösung eingeschickt, wie verlangt?

Nina Scheer (l.) mit Karl Lauterbach bei der Regionalkonferenz in Nieder-Olm 2019 zur Wahl des SPD-Vorsitzes
Olaf Kosinsky – Eigenes Werk

Wieder übergangen worden! Schiebung! Verschwörung! Ein Corona-Königreich für einen autoritären Satz. Es brauchte jetzt einfach die Bazooka, die unmissverständliche Ober-Anbiederung an die große Corona-Schattenagenda „Great Reset“ des World Economic Forum.

Jeder, der lesen kann, weiß es ja: Erst kommt Corona, dann kommt der Wirtschaftsabsturz, und dann die grüne Überwachungsdiktatur zur großen Rettung des Klimas. Die kommunistische Partei Chinas und große Techkonzerne reiben sich die Hände, während man bei uns darüber diskutiert, ob Tampons kostenlos sein sollen.

Karlchens Irrfahrt ist der Stoff aus dem Arztromane gemacht sind. Da macht man sein Leben lang Gesundheitspolitik und plötzlich ist man die lame duck des Pandemieregimes. Wir müssen Lauterbachs autoritäre Parolen deshalb als Hilfeschreie verstehen.

Da hat einer Angst, das fleischgewordene Pendant zum nicht ausgelasteten, insolventen Corona-Krankenhauses zu werden. Durch Corona droht doch tatsächlich „EdeKa“ = Ende der Karriere.


Helfen wir ihm deshalb kurz auf die Sprünge.

So Karlchen, jetzt mal unter uns. Du hast da was grundsätzlich nicht verstanden. Die Auswahl des politischen Führungspersonals folgt dem Prinzip der „adversen Selektion“. Das heißt, man muss den Bock zum Gärtner machen. Du warst bisher nicht Bock genug, sorry. Es hilft auch nicht, Arzt zu sein, im Gegenteil. Es schadet. Und dann das bisschen low-level Korrumpiertheit. Mal ehrlich. Das passt vielleicht zum Kölner Filz aber nicht zu den großen Jungs auf globaler Ebene. Margarine-PR für Unilever, ernsthaft? Ein paar Gefälligkeitsgutachten für Bayer in Sachen Lipobay? Da starben doch auch nur ein paar Leute dran.

Nein, man muss schon etwas mehr Dreck am Stecken haben, um mal zur Bilderberger-Bewerbermesse eingeladen zu werden. Veruntreuung von 400 Mio. Euro, das kann helfen, siehe die aktuelle EZB-Präsidentin Lagarde. Oder als Ministerin Millionen an externe Beraterfirmen verbaseln, das ebnet den Weg an die Spitze der Europäischen Kommission, siehe von der Leyen. Deshalb haben die auch den Bankkaufmann genommen, verstehst du, Karlchen? Der hatte nicht nur keine Ahnung von Gesundheit, sondern war neben seinem Bundestagsmandat auch Lobbyist und hatte zudem den richtigen Stallgeruch. Und dann im Vergleich dazu du, Karlchen, du verstehst. Fuchtelst im Bundestag immer etwas zu viel mit den Händen, dann das verwuschelte Haar und der wirre Blick. Du bist selbst den Eliten etwas zu creepy, zu uncool, zu suspekt.


Aber es gibt noch ein Zaubermittel. Was dir jetzt noch helfen könnte, Karlchen, wäre die Teilnahme an einer von Pfizer und Bill Gates gesponserten Studie für einen Impfstoff auf Kochsalzbasis (sorry, muss sein) gegen Morbus Caroli Lauterbachiensis, einem häufig auftretenden Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom unter politischen Hinterbänklern. Es ist die Seuche unserer Zeit und den ersten Probanden hätten wir damit auch gleich. Deal?

Operation Nawalny versucht Entscheidungsschlag

Der in Berlin ansässige aus Russland eingewanderte Dr. Alexander Sosnowski analysiert seit Monaten auf Youtube die Sicherheitslage Russlands und insbesondere alles, was mit Deutschland zusammenhängt und somit insbesondere den Fall Nawalny. Alexei Nawalny weckte gestern mit einem neuen Video große Aufmerksamkeit, in dem er vorgeblich einen FSB-Agenten anruft und dazu verleitet, ihm Informationen preiszugeben, aus denen hervorgehen soll, dass der FSB Nawalny Nowitschok in die Unterhosen schmierte und ihn auf diese Weise auch sicher umgebracht hätte, wenn nur das Flugzeug nicht so schnell in Omsk notgelandet wäre. Operation Nawalny versucht Entscheidungsschlag weiterlesen

Corona-Parties in Brüssel und Südengland

2 zarte Polizistinnen mischten gerade in Brüssel eine Party von 20-40 nichtzurückweisungsberechtigten Jungmännern mit mutmaßlichem afrikanischem Bootsmigrationshintergrund („Negry“ laut Rossia24) auf, die sich unter einem Frisörladen dicht gedrängt versammelt hatten. Die Polizistinnen wurden sofort beiseite geschoben und konnten keinen verhaften. Es gelang ihnen nicht einmal, die Tür von außen zuzuhalten. Die Partygäste stürmten in alle Richtungen davon, bevor Verstärkung eintraf, aber immerhin konnte Rossia24-Korrespondentin Anastasia Popowa, die sich mit den Polizistinnen angefreundet hatte, filmen. Der Begriff „Negry“ ist altehrwührdig und von allerlei russischer und sowjetischer Literatur geadelt, die zumeist von antikolonialistischem, antirassistischem Pathos erfüllt war. Corona-Parties in Brüssel und Südengland weiterlesen

Adieu, Charley Pride – es geht auch ohne rassistische Aufreger und „affirmative action“

Auch im Corona-Jahr 2020 haben uns wieder viele Musiker verlassen, die unser eigenes Leben mit deren Kompositionen oder deren Interpretationen begleitet hatten, wie z.B. Bill Withers, Little Richard, Peter Green, Trini Lopez, Lee Kerslake, Juliette Greco, Eddie Van Halen, Spencer Davis oder Ken Hensley (Uriah Heep). Charley Pride verstarb dieser Tag an COVID-19. Mehr über Pride erfahren wir nun von

von Notan Dickerle,  

Anwärter auf den Leuchtturmpreis für mutigen Journalismus gegen “Bunt”

Ich muß gestehen, daß ich bis vor wenigen Tagen den Namen Charley Pride nur vom Hörensagen gekannt habe, U-Musik aus den USA ist grundsätzlich nicht meine Sache. Natürlich ist mir irgendwann sein großer Hit „Kiss an Angel Good Mornin’“ untergekommen, aber den Namen des Sängers kannte ich nur aus einem deutschen Schlager: „Ich möcht‘ so gern Dave Dudley hör’n, Hank Snow und Charley Pride“ wurde zum größten Erfolg der deutschen Country-Band „Truck Stop“, die mit den musikalischen Sehnsüchten eines amerikanophilen LKW-Fahrers („…doch AFN ist weit!“) den Geschmack eines breiten Publikums Ende der 70-er Jahre gut getroffen hatte.

Jetzt sind alle drei genannten Größen amerikanischer Country-Musik tot, Charley Pride, der am 12. Dezember im Alter von 86 Jahren gestorben ist – auch er „an oder mit Covid“ – war der jüngste und letzte von ihnen. Da das Country-Genre eine klassische Domäne weißer Männer ist – sozusagen die Musik typischer Donald Trump-Wähler, die sich mehr um die Landwirtschaft kümmern als um Weltverbesserung – stellte ich überrascht fest, daß Charley Pride mitnichten diesem Typus entsprach, sondern ein Farbiger aus den amerikanischen Südstaaten war. Er stammte aus ärmlichen Verhältnissen. Als sich sein Traum, Baseballprofi zu werden, nicht verwirklichen ließ, rief er weder nach politischem Asyl noch nach „affirmative action“ sondern ging einfacher, ehrlicher Arbeit nach. Irgendwann kaufte er sich vom Ersparten eine Gitarre, spielte diversen Produzenten vor, und nachdem die Szene sich an den Gedanken gewöhnt hatte, daß ein Schwarzer nicht nur zu Blues und Gospel sondern im Einzelfall auch zu Country befähigt sein kann, begann für Pride Mitte der 60-er Jahre eine Weltkarriere: er wurde einer der erfolgreichsten Country-Interpreten aller Zeiten und verwirklichte den „American Dream“ vom Tellerwäscher zum Millionär. Im Jahr 2000 wurde er in die „Country Music Hall of Fame“ aufgenommen.

Also alles paletti? Mitnichten! Laut Wikipedia führte Pride „ein skandalfreies Leben und hatte drei Kinder.“ Er war also ein „Onkel Tom“, ein an die Welt und die Maßstäbe der WASP’s, der „White Anglo-Saxon Protestants“ angepasster Farbiger, der nicht daran dachte, sich gegen deren Herrschaftsstrukturen aufzulehnen. Es gab gerade im Show- und Unterhaltungsgeschäft viele andere, die nach diesem Rezept erfolgreich und glücklich wurden, man denke nur an Louis Armstrong, Nat „King“ Cole oder die Schauspielerin Hattie MacDaniel, die auf die empörte Frage, warum sie es akzeptiert habe, in dem Klassiker „Vom Winde verweht“ ein schwarzes Dienstmädchen zu spielen zur Antwort gab, besser, ein solches zu spielen als eines zu sein – und entsprechend wenig zu verdienen. Aber damals gab es noch keinen „Black Caucus“, kein „Black lives matter“, keine Hashtags, keine Shitstürme und keine Asylindustrie. Es war die Zeit vor Woodstock, vor der Symbiose aus Establishment und Subversion. Der berühmte Roman „Onkel Toms Hütte“ („Uncle Tom’s Cabin“), in dem die protestantische amerikanische Schriftstellerin Harriet Beecher Stowe kurz vor dem Sezessionskrieg leidenschaftlich gegen die Sklaverei anschrieb, hat in den USA seither keinen leichten Stand mehr. Der als Vorbild präsentierte Titelheld war nämlich kein Rebell, sondern ein tiefgläubiger, um Treu und Redlichkeit bemühter Christ, der im Sterben sogar seinem ultimativen Peiniger, dem Sklavenhalter Legree, vergibt. Ein Anti-Woodstocker sozusagen, wie auch Charley Pride einer war, der nicht vorzeitig Exzessen mit Sex, Drugs and Rock’n Roll erlegen ist und deshalb auch nicht behaupten konnte, das Leben sei wegen „strukturellem Rassismus“ ohne permanentes Kiffen, Koksen und Spritzen einfach nicht auszuhalten. Anstatt (pardon!) Rassensolidarität mit Malcolm X, George Floyd oder Leuten wie dem ohrenbeissenden Boxer Mike Tyson zu demonstrieren, fallen solche Musterschüler durch Anpassung an Herrschende und Suprematisten ihren weniger glücklichen (pardon!) Rassegenossen einfach in den Rücken! Wo der Skandal 150 Jahre nach Abschaffung der realen Sklaverei doch darin bestehen müsste, daß es sie jemals gegeben hat, der „Werteuniversalismus“ aber spätestens seit Adam und Eva hätte gelten müssen!

In Deutschland hatte der Roman von Harriet Beecher Stowe bis vor kurzem einen sehr guten Ruf. Am Rande des Berliner Grunewalds ist ein ganzes Viertel sowie ein U-Bahnhof als „Onkel Toms Hütte“ nach ihm (bzw. einer historischen Ausflugsgaststätte) benannt. Da aber (fast) alles „Gute“ unweigerlich seinen Weg über die Atlantik-Brücke gen Westeuropa nimmt haben „Afrodeutsche“ im Zusammenspiel mit Merkelmedien wie der „Deutschen Welle“ („Made for minds“) inzwischen auch diese gewachsene Struktur unter Beschuss genommen und verlangen Umbenennung, zumindest aber Distanzierung durch volkspädagogische Erläuterungen. Integration durch Unterwürfigkeit bzw. Anpassung an eine „Leitkultur“, also das geht ja wohl gar nicht!

Auch wenn die für „minds“ gemachte Welle (wie auch andere Merkelmedien) zuletzt etwas zurückgerudert sind und beispielsweise im Zusammenhang mit Äusserungen eines rumänischen Schiedsrichters bei einem internationalen Fußballspiel  von „erfundenem Rassismus“ geschrieben haben steht zu befürchten, daß mit der neuerlichen Übernahme der Macht durch die „lìberals“ in den USA – der Eselspartei und der philantropischen Milliardäre – der Wind der „Political Correctness“ zunehmen wird. Die Demokraten standen zur Zeit von Onkel Tom nämlich auf Seiten der Südstaaten bzw. der Sklavenhalter und fühlen sich heute zu Wiedergutmachung und „Great Reset“ verpflichtet. So könnte sich zum Beispiel die „Mikroaggression“ schon bald auf der erwähnten Brücke zeigen mit der Folge, daß die Frage nach der Herkunft einer offensichtlich nicht biodeutschen Person ebenso als Beleidigung gewertet werden kann wie das Zigeunerschnitzel, der Negerkuß oder der Mohr im Hemd. Die Zeiten der Louis Armstrongs und nun auch der Charley Pride sind schließlich endgültig vorbei. Aber mal Hand aufs ungrüne Herz: die waren schon klasse, diese Leute! Den Menschen Freude machen mit guter Musik – da brauchte es keiner gesellschaftspolitischen Nachhilfe und keines „asymetrischen Multikulturalismus“. Das funktionierte ganz ohne „social engeneering“ und „affirmative action“!

Die toten weißen Männer (und Frauen) waren übrigens auch nicht schlecht: haben diese „Strangers in the Night“ mit ihrem Charme und ihrem Sound einfach angenommen! Das Leben könnte eigentlich sehr einfach sein…    

von humanitärem Schwindel – auch in Gaststätten und Hotels!